Mass Effect: Vergeltung

Cerberus hat durch die Zerschlagung der Kollektorenbasis durch Commander Shepard wichtige Informationen zu den Reapern erhalten, die sie nutzen wollen, um deren Stärken und Schwächen ausfindig zu machen. Die gewonnenen Informationen testen sie an einer Testperson, die mit Reaperimplantaten ausgestattet wird, ähnlich dem Herstellungsprozess eines Husks.
Doch in der Cerberus-Laborstation entdeckt die Testperson ungeahnte Fähigkeiten in der Biotik und bahnt sich gewaltsam einen Weg durch die Laborstation und kurz darauf durch die Galaxis.
Auf die Galaxis kommt eine Bedrohung zu, gesteuert von den Reapern, in dem Körper von Paul Grayson …

Quelle: GamesAndGuides.de

Drew Karpyshyns dritter und wohl letzter Roman aus dem Mass Effect-Universum basiert auf den beiden vorangegangenen Romanen und beendet so eine Trilogie, die meines Erachtens aber dennoch nicht vollendet ist. Die Geschichte dieses Bandes wird zwar zu Ende erzählt, doch Karpyshyn lässt dem nachfolgenden Autor (William C. Dietz mit Mass Effect: Decption, Anfang 2012) ein paar Türchen offen. Paul Grayson, der auch schon in Der Aufstieg eine wichtige Rolle gespielt hat, wird auch in Vergeltung wieder zu einer bedeutenden Person, findet im selben aber auch seinen Tod.
Kahlee Sanders, durchgehender Hauptcharakter, bildet gegen Ende mit Admiral David Anderson ein Paar – doch ihre Zukunft steht genauso in den Sternen wie Gillian Grayson Verbleib nach dem Tod ihres Vaters. Ihre Geschichte könnte möglicherweise in Deception weitererzählt werden, was ich gutheißen würde, da Vergeltung kein typischer Abschlussroman ist.

Auf 331 Seiten erzählt Karpyshyn eine gewohnt einfache, dennoch spannende Geschichte, die anfangs unter einer zu schwarz-weißen Darstellung der Charaktere leidet. Die Seiten Gut und Böse sind zu leicht auf die Charaktere verteilt, Grauzonen fehlen. Dies ändert sich erst mit dem Bündnis zwischen Cerberus und der Piratenkönigen Aria T’Loak. Diese verfolgen das gleiche Ziel – Paul Grayson -, wenn auch mit verschiedenen Absichten. Teil dieses Bündnisses ist Kai Leng, ein typischer Attentäter, der im Laufe seines Auftrags gezwungen ist, mit Personen zu koalieren, die eigentlich auf der verfeindeten Seite stehen.
Durch diese Bündnisse gewinnt Vergeltung eine nette Abwechslung, durch die die diversen Personen von mehreren Ansichtspunkten beleuchtet werden. Außerdem sehr interessant ist, dass die Geschichte (erneut) aus den Perspektiven verschiedener Charaktere erzählt werden. Dies führt dazu, dass einzelne Szenen wiederholt erzählt werden, aber von einem anderen Standpunkt aus. So lassen sich die Absichten der diversen Personen besser nachvollziehen, was zu einer Vertiefung der Charakterzüge führt und was die Charaktere dem Leser allgemein vertrauter macht.

Inwiefern Mass Effect 3 auf die erzählten Handlungsstränge aufbaut, ist ungewiss – es bleibt aber zu hoffen, dass die Romangeschichten im Videospielfinale etwas stärker mit eingebunden werden und nicht erneut nur als Merchandise-Material abgetan werden.
Auch wenn die Romane keine Meisterwerke sind und es wohl (teilweise berechtigt) in keine Bestsellerliste schaffen, gelingt es ihnen, den Flair der Videospielreihe einzufangen und ihn in einer gut dosierten Mischung aus Spannung, Gefühl und Action dem Leser zu vermitteln.
Daher eignet sich Mass Effect: Vergeltung perfekt für die Verkürzung der Wartezeit auf den letzten Videospielteil, was dem Roman 4 von 5 Sternen verleiht.

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9 Responses to Mass Effect: Vergeltung

  1. Lukas Huda says:

    Klingt ja tatsächlich ganz gut. Auf Teil 3 freue ich mich (wie schon zu Teil 2 beizeiten) wie ein kleines Kind auf Weihnachten und Geburtstag zusammen, da die Reihe nun wirklich an die Grenzen der Genialität stößt. So ziemlich zumindest. 🙂

    Wenn ich jetzt nich noch knapp ~4200 Seiten A Song of Ice and Fire zu lesen hätte… grml.

