The 3D Experience

Ursprünglich riesig auf’s 3D und die geplante „unspektakuläre Leinwandtiefe“ gefreut, dann wieder immens von ersten Vorabkritiken über misslungene Dreidimensionalität abgeschreckt, daraufhin nah an der Grenze zum Nicht-mehr-Fan-sein gewesen, letztendlich dann nur noch wegen der Leinwandgröße und des Sounds wegen ins Kino gewollt, und schließlich dennoch hin und wieder mit dem Hintergedanken des Kritisierens auf die Qualität der 3D-Umsetzung geschielt, ging’s heute Nachmittag (leider!) in die Kinder- bis Jugendvorstellung (was ich erst beim Begehen des prall gefüllten Kinosaals erfahren durfte) des groß gehypten und werblich angekündigten 3D-„Spektakels“.

In Reihe 13, Sitz 8, ergo linke Hälfte der vorletzten Reihe, durfte ich zum dritten Mal einen Teil meiner Lieblingsfilmreihe im Kino bestaunen, jedoch das erste Mal einen nicht ganz so neuen Film. Doch bevor in nur halb so lauter wie gewollter Lautstärke der Main Title den Kinosaal freudig erregen ließ, gab es massig Trailer als Vorankündiger für baldige Kinoereignisse, unter anderem auch Titanic 3D, der offenbar beweist, dass nachträgliche 3D-Konvertierungen auch tatsächlich gut sein können. Denn das Gezeigte sah (bis auf die Weitwinkelaufnahmen der Titanic) wirklich wirklich toll und dreidimensional aus.

Das kann man leider nicht vom eigentlich gezeigten Film behaupten, der sich in sämtlichen Medien als Überflieger in 3D-Technik bezeichnet hat, zumindest aus Seiten von 20th Century Fox. Lucasfilm hat da ja von Anfang an gegengerudert und behauptet, man möchte keine Eye-Popping-Effekte, wobei man sich gerade diese beim Betrachten des Films wünschen würde. Dieser verfehlt nämlich die geplante Filmtiefe bei Großaufnahmen und entschädigt dies noch nicht einmal mit akzeptablen „normalen“ 3D-Effekten. Die Dreidimensionalität kommt nur beim Kontrast Vordergrund-Hintergrund zum Gelten und kann ansonsten nur bei Aufnahmen, in denen beispielsweise Fensterrahmen oder Türen, die sich öffnen und den Blick auf dahinter liegende Dinge freigeben, vorkommen, überzeugen.

Der Film selbst mit seinem nicht-dreidimensionalen Inhalt konnte mich bei dieser Kinovorführung leider ebenso wenig überzeugen wie die 3D-Effekte, was aber wohl schlicht und ergreifend daran lag, dass ich den Film von vorne bis hinten auswendig kenne und mich daher noch nicht einmal die richtigen Highlights vom Kinosessel hauen konnten. Während eines dieser Highlights kramte übrigens ganz nebenbei mein erwachsener Sitznachbar, offenbar als Fahrer von seinem Kind ins Kino mitgeschleift, sein Handy raus und telefonierte.

Ebenso kinoverachtend war im Prinzip auch der restliche Teil des Publikums, das die ersten Minuten den trotz geringer Lautstärke, aber dennoch ganz guten Kinosound mit Popcorngeknusper und eifrigen Auseinandersetzungen über die bisherige Qualität der 3D-Effekte übertönt hat.
Zwischendurch meinte die geschätzt 9-Jährige links hinter mir, der Film sei langweilig – zugegeben, auch ich hatte zu jenem Zeitpunkt einen nicht geringen Tiefpunkt und hegte große Hoffnung auf bald eintretende Action. Die kam dann auch, ebenso das Potenzial zu richtig gutem 3D, das aber – und ich denke, das trifft auf die ganze 3D-Konvertierung zu – gänzlich ungenutzt bleibt. Gute 3D-Effekte muss man suchen, und nur in den Shots, in denen sie wirklich sichtbar sein müssen, sind sie es auch wirklich. Tiefenwirkung bekommt man weder im All, noch bei Weitwinkelaufnahmen, und so wünscht man sich für die weiteren, möglichen 3D-Umsetzungen mehr kino-/consumerfreundliche Eye-Popping-Elemente und – generell – mehr Dreidimensionalität.

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9 Responses to The 3D Experience

  1. Joonogor says:

    Ich war heute auch im Kino. Mit meinem achtjährigen Patenkind. Ich habe den Film nun das vierte Mal im Kino gesehen. Mein Patenkind das erste Mal. Er kannte den Film aber von mindestens zwei DVD-Abspielungen. Naja, dass in der Nachmittagsvorstellung der Ton auf halben Level läuft wusste ich bisher gar nicht. Ansonsten war es aber ein unterhaltsamer Nachmittag. Bei uns waren fast nur Väter mit Kindern im Kino und wir saßen recht abseits, weswegen das durchaus vorhandene Geknusper und Gewisper eigentlich wenig stören konnte. (So verwüstet habe ich den Kinosaal aber im Anschluss bisher noch nie gesehen, wie heute – Popcorn knöcheltief im ganzen Saal!)

