Wo war ich an dem Tag, der die Welt veränderte?

Ja, Lichtschwert nutzt das globale Ereignis, um kurz aus der Pause zurückzukommen und den Anschlägen ihre Bedeutung zu widmen bzw. meine ganz eigenen Erfahrungen zu ihnen niederzuschreiben. Wo ich war, was ich getan habe, was ich gedacht habe, als die Anschläge am 11. September 2001 auf die Zwillingstürme des World Trade Centers in New York verübt wurden bzw. als ich davon erfahren habe.

Der 11. September 2001 war ein Dienstag und der erste Schultag nach den bayerischen Sommerferien. Ich bin soeben in die dritte Klasse eingeschult worden, hatte folglich nur einen kurzen Schultag und bin (vermutlich – die Erinnerungen sind zum größten Teil schon verschwunden; ich schlussfolgere einfach) recht früh wieder nach Hause gekommen. Schätzungsweise zwischen elf und zwölf Uhr. Die Anschläge fanden – umgerechnet auf die Mitteleuropäische Sommerzeit – am Nachmittag statt.
Meine Mutter, Hausfrau und damit quasi meistens zu Hause, hatte den Fernseher bereits eingeschaltet, als ich nachmittags ins Wohnzimmer kam, und seit Beginn der Übertragungen ntv und n24 dauerhaft eingeschaltet. Sie hatte von den Anschlägen von der Mutter meines damals besten Freundes erfahren, die ein besonderes Verhältnis zu den USA hatte. Ihr Sohn (mein Freund) wurde in den USA geboren, er hatte eine deutsche und eine amerikanische Staatsangehörigkeit – und so war es über meines Freundes Mutter natürlich auch für meine Mutter etwas Besonderes im negativen Sinne, was an jenem Tag geschehen ist.

Jedenfalls habe ich die Bilder im Fernsehen mit meiner Mutter, die natürlich geschockt war, gesehen. Ich war auch sehr beeindruckt gewesen von den teilweise doch sehr brutalen Aufnahmen, von den ohnehin schon wegen ihrer enormen Größe beeindruckenden Gebäude, die durch ihre klaffenden „Wunden“ bzw. durch ihr generelles Fehlen, das in späteren Bildern gezeigt wurde, noch mehr an Bedeutung bekommen haben.

Dass das etwas ganz Schlimmes war, war mir selbstverständlich klar. Dass die Anschläge aber die Verletzlichkeit der Weltmacht USA gezeigt haben, versteht man als achtjähriger Junge natürlich nicht. Trotzdem war ich baff, war es doch auch der erste Terroranschlag, den ich in so einer Größenordnung (oder überhaupt) mitbekommen habe.

Heute schaut die Welt zurück auf den einen Tag, auf die vier Momente – zwei Einschläge, zwei Einstürze – und die zwei weiteren Flugzeugentführungen; verdammt den Islam oder sonstige, scheinbar rechtsextremistische nahöstliche Religionen für solche Bluttaten und führt mit für den damaligen US-Präsidenten George W. Bush völlig verständlichen Gründen gleich zwei Kriege. Welche nicht nur mit dem Vergeltungsschlag gegen El-Kaida in Afghanistan begründet wurden sondern auch damit, dass der Irak angeblich Nuklearwaffen lagere. Zumindest letzterer Grund wurde von Insidern und Experten oft genug revidiert und durch den Grund der hohen Anzahl der dortigen Ölfelder ausgetauscht.

Dass die Anschläge auf die Twin Towers reine Terroranschläge waren, bezweifle ich übrigens seit gut einem Jahr, als ich auf VOX eine Dokumentation zu diesem Thema gesehen habe (ich bin mir ziemlich sicher, dass sie auch heute wieder gezeigt wird – laufen ja schließlich nicht wenige Sondersendungen zu diesem Thema), in welcher die Anschläge mindestens teilweise auf die Kappe der US-Regierung Bush bzw. auf die des New Yorker Bürgermeisters gehen. Eine meines Erachtens nach sehr glaubwürdige und seriöse Dokumentation – eine der wenigen, die heutzutage auf den privaten Sendern ausgestrahlt werden.

Doch zurück zum Ereignis an sich. Dieses leitete ein kleines bisschen ein neues Zeitalter ein – das Zeitalter des Terrors und auch das Zeitalter des Krieges zwischen den USA und nahöstlicher Religionsstaaten. Sollten die Vereinigten Staaten von Amerika in den kommenden Jahrzehnten, Jahren oder vielleicht auch schon Monaten ihre Weltmachtstellung verlieren, indem sie beispielsweise die Finanzkrise nicht (gut genug) überstehen oder innerlich durch die Konflikte zwischen Republikanern und Demokraten zerfressen werden, denke ich, war der 11. September 2001 der Tag, der durch seine Folgen das Ende der USA eingeleitet hat. Und vielleicht auch das Ende der Vormachtstellung der westlichen Welt.

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5 Responses to Wo war ich an dem Tag, der die Welt veränderte?

  1. Anonymous says:

    Ich saß damals im Büro, einer kam herein gerannt und meinte das in New York ein Flugzeug in den Tower gerast sei. Ab da war meine Arbeit nebensächlich, ich war dauernd im Internet und am Telefon. Wir wollten ein paar Tage später zum 2. Mal nach Florida fliegen, was dann aber ausfiel und sehr viel später passierte. Schrecklich dieser Tag und die Ereignisse.

  2. siver says:

    Ich weiß nicht mehr, wo ich den Tag heute vor 10 Jahren verbracht habe. Damals war ich gerade einmal… vier Jahre alt, und die Welt drehte sich für mich mehr um Spielzeug als um Politik, Weltgeschehen & Co.
    Trotzdem interessiert mich das Thema 9/11 irgendwie, besonders die Pentagon – Geschichte. Wie kann ein Flugzeug ungehindert in das zweit-/oder drittwichtigste Gebäude der USA hineinfliegen? Das Pentagon besitzt doch sogar Rakentenabwehr – Systeme, und ein Flugzeug kann man nicht „entdecken“?

  3. Wienerschnitzel says:

    Ich war, wie das passiert ist, gerade auf den Heimweg von der Schule.
    Wie ich nach Hause gekommen bin, sind meine Eltern vorm Fernseher gesessen und haben sich die Nachrichten angeschaut.
    War für mich schon auch irgendwie schlimm, weil wir 2 Jahre davor auf einen der beiden Türmen oben waren.

  4. Lichtschwert says:

    @ Anonymous
    Herzlich Willkomen auf Lichtschwert’s Blog.
    Hui, das war dann aber in großer Weise knapp gewesen.

    @ siver
    Oh, mein Gott, vier Jahre alt! 😛
    Ja, dass das Pentagon damals auch so angreifbar war … seltsam. Kann aber auch damit zusammenhängen, dass damals noch nicht geklärt war, ob man ein Personenflugzeug bei Terrorverdacht abschießen darf. Das muss man ja auch (ethisch) verantworten können.

    @ Wienerschnitzel
    Okay, das war dann in ganz ganz großer Weise knapp gewesen. 😉 Aber wie war es denn so auf den einem der Türme – müssen damals noch die höchsten Gebäude der Welt gewesen sein, richtig?

  5. Wienerschnitzel says:

    Naja, würds nicht knapp bezeichnen, war ja 2 Jahre davor. 😉
    Aber es war schon beeindruckend, dort oben zu stehen und über die Skyline von New York zu sehen.

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