Batman Begins

Bruce Wayne muss als kleiner Junge die Ermordung seiner Eltern mit ansehen. Von Schuldgefühlen geplagt, wächst er zu einem unglücklichen jungen Mann heran, aufgezogen von seinem Butler Alfred Pennyworth. Er zieht sich zurück und verbringt eine längere Zeit in Ostasien, wo er als Häftling den geheimnisvollen Ducard kennenlernt. Ducard spricht für einen von Verbrechern gefürchteten Mann namens Ra’s al Ghul. Nach seiner Entlassung sucht er Ra’s al Ghul in seinem Bergpalast auf. Dort trifft er erneut auf Ducard und unterzieht sich der Ausbildung zum Ninja. Der Aufnahme in die Gemeinschaft der Ninjas widersetzt er sich, da er das Ritual, einen Verbrecher zu exekutieren, ablehnt. Auch lehnt er den Befehl Ra’s al Ghul, seine von Kriminalität durchsetzte Heimatstadt Gotham City mithilfe von Ninjas zu zerstören, ab und zerstört bei seiner Flucht den Bergpalast … (Quelle: Wikipedia.de)

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Mit Batman Begins versucht Christopher Nolan sein Glück mit einer Neuverfilmung des Comics zur weltberühmten flatternden Fledermaus und erschafft mit der gekonnt düsteren Mixtur aus schnell geschnittenen Actionsequenzen, der nötigen Prise Thrillerelementen und guten sowie populären Schauspielern die vielleicht bislang beste Batman-Filmadaption.
Und das, obwohl der Anfang des Films etwas anderes vermuten ließ.

Der nämlich beginnt mit katastrophalen Charaktereinführungen und einer viel zu schnell eintretenden Haupthandlung. Schon eine Minute nach Filmstart sieht man eine Schlüsselszene in Form einer Rückblende, fünf Minuten später liegen Bruce Waynes Eltern erschossen auf dem Bürgersteig. Mit emotionalen Bindungen zu den Charakteren scheint es Nolan nicht sonderlich zu haben, denn einen ählich hektisch anmutenden Prolog hatte auch einige Jahre später sein von vielen als Meisterwerk gekröntes Inception.

Eine emotionale Tiefe der Charaktere, die über Aufopferung und die völlig überzogene Darstellung von Idealen hinausgeht, mag – wenn überhaupt – erst gegen Ende aufkommen. Die wirklich sehr guten Schauspieler tun ihr Bestes, den Charakteren Charisma zu verleihen, doch will zum Beispiel der Funken von Bruces nie enden wollender Motivation, selbst Jahrzehnte nach dem Tod seiner Eltern diesen zu rächen, nicht so recht auf den Zuschauer überspringen.
Dennoch überzeugen insbesondere Michael Caine und Morgan Freeman als Bruces treue und nicht zwangsläufig von Idealen getriebenen Partner und führen trotz der ihnen zugewiesenen Nebenrollen die fast durchgehend topbesetzte Schauspielerriege an.

Trotz ausbaufähiger Charakterausleuchtungen gipfelt Batman Begins in einem letzten alles überschattenden Kick-Ass-Drittel, das den Zuschauer mit Bildgewaltigkeit in seinen Bann zieht und ihn erst wieder loslässt, wenn Nolan seinen Film in einen wirklich hervorragenden Cliffhanger enden lässt.
Die im Finale häufig eingesetzten „Gegenzitate“ sorgen bei den zwar enorm wuchtigen, aber dennoch nicht effekthascherischen Endfights für genügend Wortwitz und Abwechslung und stellen eines der vielen i-Tüpfelchen dieses nahezu perfekt strukturierten und fabelhaft geschossenen Thrillers dar. Auch der dann sehr große Stellenwert der Idealvertretung, die zu Beginn des Films noch als störend empfunden wurde, ist ein schöner Kontrast und zeugt von der eigentlich dann doch vorhandenen Grandiosität des Drehbuchs. Dass bei all dem auch noch der Soundtrack mit ebenso virtuos-gigantonomischer Atmosphäre stimmt, lässt die Charakterschwächen zu Beginn des Films (fast) vergessen.

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Es ist nicht unbedingt die den Film ständig begleitende Düsternis, die Batman Begins auszeichnet, eher das sehr gute Zusammenspiel aus Witz, Raffinesse und der nötigen Portion Action, um den Zuschauer bei der Stange zu halten. Trotz allem wünscht man sich mehr Abwechslung und Tiefe von den Charakteren, die allzu sehr auf die Vertretung ihrer eigenen Ideale reduziert wurden.
4,5 von 5 Sternen.

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7 Responses to Batman Begins

  1. Owley says:

    Freut mich, dass dir der Streifen gefällt. Meiner Meinung nach der beste Superheldenfilm aller Zeiten. Knapp vor TDK.

  2. Lichtschwert says:

    What? Ich dachte, The Dark Knight wäre besser … 😕

  3. Owley says:

    Mhm. Gewissermassen ja, gewissermassen nein. Ich will dir die Freude an TDK nicht spoilern, aber er ist anders. BB war etwas tiefschürfender als TDK, der hat die Zeit gar nicht, so tief zu gehen, weil er anders als in BB die Bad Guys quasi separat vorstellen muss. Bei BB waren die Baddies ja Teil von Bruce Waynes Entwicklung. Dafür ist eben der Joker deutlich stärker als Ra’s al Ghul (also als Figur), und auch optisch ist TDK besser. Aber zugegebenermasse ist TDK eben auch ein bisschen oberflächlicher. Finde aber beide nahezu gleich gut.

    Und das ist nur meine Auffassung nach der letzten Sichtung im Dezember, als ich sie innert weniger Stunden hintereinander im Kino sah 😀 Weiss nicht, wie das heute aussähe.

  4. maloney says:

    Der Film ist in der Hinsicht besser als anderen Batman-Filme weil er das erste mal Bruce völlig in den Mittlerpunkt stellt und zu sehen wiue er seinen Waffen und den Anzug baut ist einfach nur episch

  5. Lukas says:

    Jetzt muss ich inhaltlich schon wieder ganz schleimig dem Owley zustimmen, Batman Begins hat sicherlich mehr Tiefgang als The Dark Knight – zumindest auf Storyebene. Letzterer ist halt einfach der ultraspannende, stylishe Thriller, den man Nolan ebenso gut kennt. Ich mag ihn allerdings trotzdem – oder gerade deshalb – noch einen Tick lieber, da er einfach an nahezu perfektes Kino grenzt. Was Erzählweise angeht, die Schauspieler, die Action, die Effekte, die generelle Machart und letztlich einfach die Unterhaltung. Teil 1 kommt für mich aber sehr nah ran. Und selbst, wenn Liam Neeson nicht der Joker ist, so ist es halt dennoch Liam Neeson, was an sich schonmal ein Pluspunkt ist, den der zweite Teil so nicht hat 🙂

  6. Lichtschwert says:

    @ Owley und maloney
    Mensch, jetzt habt ihr meine Erwartungen an TDK echt massiv gesenkt. Da Batman Begins in Sachen Aufmerksamkeit irgendwie immer im Schatten von TDK gestanden zu haben scheint, dachte ich, dass TDK um Längen besser wäre …

    @ Lukas
    Danke, das gleicht es etwas aus. 🙂

  7. Owley says:

    Eh was. Wenn du BB 4,5 Sterne gibst, kriegt TDK 4,499999999999999999. So wars gemeint. Ohne Flax. Das sind kaum merkliche Unterschiede. Imho. BB steht nur wegen dem Erfolg und Heath Ledger im Schatten des Vorgängers.

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