Mass Effect 2: Versteck des Shadow Broker

Endlich wird das Geheimnis um den mysteriösen Shadow Broker gelüftet, denn Cerberus hat interessante Daten gefunden, die vor allem Liara interessieren dürften. Denn sie ist auf Rache aus, da der Shadow Broker ihren einstigen Freund entführte. Verbünde dich mit Liara und gehe auf die Jagd nach wichtigen Hinweisen, die vom Planeten Illium bis einschließlich zum Versteck des Shadow Brokers führen. Fünf weitere Achievement erwarten dich … (Quelle: MassEffect-Game.de)

Mass Effect 2: Versteck des Shadow Broker

Über Sinn und Unsinn, vor allem aber über die Qualität downloadbarer Inhalte, wie Versteck des Shadow Broker einer ist, darf gestritten werden. Sie können schnell als Geldmacherei der Entwickler fungieren, die auf den Ehrgeiz ihrer Fanbase, alles mögliche aus dem eigentlichen Spiel herauszuholen, vertrauen. Zudem stellt die Story oft nichts Weiteres als einen Bonus dar, der es entweder nicht in das Hauptspiel geschafft hat oder den Entwicklern schlicht zu spät eingefallen ist, um ihn in dieses einzubauen.

Für ein paar Spielstunden lässt sich so sehr schnell Geld machen – dies sei BioWare und EA im Fall von Versteck des Shadow Broker jedoch vollstens gegönnt, denn es bereichert das ohnehin schon sehr gute Mass Effect 2 und bietet eine Mission, wie sie es selbst die Hauptgeschichte nicht aufzubringen vermochte.

Wer über anfangs sehr miese Tonqualitäten der deutschen Sprachaufnahmen hinwegsehen kann, wird schon bald merken, dass sich der DLC besser in die Hauptstory integriert als so manch andere Missionen mit Seitenblick auf die persönlichen Bitten eines jeden Crewmitglieds an Commander Shepard. Dieser verführt Ex-Gruppenmitglied und in meinem Fall auch Ex-Geliebte aus Mass Effect 1 zu einem Angriff auf den Shadow Broker, jenen mysteriösen Informanten, der in den beiden bisherigen Games hier und da schon seine Finger im Spiel hatte.

Was das Lösen des Mysteriums Shadow Broker angeht, sei gesagt, dass selbst die kritischeren Fans mit dem Ende mehr als zufrieden sein werden. Die Aufdeckung solch verstrickter Geheimnisse bietet oft Gefahren für die Drehbuchautoren mit sich; dies kann schließlich schnell nach hinten losgehen, wie man bei der eigentlichen Identität der Kollektoren bei einer der Hauptmissionen gemerkt hat.

Begleitet von einem zwar etwas unabwechslungsreichen, aber dennoch atmosphärisch sehr starken Soundtrack mit intensiver Sogwirkung wird der Spieler eingeführt in neue Levels wie etwa Liaras Apartment (nicht dem letzten emotional angehauchten Ort dieses DLCs), einem sexistischen Hotel und einem der spektakulärsten Schauplätze des gesamten Spiels, Mass Effect 2, dem Flaggschiff des Shadow Broker. Wie hier trotz der serientypischen grafischen Begrenzungen ein Meisterstück an Level-, Schiffs- und Planetendesign erschaffen wurde, zeugt von höchster Qualität.

Zwar kann man sich fragen, wie der als sehr vorsichtige und eher auf ein Netz aus Agenten und Helfershelfern zurückgreifend bekannte Shadow Broker innerhalb von Sekunden eine halbe Armee auf Illium bereitstellen kann, doch der harte Kampf gegen den erst dritten bzw. ersten weiblichen Spectre, der man begegnet, Tela Vasir, bügelt das restliche Mass Effect 2-typisch sehr linare Kampfsystem wieder aus.

Das Highlight des DLCs verbirgt sich aber nicht etwa in den ersten neunzig handlungsorientierten Minuten sondern in den mindestens sechzig folgenden Minuten, wenn man durch die Datenbanken des ehemaligen Shadow Brokers stöbert und sich unter anderem dank einiger Geheiminformationen über Shepards Team schlau(er) macht. Diese Informationen haben zwar keinen Einfluss auf nachfolgende Missionen des Hauptspiels, verleihen diesem sowie dessen Charakteren aber ungeheure Tiefe. Wenn man erfährt, wie genau es um die Psyche und Physe seines Teams bestellt ist, erhält man einen noch stärkeren zum ohnehin schon beträchtlichen Bezug zu seinen Kameraden und Gefährten.

