Transformers: Die Rache

Zwei Jahre nach dem Sieg gegen Megatron haben sich die Autobots mittlerweile mit den Menschen, darunter auch Lennox und Epps, verbündet und arbeiten nunmehr in einem geheimen Einsatzkommando namens NEST zusammen, die dem Oberkommando der US-Streitkräfte untersteht, jedoch auch Soldaten aus anderen Ländern beteiligt. Offiziell hält die US-Regierung die Existenz der Transformers nach wie vor geheim.
NEST spürt in Shanghai die beiden Decepticons Demolishor und Sideways auf und vernichtet diese. Kurz bevor er von Optimus Prime getötet wird, gibt Demolishor noch den kryptischen Hinweis, dass Fallen wieder auferstehen wird … (Quelle: Wikipedia.de)

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Michael Bay schickt seine Transformers ein zweites Mal in den Kampf, der – zwei Jahre nach der Premiere des ersten Teils – selbstverständlich mit weitaus bombastischeren Effekten aufwartet und die in Transformers gebotene Action um Längen überbietet. Auch wenn beide Teile aus dem gleichen Holz geschnitzt sind, erkennt man in Teil 2 einige Veränderungen gegenüber seines Vorgängers. Die Handlung, in Transformers noch auf die Vorstellung der diversen Autobots und Decepticons spezialisiert, setzt trotz ihres sehr geringen Anspruchs, dem selbst Kinder gerecht werden, Kenntnisse über Transformers voraus, konzentriert sich aber dennoch weitaus mehr auf die Kämpfe zwischen den verfeindeten Parteien und deren Hintergrundgeschichten.
Nun gehört die Handlung bei einem Film von Michael Bay nicht gerade zu den relevanten Themen, was man dem Film auch in jeder Sekunde anmerkt. Wer nicht allzu viele Details hinterfragt und mit den richtigen Erwartungen den Film sieht, wird auch nicht enttäuscht. Die Story erlaubt sich nicht viele Patzer und verfolgt eine einigermaßen logische und nachvollziehbare Linie. Dies macht die Handlung zwar zu keinem Pluspunkt des Films, allerdings dürfte der geneigte Cineast Schlimmeres gewohnt sein und bei den katastrophalen Kritiken Schlimmeres erwartet haben.

Was das Drehbuch im Vergleich zum Drehbuch von Transformers auszeichnet, ist die tiefer gehende Charakterausleuchtung der Roboter. Diese treten nicht nur in größerer Zahl auf, was dem Kampfgeschehen so manche Abwechslung bringt, sondern bieten mit dem Zwillingspaar Skids und Mudflap gute Unterhaltung und eine Auszeit zu der sonst so heroisch-patriotischen Grundeinstellung der restlichen Autobots. Auch die Tatsache, dass die Transformers ihre Seite wählen können, sowie Jetfires sympathischer Auftritt machen sie ein Stück menschlicher.
So sehr die Transformers im Film einen großen Stellenwert einnehmen, so mehr verkommen die menschlichen Darsteller zu nahezu austauschbaren Marionetten, die ohne die Unterstützung ihrer mechanischen Freunde kein Rätsel lösen, keinen Kampf überleben und nicht von A nach B gelangen können. Megan Fox als einen Grundpfeiler der Attraktivät des Films zu bezeichnen, ist – anders als noch in Transformers – ziemlich weit hergeholt, denn Transformers: Die Rache hüllt sich ausschließlich in schöne Dinge.

