The Dark Knight

Batman und der Polizist Jim Gordon beginnen mit zunehmendem Erfolg, das Verbrechen in Gotham City zu bekämpfen und bringen unter Anderem den Schurken Scarecrow hinter Gitter, als plötzlich ein geheimnisvoller Krimineller erscheint, nur bekannt als Joker. Durch ihn wird eine neue Welle des Chaos‘ und der Anarchie in der Stadt verursacht. Batman und Lieutenant Gordon beschließen, den beliebten neuen Bezirksstaatsanwalt Harvey Dent, welcher der Hoffnungsträger der Bevölkerung von Gotham ist, in ihren Kampf gegen das organisierte Verbrechen einzubinden. Dent ist mittlerweile mit Bruce Waynes Jugendliebe Rachel Dawes liiert … (Quelle: Wikipedia.de)

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Drei Jahre nach seinem sehr überragenden Werk Batman Begins schickt Nolan den dunklen Rächer erneut auf die große Leinwand, dieses Mal ohne Selbstfindungstrip, aber mit der Suche nach der Antwort auf die Frage, wie lange Gotham, wie lange Bruce Wayne Batman noch braucht.
Dass mit diesem Thema natürlich keine Fortsetzung beginnen kann, ist klar, drum fängt Gothams zweiter Schrecken erst mit einem sehr gut durchdachten Banküberfall an. In jenem wird der neue Bösewicht vorgestellt, der mysteriöse Joker, der Ra’s al Ghul in nichts nachsteht und mit noch ausgeklügelteren Plänen daherkommt, um Gotham ins Chaos zu stürzen.

In den folgenden zweieinhalb Stunden präsentiert uns Nolan vielleicht das Beste, was das Kino seit Der Herr der Ringe gesehen hat, und fährt in Sachen Gigantomanie sogar noch größere Geschütze auf als in Batman Begins. Bei Szenen wie Batmans Angriff auf Jokers Lastwagen muss man sich aus der Couch hervorbeugen, um noch ein Stück näher an der Bildfläche zu sein, bei Jokers sozialem Experiment geschieht das Gleiche, und von Batmans fragwürdigen Verhörmethoden mag ich gar nicht erst reden. An Nolans Seite macht Wally Pfister vielleicht den besten Job der gesamten Crew, womit ich aber in keinster Weise Größen wie Hans Zimmer oder Morgen Freeman schlechtreden will. Praktisch jeder Beteiligte ist verantwortlich für die jedem Fehler erhabene Inszenierung, mit Ausnahme von Maggie Gyllenhaal, die – vermutlich auf Grund der fehlenden Originalbesetzung ihrer Rolle – ein viel zu frühes Ableben zu beklagen hat, aber auch sonst nicht an den Standard des Films oder den von Katie Holmes heranreicht.
Den Nolan-Brüdern und David Goyer gelingt aber die erstaunliche Tatsache, in ihren selbst mit zweieinhalb Stunden sehr lang geratenen Film genügend Ideen und Handlungsstränge für eine ganze Trilogie zu packen, ohne aber einer Hektik oder schlecht ausgefeilten Stories zu verfallen. Selbst ein Schlauchsteher wie ich hatte kaum bis keine Schwierigkeiten, mit den zahlreichen Wirrungen und Wendungen zurechtzukommen, trotz der teils schnell wechselnden Handlungsschauplätze. Dies soll jedoch keineswegs bedeuten, dass The Dark Knight vorhersehbar sei, was eine leichte Verständlichkeit bei all den Handlungssträngen zur Folge hätte. Im Gegenteil, trotz der komplizierten, wenn auch nachvollziehbaren Verstrickungen des Drehbuchs wird der Zuschauer ein ums andere Mal auf die Folter gespannt, wie das Schicksal Batmans, des Jokers und von ganz Gotham aussieht. Die Spannung findet auch in der wie auch im Vorgänger grandiosen Schlussszene kein Ende, denn auch The Dark Knight endet in einem kleineren und doch irgendwie größeren Cliffhanger, der zwar nicht so euphorisch ausfällt wie jener von Batman Begins, aber dennoch das Interesse hochhält und Lust auf mehr macht.

Bei all dieser Perfektheit von The Dark Knight gibt es einen schwerwiegenden Kritikpunkt, den man dem Film vorwerfen kann, und das ist die Perfektheit selbst. Nicht nur, dass ein jeder Darsteller in jeder Szene wieder einmal ein Eyelight verpasst bekommen und stets den passenden Spruch auf Lager hat; es ist vor allem die viel zu detaillierte Durchdachtheit des Drehbuchs, die es schon wieder unrealistisch wirken lässt. Joker mag ein brillanter Stratege sein, doch verfallen seine Pläne, Batman zu stürzen, spätestens im letzten Drittel zu sehr der Glaubwürdigkeit bezüglich der Ausarbeitung und Umsetzung der reichlichen Terrorattacken. Dass er bis zu einem gewissen Punkt die Fäden klar in der Hand hatte, traut man dem Identitätslosen zu, doch mit der Sprengung des Krankenhauses und Batmans Stürmung des Hochhauses übernimmt das Surreale die Zügel des Films und verdrängt so den Eindruck der tadellosen Inszenierung.
Auch Waynes recht zu Beginn des Films genannte Investition in Sonar-Mobiltelefone und deren späte Auflösung erwecken den Eindruck, Wayne hätte von Anfang damit gerechnet, sie eines Tages gegen Joker einsetzen zu können.

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Diese viel zu künstliche Planung ist es, die den sonst perfekten Filmgenuss stört und The Dark Knight leider nur 4 von 5 Sternen beschert.
Zuletzt sei noch gesagt, dass auch hier die Charaktere nur Stellvertreter für ihre eigenen Ideale sind, jedoch zeigen die Nolan-Brüder mit Jim Gordon und der Beziehung zu seiner Familie Tendenz zur Besserung. Ich bin gespannt, wie die Geschichte in The Dark Knight Rises ein Ende finden wird.

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7 Responses to The Dark Knight

  1. Owley says:

    Im Grossen und Ganzen stimme ich dir zu. Abgesehen von dem Fazit, in dem du sagst, dass die Durchdachtheit den Genuss stört.

  2. Luke0506@web.de says:

    An sich nett, stimme dir auch grösstenteils zu. Aber dann das Fazit: 4 von 5? Madness! 😀

  3. Lichtschwert says:

    You see, madness, as you know, is like gravity. All it takes is a little … push – like a much too perfectly script. 😉

  4. Owley says:

    May I suggest „like a much too perfect script“? 😛 *duck*

    Und warum kriege ich die Kommentare nicht sauber abonniert? Mann. Das zeigt mir die nur an, wenn es will, habe ich das Gefühl. :/

  5. Owley says:

    Und im Übrigen nehme ich mit Freuden zu Kenntnis, dass dich mein andauerndes Genöle von wegen „Guck den Film mal endlich!“ entgegen früheren Drohungen deinerseits, nicht dazu verleitet hat, ihn doof zu finden. Finde ich klasse 😉

  6. Lichtschwert says:

    Ja, das ist doch mal was, oder? 😉 Bin halt ’n toller Typ!

  7. Owley says:

    Aaaaaber süüüüscher.

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