Des Weiteren überzeugt Versteck des Shadow Broker durch Extras, die man nach Vollendung des DLCs im Hauptspiel vermissen dürfte. Neben interessanten Blendgranaten, die jedoch den Gegnern vorbehalten blieben, gab es eine ganz Star Wars: Episode II-typische Speederverfolgungsjagd zwischen den Hochhäusern Illiums, die auch durch neckische Dialoge zwischen Liara und Shepard überzeugt.

Mass Effect 2: Versteck des Shadow Broker

Gibt es denn eigentlich auch Kritik an diesem DLC? Eine kleine, ja. Auf Grund einer teilweise holprigen Kameraführung und den oben angesprochenen Soundproblemen der deutschen Sprachversion hapert es ab und zu an der Professionalität der Inszenierung, womit man sich jedoch schon sehr schnell abfindet.
Was bleibt, ist die möglicherweise beste Mission, ergo die drei möglicherweise besten Stunden, die Mass Effect 2 zu bieten hat, und die in punkto Musik, Atmosphäre, Leveldesign, Charakterausleuchtung und allem voran einem den Erwartungen würdigen Finale vollends zu überzeugen weiß.
Es wäre jedoch aus Spoilergründen von Vorteil, die Mission erst dann anzuspielen, wenn man Mass Effect 2 bereits einmal gespielt hat.

Überraschende wie hervorragende 5 von 5 Sternen.

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13 Responses to Mass Effect 2: Versteck des Shadow Broker

  1. Pingback: Mass Effect 2: Kasumi – Gestohlene Erinnerungen « Lichtschwert's Blog

  2. Lukas says:

    „Wer über anfangs sehr miese Tonqualitäten der deutschen Sprachaufnahmen hinwegsehen kann,…“ Deshalb spiele ich solche Spiele – vor allem Mass Effect – prinzipiell auf Englisch 😛
    Und klingt ja doch sehr gut für einen DLC. Ich werd mir wohl erstmal den ersten für ME 3 zulegen, auch wenn ich es nach wie vor für eine Dreistigkeit halte, den für Extrageld gleich am Releasetag von Ersterem zu veröffentlichen. Aber naja. Den hier werde ich mir aber in Zukunft sicher auch nochmal anschauen 😉

  3. Lichtschwert says:

    Gemeint ist hier nicht die Sprecherqualität sondern tatsächlich die Tonqualität. Die Stimmen wirken sehr platt als wenn die Sprecher ein Blatt zwischen sich und dem Mikrofon gehabt hätten.
    Hast du dir als Fan denn nicht die Collector’s Edition (nachdem diese bei ME2 schon so hieß, wäre ja eigentlich Reapers‘ Edition passender gewesen ;-)) besorgt?
    Jedenfalls gibt es für Versteck des Shadow Broker die beste Empfehlung.

  4. Lukas says:

    Hm, das ist natürlich sogar noch ärgerlicher… und vor allem merkwürdig.
    Und die CE hätte sich bei Teil 3 doch wohl leider absolut nicht gelohnt – 30 Euro Aufpreis für ein ganz nettes Artbook, ein Comic, der nur einen kleinen Ausschnitt des richtigen Comics zeigt und eine Postkarte… Und der DLC kostet 7 Euro. Die Steelbox ist zwar nett, aber nicht gerade den Aufpreis wert. Von daher bin ich froh, mir in England für 32€ (was 43 weniger ist als die CE) die normale Edition gekauft und bin sehr zufrieden. Und hey, im Gegensatz zu so vielen hat mir das Ende ja sogar halbwegs gefallen 😀

  5. Lichtschwert says:

    Nur halbwegs? Uiuiui … 😕
    Was die Reapers‘ Collector’s Edition angeht: du hast den Soundtrack vergessen. Für diesen gibt es einen Downloadcode, und da der Soundtrack ansonsten noch nicht veröffentlicht wurde, ist mir die Edition das Geld wert. =) Und auch sonst: als Fan nur die Standardware kaufen? Mäh. 😉