So lässt sich auf dem College, das Sam zu Beginn des Films besucht, kein einziger, nicht attraktiver Student finden – selbst die dortigen Computerfreaks sind gut aussehende Kerle mit stattlicher Statur, die sich im Kampf zu helfen wissen. Sogar die später aufgesuchte ägyptische Wüste wagt man kaum, als hässlich im Sinne von staubig und verdreckt zu bezeichnen.
Diese Anmut und die gleichermaßen faszinierenden Effekte, die ein wahrer Augenschmaus sind, machen die erste Hälfte des Films zu einem optischen Highlight. Das Auge kann sich an den Schönheiten und den beeindruckenden Transformationsprozessen der Autobots und Decepticons nicht sattsehen.
Jedoch haben diese Filmeigenschaften ihre Folgen. So kommt ab einer ungefähren Spielzeit von einer Stunde eine gewisse Überdrüssigkeit beim Zuschauer auf. Die Anzahl der gezeigten Effekte und sonstigen Schönheiten (ob menschlich oder technisch), die allein schon nur in die erste Stunde gepresst werden, würden für eine ganze Trilogie ausreichen. So erlischt allmählich der Glanz und die Faszination der Spezialeffekte – und man sehnt sich nach einer freien Minute, in der kein Transformers eine Waffe zückt, in der keine Hektik entsteht, in der – einfach gesagt – Ruhe herrscht.

Auch wenn Transformers: Die Rache im Vergleich zu Transformers zweifellos die beeindruckendere Action zu bieten hat, überschreitet der Film die Grenze der Erträglichkeit. In diesem Sinne gibt es stellenweise zu viel des Guten, was erst im finalen Kampf um Optimus Primes Wiederauferstehung und der darauffolgenden (Material-)Schlacht wieder zu alter Stärke aufsteigen kann und den Zuschauer in dessen Bann zu ziehen vermag.

Wie schon in Transformers, hat auch dieses Mal Steve Jablonsky die Musik zum Film komponiert, die zwar mit überwiegend bereits bekannten Themes und Melodien aufwartet, aber durch eine generell stärkere Präsenz im Film besticht – ein Pluspunkt, den man nicht unbedingt Jablonsky zu Gute halten kann, aber (vermutlich) dem Cutter, der Jablonskys Musik die Möglichkeit gibt, den Film durch seine musikalischen Stücke besser zu unterstützen.

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Würde man die Qualität von Transformers: Die Rache auf eine Aussage reduzieren, würde die folgende gut zutreffen:
der Film besitzt die Eigenschaften eines Kinotrailers in einer Überlänge von zweieinhalb Stunden – die beste der besten Action mit schnellen Schnitten zeigend und sich nicht in allzu viel Handlung verstrickend.

Mit Explosionen und Lichtreflektionen geht der Film sehr eigensinnig um, was gleichzeitig seine Stärke und Schwäche ist. Er verdient genauso wenig 5 Sterne wie 1 Stern, bewegt sich meist zwischen 2 und 4 Sternen, und muss sich letztendlich mit durchwachsenen 3 von 5 Sternen zurechtgeben.

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10 Responses to Transformers: Die Rache

  1. siver says:

    Jetfires Klagen über sein Alter („Verdammt, mir sitzt Rost im Arsch!“) fand ich einfach klasse ;). Die Zwillinge und dieser kleine RC – Truck, ich bin jetzt zu faul nach dem Namen zu suchen, kamen mir dagegen etwas übertrieben vor.

    Der Splitter des Allsparks blieb doch an Jetfire „hängen“, oder? Nur so zum allgemeinen Verständnis für mich.

  2. Owley says:

    „Transformers – Die Rache“? Echt??? Du darfst dir die Faust auswählen…!!! 😉

  3. Lichtschwert says:

    @ siver
    Och, den kleinen, fernsteuerbaren Transformer fand ich eigentlich ganz putzig.
    Ob der Splitter hängenblieb, weiß ich nicht. Da frag doch lieber den Transformers-Nerd, der nach dir kommentiert hat. 😉

    @ graval
    Hey, ich stehe nunmal zu meiner Muttersprache. 😛

  4. Lukas Huda says:

    Also… zu meiner Muttersprache stehe ich auch. Ich hab mich vor 2 Stunden noch mit ner Freundin darüber unterhalten, wie obermegaaffengeil (ja, Sprachen begeistern mich 😀 ) ich es finde, deutscher Muttersprachler zu sein, auch wenn ich die englische Sprache oft lieber Sprechen würde. Das hier soll jetzt aber nicht ausarten, von daher… *pssshhht*

