Star Wars: The Clone Wars – Die Zitadelle

Die Zitadelle ist die 18. Folge der 22-teiligen dritten Staffel der Animationsserie Star Wars: The Clone Wars.

Auf dem Rückweg von einer gefährlichen Mission in den Äußeren Randgebieten wird Jedi-Meister Even Piell gefangen genommen. Da er wichtige Informationen über einen geheimen Hyperraumweg besitzt, haben ihn die Truppen der Separatisten am Leben gelassen. Um Piell aus dem tödlichen Gefängnis, der Zitadelle, zu befreien, begeben sich die Jedi auf geheime Mission, doch bisher ist es noch nie gelungen, aus der Zitadelle zu entfliehen … (Quelle: StarWars-Union.de)

Quelle: StarWars-Union.de

Die Folge Die Zitadelle beginnt mit einer größeren Raumschlacht zwischen den verfeindeten Parteien Republik und Separatisten, die wieder einmal lediglich in abgespeckter Kurzform im „Wochenrückblick“ erzählt wird. Dadurch machen sich die Macher um Dave Filoni & Co. erneut eine Chance um eine sicherlich nicht uninteressante Schlachtengeschichte (wie konnte ein erfahrener Jedi-Meister wie Even Piell eine Schlacht verlieren?) kaputt, was in meinen Augen sehr schade ist, da die Entwickler dadurch auf sehr mystische und gewagte Geschichten wie die um Mortis zurückgreifen „müssen“, wobei die Serie The Clone Wars mit dem Erzählen eben jener Schlachtengeschichten eher ihren Zweck erfüllen würde.

Sei’s drum, die Szenen nach dem Wochenrückblick sind recht gut gelungen. Die Vorbereitung der Protagonisten auf den Einsatz in der Zitadelle wird ausreichend vorbereitet; das Einfrieren in Karbonit sowie der spätere Auftritt Captain Tarkins sind gern gesehene Verknüpfungen zu den alten Filmen. Auch die Tatsache, dass sich zu den „Befreiern“ Plo Koon gesellt, begrüße ich sehr, da das Dreier-Team Ahsoka, Anakin und Obi-Wan vor allem in den letzten Folgen schon genügend Auftritte hatte und mit Plo Koon eine erwünschte Abwechslung in der Teamkonstellanz erhält.

Zu späterer Folgenzeit sterben zwei Klonkrieger auf mehr oder weniger unangenehme Weise, was der Zuschauer aber nicht sieht. Ob für diese Schnitte bereits die Entwickler zuständig waren oder wieder einmal Cartoon Network diese Änderung gefordert hat und Kabel Eins diese einfach übernommen hat oder ob diese Änderung ganz auf dem Mist von Kabel Eins gewachsen ist, weiß ich nicht. Jedoch sollten sich die Macher nun bitte endlich entscheiden, ob sie eine Kriegsserie mit oder ohne „unangenehmen“ Toden zeigt – und diese Entscheidung auch auf die Sendezeiten und FSK-Einstufungen Einfluss nehmen lassen.

Was gegen die besagte Entscheidung zur Darstellung des harten Kriegsalltags spricht, sind die recht primitiven Szenen wie die der Kletterpassagen, die dann wohl doch eher die Zielgruppe einer seichteren Darstellung des Kriegsalltags anspricht – nämlich die Kinder. Wie bestens ausgebildete Soldaten auf die Idee kommen, eine solch steile Wand ohne jedwede Sicherung (vielleicht durch Seile, die die Kletterer miteinander verbinden?) zu erstürmen, bleibt mir ein Rätsel. Es gesellt sich zu den vielen Momenten, in denen die Klone in The Clone Wars eine Dummheit begangen haben und sie diese mit ihrem Leben bezahlen mussten.

Ebenso wohl eher an die jüngere Zielgruppe gerichtet ist der absolut viel zu leicht gelungene Ausbruch aus der Zitadelle. Das Gefängnis gilt quasi als Guantanamo Bay für Jedi-Ritter und sollte selbst für alt-eingesottene Kriegsveteranen/Jedi-Ritter als Herausforderung angesehen werden. Der Ausbruch wurde durch die simple Platzierung einiger Bomben auf einer Ebene ermöglicht, was die ganze Zitadelle ins Chaos stürzt und die Protagonisten zur Flucht verleitet. Die meisten anderen Gefängnisse dürften bessere Sicherheitsvorkehrungen haben, zumal sich der Überraschungseffekt bei so manch einer Sicherheitsvorkehrung sehr zurückhält. Der Einsatz von Magnetismus und Elektroschockern an Decken gehört zu den wenigen, kreativen Einfällen der Entwickler für die Zitadelle.
Der Sicherheitschef verlässt zur ungünstigsten Zeit seine offenbar sichere Zentrale, um sich – mit eigener Eskorte – auf eigene Faust auf die Suche nach den Einbrechern/Flüchtenden zu machen. Diese Dummheit kann ihm das Leben kosten – wenn ich mich nicht irre, war er sogar auf der am Ende durch die Bomben zerstörten Ebene, doch ein Vorschauvideo zeigt, dass er die Explosionen wohl überlebt hat.

Quelle: StarWars-Union.de

Das alles liest sich jetzt vermutlich schlimmer, als Die Zitadelle in Wirklichkeit ist. Doch wer auf verspielt-kreative, unterhaltsame und kurzweilige Verfolgungsjagden und Ausbruchskämpfe hofft, wird enttäuscht und lediglich mit einer durchgängigen Mittelmäßigkeit entschädigt.
3 von 5 Sternen. Da geht sicherlich noch mehr.

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2 Responses to Star Wars: The Clone Wars – Die Zitadelle

  1. Joonogor says:

    Die Auftaktfolgen der Dreier-Folgen sind ja oft recht lau, vermutlich, weil erst einmal die Situation und Charaktere etabliert werden sollten. Wenn ich jedoch an die Story mit der Malevolence aus der ersten Staffel zurückdenke, dann werde ich etwas wehmütig. Die hatte mich direkt mit dem ersten Teil gefesselt.
    Ich bin einfach mal auf die Fortsetzungen gespannt und voller Hoffnungen, was den abschließenden Storybogen „Padawan Lost“ der dritten Staffel angeht.
    Übrigens: Eine sehr treffende Zusammenfassung/ Kritik

  2. Lichtschwert says:

    Hallo Joonogor und herzlich Willkommen auf Lichtschwert’s Blog.
    Die Malevolence-Trilogie aus der ersten Staffel hatte tatsächlich etwas, wenn man so zurückblickt. Meines Erachtens lag es an der Malevolence, einer der wenigen guten und kreativen Einfälle der TCW-Macher, die mit diesem Megaschiff praktisch einen Miniatur-Todesstern erschaffen haben.

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