Der Pate: Teil 2

Don Michael Corleone ist Pate und Oberhaupt seiner Familie. Ihm zur Seite stehen sein älterer Bruder Fredo, sein Stiefbruder Tom Hagen als Rechtsanwalt und die Capos Al Neri und Rocco Lampone.
Der Film beginnt am Tag der Kommunionsfeier seines Sohnes in der Sierra Nevada, bei der Michael verschiedene Geschäfte der Familie regelt. Michael möchte die Geschäfte der Familie erweitern und in Las Vegas und Havanna in den Casinos Fuß fassen, stößt jedoch auf Widerstand. Für seine Geschäfte in Las Vegas benötigt er die Zustimmung eines Senators, der allerdings die Erteilung weiterer Konzessionen von hohen Schmiergeldzahlungen abhängig macht, was Michael ablehnt. Gleichzeitig führt Michael geheime Gespräche mit Hyman Roth, einem jüdischen Gangster. Er will sich mit diesem verbünden und ihm die Anteile an mehreren Hotels abkaufen sowie mit dessen Hilfe in Havanna Fuß fassen … (Quelle: Wikipedia.de)

Quelle: Wicked-Vision.com

Nach einem für mich sehr enttäuschenden ersten Teil waren die Erwartungen an die Fortsetzung nicht sonderlich hoch. Der Pate hat seinem Nachfolger mit seinem Ende quasi den Auftrag gegeben, die Familienchronik weiterzuspinnen, ohne jedoch auf dessen bisheriges Glanzlicht, Don Vito Corleone, zurückgreifen zu können. Dieser und der damals noch junge Michael waren es, die dem Zuschauer die meisten Sympathien abgewinnen konnten. Nun ist Ersterer tot – zwar gesellen sich in Der Pate: Teil 2 weitere Charaktere hinzu, doch weiß keiner den sympathischen Status eines Vitos, geschweige denn den des damaligen Michaels, zu erreichen.

Einige Jahre nach Teil 1 spielt nun die Fortsetzung – Michael hat den Chefsessel der Corleone-Familie übernommen und führt mit gnadenloser Hand sämtliche Familiengeschäfte. Mit der Übernahme der Casinos in Las Vegas versucht er, den Einfluss der Corleones noch weiter auszubauen und sieht sich gezwungen, den Lobbyismus als Tagesgeschäft einzuführen.

Im Prinzip wird Der Pate: Teil 2 ein gutes Handlungsgerüst geboten, doch hat der Film leider dieselben Schwächen wie sein Vorgänger. Die Tageslichtphobie hat sich etwas gebessert, doch die Charaktere voneinander zu unterscheiden, fällt einem weiterhin schwer. Wie mit Blicken und wortlosen Gesten über das Schicksal zahlreicher Menschen entschieden wird, erschwert die Verständlichkeit des Films zunehmend. Was Michael und seinen Beratern bei Gesprächen mit vermeintlichen Geschäftspartnern durch den Kopf geht, erfährt man erst im Nachhinein – bis es soweit kommt, kann man nur erraten, was hinter den eisernen und viel zu oft unbeweglichen Mimiken der Mafiabosse vor sich geht.

Was den Film im Vergleich zu Der Pate jedoch auszeichnet, sind die in auffallender Sepiaoptik spielenden Rückblenden, in denen bruchstückhaft die Entstehung und der Aufstieg der Corleone-Familie und damit auch der des Mafiageschäfts in den Vereinigten Staaten erzählt werden. Diese haben mit der eigentlichen Geschichte zwar nichts zu tun, doch ist es vielleicht diese Tatsache, die die Rückblenden, in denen Robert De Niro den jungen Vito Corleone verkörpert, so interessant machen. De Niro spielt den aufstrebenden Mafiaboss mit einer galanten Leichtigkeit, die perfekt die Grenze zwischen unberechenbarer Rachsucht und ehrgeiziger Partnerschaft verwischt.
Des Weiteren ist es nett zu sehen, wie Vito den selbst ernannten Sheriff seines Reviers ausspielt, seine Rolle übernimmt und quasi im Handumdrehen sein Talent zum verführerischen Bestechen, zur Gefährlichkeit, entdeckt.

Quelle: Wicked-Vision.com

Mag die Nebenhandlung voll zu überzeugen, misslingt Ford Coppola seine eigentliche Geschichte. Diese ist leer von Charakteren, mit denen man sich identifizieren mag; Michael ist zum rachsüchtigen Illegalen geworden, der seine alten Ideale über den Haufen geworfen hat und noch strengere Verfahren gegen seine Feinde, auch aus den Reihen der eigenen Familie, an den Tag legt als es noch sein Vater getan hat.

Dies ist dann auch letztendlich der Grund, weshalb Der Pate: Teil 2 nicht an das ohnehin schon nicht sonderlich hohe Level von Der Pate heranreicht und sich mit 2 von 5 Sternen zufriedengeben muss.

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2 Responses to Der Pate: Teil 2

  1. reeft says:

    „2 von 5 Sternen“

    0_0

  2. Pingback: Der Pate: Teil 3 « Lichtschwert's Blog

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