  2. Wienerschnitzel says:

    Stimme deiner Buchkritik vollkommen zu.
    Wenn man Mass Effect gerne spielt und ab und zu Bücher liest, kann man das Buch nur empfehlen. Aber man darf sich halt nicht erwarten, dass es jetzt das der ganz große Knüller ist.
    Es liest sich leicht und unterhaltet auch, von daher ein schönes Buch für zwischendurch. 😉

    Freue mich auch schon riesig auf Mass Effect 3. Ich bin froh das es erst nächstes Jahr rauskommt, kann ich in Ruhe den 2.Teil erneut durchspielen. 😀

  3. Lichtschwert says:

    @ Lukas Huda
    Aiaiaia, was liest du denn auch für Mega-Serienwälzer?
    Hast du dich bislang noch nicht an die Mass-Effect-Romanreihe gewagt? Dann wird’s aber Zeit! 😛

    @ Wienerschnitzel
    Näh, mir wär’s lieber gewesen, das Game wäre noch dieses Jahr erschienen (aber gut Ding will Weile haben, also insofern geht März 2012 noch), denn dann hätte ich die in einer Woche endenden zwei freien Monate nutzen können, um nochmal ME 1 und 2 durchzuspielen.
    Aber so werde ich noch bis Herbst/Winter warten …

  4. Lukas Huda says:

    Also ich habe „Game of Thrones“ als HBO-Serie angefangen, als es dieses Jahr im Mai losging und war sofort gefesselt. Abgesehen davon, dass die Serie einfach brilliant umgesetzt und generell gemacht ist, hab ich mir auch sofort die ersten 4 Romane gekauft und angefangen parallel zu lesen, hab bisher allerdings nur den ersten durch, da ich in den letzten Wochen wenig zum lesen gekommen bin. Und bisher bin ich nur begeistert – so viel Tiefe und Hintergründigkeit hab ich selten irgendwo erlebt. Und auch der Schreibstil ist mal wirklich wieder ein sehr guter (also im englischen Original, die deutsche Fassung kann ich jetzt nicht beurteilen, nur: sie ist doppelt so lang was Seiten angeht).
    Mass Effect mach ich vllt. gegen Ende des Jahres mal, mal sehen. Gibt noch so viele Bücher, die ich lesen will 😛

  5. Lichtschwert says:

    Na, vor Mass Effect 3 solltest du sie aber noch reinschieben können. Sie können zwar bestimmt nicht mit den von dir so gelobten Romanen mithalten, aber auf denen prangt kein „Mass Effect“-Logo. 😉
    Übrigens: mein nächstes Buch wird „Millionär“ sein und handelt (vermutlich! Habe nur den Klappentext und vereinzelt Absätze der ersten Seiten gelesen) von einer 08/15-Kitschstory, dafür aber mit einem unwahrscheinlich sympathischen Nerd-Besserwisser-Perfektionisten-Möchtegern-Weltverbesser-Hauptcharakter. Also wie ich! 😀

  6. Lukas Huda says:

    „sympathischer Nerd-Besserwisser-Perfektionisten-Möchtegern-Weltverbesser“
    Hm… trifft auf mich auch ziemlich gut, zum ehrlich zu sein. Von daher: viel Spaß 😀

    Und ja, irgendwie passen sie sicher noch dazwischen. Mal schauen 😉

  7. Lichtschwert says:

    Danke.
    Ich denke, der Charakter könnte auch ganz gut in den Nerdclub von TBBT passen. Wobei all diese Vermutungen zu dem Typen auf dem Wissen basieren, das ich mir durch ein paar Absätze angeeignet habe. Kann also auch sein, dass ich mich irre – aber ehrlich gesagt: wann passiert das schon? 😉 😛

  8. Wienerschnitzel says:

    ich glaube auf mich trifft nur „Nerd-Besserwisser“ zu 😀

    Bin grad auf der Suche nach neuen Bücher, werd mir jetzt dank euch ziemlich sicher „A Song of Ice and Fire “ zulegen.

  9. Lukas Huda says:

    Oh, na dann wünsch ich dabei viel Spaß und hoffe, dass es dir gefällt 😀
    Die Serie kann ich wiegesagt nur wärmstens empfehlen, hat mich echt umgehauen. Und solange man halbwegs gut Englisch versteht (und britischen/schottischen Akzenten nicht abgeneigt ist 😀 ), ist das auch für Deutschsprachige angenehm zu gucken. Selbiges gilt auch für die Originalversionen der Bücher, welche du durchaus in Betracht ziehen solltest – in Deutschland ist jeder Band in 2 Teile aufgesplittet und kostet schon alleine so viel, wie die ersten 4 Bücher auf Englisch im Paket zusammen :/

    @Schwert: Du irrst dich auch nie? Willkommen im Club 😀

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