    Was ich eigentlich sagen wollte: Deutsch – ja. Englisch – ja. Eingedeutschte pseudocoole Unter- und Nebentitel von Filmen, die nun mal aus englischsprachen Ländern kommen, ohne dabei zu vergessen, dass diese Titel oftmals besch-eiden klingen und noch öfter keinen Sinn ergeben – UAAAÄÄH OH GOTT NEIN. 😀
    Aber ich will da keinem was vorschreiben 🙂

  5. Lichtschwert says:

    Meines Erachtens ist „Die Rache“ ein guter Kompromiss. Eine völlige Übernahme des englischen Titels („Revenge of the Fallen“) würde nicht passen – und wie möchte man denn nun „Fallen“ übersetzten? Im Film wird er wie im Original gesprochen („Fallen“), aber dann müsste auch der Filmtitel „Die Rache des Fallen“ heißen – oder „Die Rache des Gefallenen“, was dann aber nicht mehr zum Film passen würde. Den Titel auf „Die Rache“ zu reduzieren, finde ich okay und trifft immer noch die Handlung des Films.

    Und ob man sich bei „Transformers: Die Rache“ für die englische oder deutsche Version entscheidet, dürfte bei diesem Film ziemlich Wurscht sein – bei der Dialogarmut.

  6. Owley says:

    Ich gebe dir bezüglich des „Fallen“ recht, WEIL NÄMLICH der Titel sehr gewollt doppeldeutig ist. The Fallen als Figur, The Fallen im Plural, die Gefallenen. Das geht auf deutsch nicht. „Die Rache“ ist trotzdem sehr doof, und angesichts des Titels von Teil 3 „TF3“ nur dumm. Bzw. umgekehrt.

  7. Lukas Huda says:

    Eben. Äh, zu irgendwas da oben. Aber im Kern des Problems hätte mein Vorschlag ja die beste Lösung, wie ich finde: den Titel einfach auf Englisch lassen. „Revenge of the Fallen“ klingt nicht nur viel besser, sondern generell richtig badass. Was zu so einem ja auch mal sein darf. Und das Bisschen Englisch kann sich wohl jeder übersetzen, zur Not mit Hilfe. Und wen es eh nicht interessiert, dem kann’s in der Tat egal sein 😛

  8. Lichtschwert says:

    Im Endeffekt finde ich, dass „Transformers 2“, auch in Hinsicht auf den dritten Teil, am Besten gepasst hätte. Oder man hätte den dritten Teil „Transformers: Im Schatten des Mondes“ und nicht „Transformers 3“ nennen können – ich weiß jetzt aber nicht, ob das inhaltlich noch passt, da ich den Film nicht gesehen habe.
    „Revenge of the Fallen“ wäre – meines Erachtens – nicht so toll, da dann auch irgendwie die dritte Star-Wars-Episode nicht „Die Rache der Sith“ sondern „Revenge of the Sith“ hätte heißen müssen. Oder so. Naja.
    Noch mehr verbockt hat es aber dennoch Jurassic Park; in dieser Trilogie heißen die Filme „Jurassic Park“, „Vergessene Welt: Jurassic Park“ und „Jurassic Park III“. Bei Transformers ist der Haupttitel zumindest immer am Anfang und wird nicht zwischendurch mal am Schluss des Titels erwähnt.

  9. siver says:

    @Lichtschwert:
    „Och, den kleinen, fernsteuerbaren Transformer fand ich eigentlich ganz putzig.“

    Naja, okay. Er rammelt ja auch Megan Fox‘ Bein ;).

  10. Lichtschwert says:

    Beneidenswert, was? 😉

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