    Naja, der Film… für mich ist Episode I schon immer ein Film gewesen, den ich als Fan schaue und nicht, weil ich ihn soo überragend finde. Von den 3D-Effekten hatte ich mir von vornherein wenig versprochen. Nun war es tatsächlich noch etwas unter den Erwartungen. Aber sieh’s doch positiv: Ohne 3D-Brille hätte das ganze noch übler ausgesehen. 😉

  2. Pingback: Ein drittes Filmstöckchen « Lichtschwert's Blog

  3. Lichtschwert says:

    „Naja, dass in der Nachmittagsvorstellung der Ton auf halben Level läuft wusste ich bisher gar nicht.“
    Ob das jetzt grundsätzlich ist, weiß ich nicht, aber die Werbung kam mir – ganz TV-like – doppelt so laut vor wie der Film.
    Und bei mir waren auch fast nur Väter mit ihren Kindern, wobei hier die Kinder ganz klar die Erfahreneren waren. Leider, wie ich finde, da der Film ja eigentlich schon ein Generationenfilm ist.
    Zwischenzeitlich habe ich die Brille auch mal abgenommen: es war kaum ein Unterschied zu sehen.

  4. Joonogor says:

    Der Film war auch in meiner Vorführung sehr leise, da scheint also was dran zu sein. Den „Generationenfilm“ wird man sicher erst in den Abendvorstellungen beobachten können, wenn sich die das Publikum um die Teenager und Twens erweitert. Ich denke, da reicht so eine Kindervorführung/Nachmittagsvorstellung mit Fans und deren Erziehungsberechtigten bzw. Aufsichtspersonen nicht hin.

  5. Owley says:

    Zum 3D: Fand ich ganz gut, dafür, dass wir es mit einem Film zu tun haben, für den 3D beim Dreh nie eine Option war.
    Zum Fanseinaufhören: Bitch please! Du spieltest echt mit dem Gedanken, dir von schlechtem 3D das Fandasein vermasseln zu lassen?
    Zum Kinotelefonieren: Hätt ich ja gemacht -> http://fc02.deviantart.net/fs40/f/2009/041/f/3/Burn_After_Reading_Punch_GIF_by_Teri928.gif

  6. Lichtschwert says:

    Zum 3D: ich weiß nicht, ob du auch den Titanic-Trailer gesehen hast, aber der sah soooo viel besser aus.
    Zum Fanseinaufhören: hatten wir bereits (aus)diskutiert: https://lichtschwert.wordpress.com/2012/01/19/episode-i-3d-erntet-erste-kritik/comment-page-1/#comment-2284
    Zum Kinotelefonieren: so gerne, so gerne! Aber das war ausgerechnet dann, als Darth Maul sich den Jedi stellt, und da wollte ich keine blutig endende Diskussion ausfechten.

  7. Owley says:

    – 3D: Jup, das war ein genialer Trailer, und hat den Film damit direkt in meine Top 10 kommender Highlights katapultiert. Oder so.
    – Fanseinaufhören: Trotzdem.
    – Kinotelefonieren: Hast ja eigentlich schon Recht. Aber da ich immer und für alles von anderen böse angeschaut oder gerügt werde, darf ich gern auch meckern.

  8. siver says:

    Der Titanic 3D – Trailer sah echt lecker aus. Den Film habe ich noch nie gesehen, jedenfalls nicht zu Ende. Meine Eltern haben ihn zwar auf Video – Kassete (ich glaube aufgenommen vom Fernseher oder so), aber ich habe mich nie getraut, ihn zu Ende zu schauen, war mir alles zu gruselig damals. Seitdem sind ein paar Jährchen vergangen, und da der Film jetzt passenderweise in 3D in die Kinos kommt, denke ich, dass ich ihn mir ansehen werde.

  9. Lichtschwert says:

    @ Lukas
    Also, Galaxy Quest habe ich gesehen, fand’s aber nicht sooo lustig. Dasselbe kann ich von Toy Story 1 bezeichnen, wo es mir sowieso mehr um die Seele ging. Und was Shrek angeht: je mehr Teile, desto schlechter – wobei hier die Erinnerungen schon ziemlich verwaschen sind. Einen der Monthy-Pyton-Filme mit dem Kokosnusspferd habe ich auch gesehen, war mir aber zu alt, um mich in der digitalen Neuzeit sonderlich unterhalten zu können. „Das Beste kommt zum Schluss“ ist einer der Filme, die ich sehr gerne mag, wenn auch nicht unbedingt wegen des Humors als wegen der Tiefe.
    Und die anderen Filme … werde ich wohl noch anschauen müssen. 😉

    @ siver
    Aber den Eisberg hast du schon noch gesehen, oder?! 😛

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