  6. Lukas says:

    Uff, natürlich, wie konnte ich den Soundtrack vergessen -.-‚ Der ist in der Tat genial. Ich freue mich immer noch so riesig, dass Clint Mansell das übernommen hat. Die Musik vom Finale geht mir seit Samstag, als ichs durchhatte, nicht mehr aus dem Kopf. Dass es ein relativ leicht zu spielendes Klavierstück ist hilft mir persönlich nicht gerade 😀 Aber wie gesagt, absolut genial.
    Und naja, als Fan „nur“ Standardware…: Prinzipiell dachte ich mir ja dasselbe. Nur, wenn man unter anderem einen Urlaub mit ner Freundin plant und sich eine gescheite DSLR, eine neue Grafikkarte, zig Blurays und noch das ein oder andere anschaffen will, dann überlegt man sich das mit dem doppelten Preis und Gegenwert nochmal. Zumal ich den Soundtrack zur Zeit auf Youtube rauf- und runterhören kann 😉
    Was das Ende angeht, ohne zu spoilern: Im Prinzip hat es mir sehr gut gefallen, da es – wenn man es sich mal vor Augen führt, was du dann sicherlich auch tun können wirst – im Grunde perfekt auf den Punkt bringt, worum es in Mass Effect von Anfang an ging. Wirst du schon sehen. Was mir nicht gefallen hat, nochmals ohne zu spoilern, ist, dass es seinerseits ein paar neue Fragen aufwirft, die rückwirkend nicht unbedingt zum Finale passen, auch wenn ich dessenbezüglich erst einmal die nächsten Updates der Entwickler abwarte. Da wird sich sicher noch einiges tun.

  7. Lichtschwert says:

    „Die Musik vom Finale geht mir seit Samstag, als ichs durchhatte, nicht mehr aus dem Kopf. Dass es ein relativ leicht zu spielendes Klavierstück ist hilft mir persönlich nicht gerade“
    Näh, jetzt hast du mir damit und mit deinen Schlusssätzen vermutlich indirekt und unbewusst einen Hinweis auf das Finale gegeben. Ist aber nicht deine Schuld. 😉 (Darauf möchte ich keine Anwort erhalten; keine Bestätigung, keine Verneinung bitte!)

    Und zum Urlaub: wo geht’s denn hin als 2er-Team?

  8. Lukas says:

    Oh nein – jetzt wirklich? Das war das Gegenteil meiner Absichten… wie hab ich das denn geschafft? 😀 Also ehrlich. Du kriegst keine Bestätigung oder Verneinung oder sonst was, mich würd nur die Vermutung interessieren, da ich eigentlich meinte, bombensicher spoilerfrei geschrieben zu haben. Oder hat es was mit einem der Titel der Musikstücke zu zun? Falls ja, lies sie dir niemals durch, bevor du ein Spiel durch hast 😉
    Und als 2er-Team wirds vermutlich nach Dänemark + Schweden gehen. Falls da alle Stricke reißen, gehts ins größere Britannien (inkl. Schottland).

  9. Lichtschwert says:

    Du hast definitiv bombensicher spoilerfrei geschrieben, außer eben, dass genanntes Pianostück, dessen Titel ich zu kennen scheine, (erst) am Ende vorkommt, und nicht etwa an einer anderen Stelle, wie ich bislang meinte zu glauben. Hierauf am besten gar nicht erst antworten. 😉

    Und wann geht’s in den Norden?

  10. Lukas says:

    Uff, das ist natürlich blöd. Welches meinst du denn? Es gibt definitiv mehrere Pianostücke 😀 Ich sag auch nix und werde nicht drauf eingehen, möchtes nur lesen 😛
    Geplant ist ein Zeitraum zwischen dem 6. und 15. Juni, mal sehen wie lange es letztlich wird (10 Tage wären schon schön) und wohin es genau geht 🙂

  11. Lichtschwert says:

    Näh, meine Vermutung werde ich hier nicht offenbaren – es freut mich aber zu lesen, dass es mehrere Pianostücke gibt, was meine Vermutung unwahrscheinlicher macht. 😉

    Anfang/Mitte Juni klingt toll – da ist bestimmt auch im kühlen Norden schönes Wetter!

  12. Lukas says:

    Och menno, du weißt vielleicht nicht, dass ich die neugierigste Person auf dem Planeten bin, aber lass es dir damit gesagt sein. Du quälst mich! 😀
    Und ja, das will ich mal hoffen. Wenig Regen, viel Sonne und Temperaturen, die sich ausnahmsweise auch im Sommer mal aushalten lassen ( <27/28°C max). 🙂

  13. Lichtschwert says:

    „Du quälst mich!“
    Pf. Du fühlst dich gequält? Was meinst du, wie es mir damit geht?

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