Der Pate

Don Vito Corleone, einer der mächtigsten Mafiabosse von New York City, richtet zur Hochzeit seiner Tochter Connie ein opulentes Fest mit Hunderten von Gästen aus. Während diese im Garten tanzen, empfängt er im Hinterzimmer Freunde der „Familie“, die ihn um verschiedene Gefälligkeiten bitten, bei denen es um Rache oder Erpressung geht. Dank seiner zahlreichen Beziehungen kann Don Vito seinen Freunden jeden Gefallen erfüllen und schreckt auch vor wohldosierten Grausamkeiten nicht zurück. Beispielsweise erzwingt Don Vitos Anwalt Tom Hagen beim Filmproduzenten Woltz eine Hauptrolle für Don Vitos Patensohn Johnny Fontane, indem er Woltz nachts den abgetrennten Kopf von dessen Lieblingspferd unter die Bettdecke legen lässt … (Quelle: Wikipedia.de)

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Wie hoch dürfen die Erwartungen an einen Film sein, der auf der größten Filmseite des Internets auf Platz 2 der besten Filme aller Zeiten rangiert und generell von der breiten Masse als sehr gut anerkannt wird? Eigentlich ziemlich hoch, trotz des mittlerweile hohen Alters von 40 Jahren, denn insbesondere in diesen letzten vier Jahrzehnten hat sich in der Film- und Kinoindustrie viel getan. Gemeint sind hier nicht unbedingt die zu starker Präsenz aufgestiegenen visuellen Effekte sondern eher die Erzählweise eines Films. Heutzutage machen schnelle Schnitte einen Film aus, und auf den Umsatz wird sowieso am meisten geachtet.
Dies war früher sicherlich nicht der Fall, und falls doch, in einem weitaus kleineren Rahmen.

Was sich mit Sicherheit geändert hat, ist die Erzählweise, was man wunderbar an Der Pate erkennen kann. Denn würde dieser Film zur heutigen Zeit in die Kinos kommen, er würde floppen. Und für mich aus guten Gründen.
Denn mich hat er alles andere als überzeugt, was an vielen Faktoren hängt, die man im Prinzip alle auf das hohe Alter des Films zurückführen kann. Vertreten soll hier jedoch nicht eine mangelhafte Bild- oder Tonqualität sein, denn bei der zur Review vorliegende Filmfassung handelt es sich um die restaurierte HD-Fassung, die – ein Lob an die Umsetzer – das Bild fabelhaft rauschfrei digitalisiert und auch ansonsten 1a bearbeitet haben.

Was mich nun jedoch am Film stört, ist zum Einen seine Tageslichtphobie, die er erst gegen Beginn der zweiten Spielfilmhälfte leicht merklich ablegt. So spielt ein Großteil der Handlung in dunklen Räumen, Gassen oder bei Nacht. Das mag für Mafiabanden zwar durchaus typisch sein, sollte aber für einen Film, der aus größtenteils sich ähnelnden Schauspielern besteht, ein No-Go sein. Die Schauspieler dürfen zwar bedenkenfrei über alle Töne gelobt werden, doch was bringt es, wenn man sie nicht von einander unterscheiden kann und – viel wichtiger – man keine Sympathien für sie hegt? Marlon Brandos Don Corleone und vielleicht noch der zarte und ebenso smarte Al Pacino als Michael hat man zwar gegen Ende des Films wegen ihrer Ehrlichkeit ein kleines bisschen gern, doch für den Rest der Mafiabande(n) kann und mag man nicht wirklich Sympathien hegen.

Ein weiteres Manko des Films ist die viel zu hohe Anzahl an Charakteren und die Undurchschaubarkeit ihrer Stellenwerte in der Filmhandlung. Bevor man sich mit der gegebenen anfänglichen Charakterriege zurechtfinden kann, stoßen weitere Charaktere dazu, die die Handlung nicht verständlicher machen und für noch weniger Durchblick beim Zuschauer sorgen.

Mit fast schon unerträglich lang andauernden Kameraeinstellungen, die während eines Dialogs oft nur auf eine Person gerichtet sind, gibt der Film seinen Schauspielern zwar die Chance, sich richtig zu entfalten, doch riskiert er damit seine eigene Spannung, die dabei auch nicht selten auf der Strecke bleibt.

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Weshalb Der Pate unter’m Strich doch noch mit dennoch enttäuschenden 3 von 5 Sternen davonkommt? Weil die wenigen guten Szenen auch wirklich gut sind und der Film dann doch einen interessanten, beunruhigenden ruhigen Stil hat, welcher jedoch bei überlangen fast drei Stunden Laufzeit völlig fehl am Platz ist.

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3 Responses to Der Pate

  1. Pingback: Der Pate: Teil 2 « Lichtschwert's Blog

  2. maloney says:

    Steht auch noch auf meiner Liste…aber ich will die Hardcore 12-Stunden Special Hyper-Dyper Dvd Edition die es nciht mehr zu kaufen gibt..:(

  3. Lichtschwert says:

    Mir waren die normalen drei Stunden schon zu viel.

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