Star Wars: The Clone Wars – Vergessene Zukunft

Vergessene Zukunft ist die 17. Folge der 22-teiligen dritten Staffel der Animationsserie Star Wars: The Clone Wars.

Obi-Wan, Anakin und Ahsoka sitzen auf dem Planeten Mortis fest. Die drei sind zwischen die Fronten von Gut und Böse geraten. Der Sohn versucht, Anakin auf seine Seite zu ziehen und zeigt ihm Bilder aus seiner dunklen Zukunft. Anakin muss sich die Frage stellen, wer er wirklich ist … (Quelle: StarWars-Union.de)

Quelle: StarWars-Union.de

Mit Vergessene Zukunft endet die Mortis-Trilogie und erhält durch ihr Finale ein wesentlich besseres Gesamtbild als es die erste(n beiden) Folge(n) vermittelt hat/haben. So ist die Inszenierung von Vergessene Zukunft größten Teils makellos; man lässt sich viel Zeit, die Geschichte zu Ende zu erzählen. Der zu Beginn entstehende Konflikt zwischen Anakin und Obi-Wan bekommt durch die ihm zugeteilte Zeit die nötige Bedeutung, resultiert aus ihm letztendlich eine Katastrophe.

Die Darbietung der Geschehnisse ist überraschenderweise so überragend, dass Vergessene Zukunft in meinen Augen zu den besten Folgen der bisherigen Serie zählt. Meine Erwartungen waren wegen des Vorschauclips, der eine von Anakins Zukunftsvisionen gezeigt hat, sehr niedrig – zu Unrecht, wie sich am Ende herausgestellt hat, denn Anakins Zukunftsvision ist toll gemacht und passt dank des Gedächtnisverlusts, eingeführt durch den Vater, noch in die Kontinuität der Saga. Die Folge erhielt deswegen den Titel Vergessene Zukunft.

Der Tragödie, der Obi-Wan, Anakin und Ahsoka (Letztere verbringt übrigens fast die ganze Zeit beim Schiff, um es zu reparieren, wobei Anakin für diese Tätigkeit wohl geeigneter gewesen wäre) ausgeliefert sind, ist man sich jeder Zeit bewusst. Die Kulissen sind überwiegend düster und im Mustafar-Stil á la Episode III – Die Rache der Sith gehalten, visuell kommt Vergessene Zukunft also recht nah an den letzten Star Wars-Kinoblockbuster heran.

Die Dialoge in dieser Serienepisode sind verhältnismäßig gut; des Vaters Zeilen sind gut formuliert („Und ich – ich weine um jeden einzelnen Moment“) und passen zu seiner Mimik, die in Vergessene Zukunft nicht mehr ganz so steif wirkt wie in Wächter der Macht und Der Altar von Mortis.

Doch wie auch die Vorgängerfolgen, kupfert auch Vergessene Zukunft so manches von bekannten Filmvorlagen ab. So zum Beispeil das Grab der Tochter, das sehr stark an das Grab Dumbledors aus den letzten Harry Potter-Filmen/-Büchern erinnert. Ebenso bewahrt der Vater dort auch den Gegenstand auf, der dem Sohn Einhalt gebieten kann: den Dolch, stellvertretend für den Elderstab, den mächtigsten Zauberstab aus der Harry Potter-Welt. Wie auch in der inoffiziellen Vorlage dringt der Böse in das Grab ein und stiehlt diesen Gegenstand, um ihn für seine Zwecke zu missbrauchen.

Mir noch nicht ganz verständlich ist die Tatsache, dass die Macht des Sohnes durch den Vater fließt – und dass dieser im Finale Selbstmord begeht, um die Macht des Sohnes zu verkleinern. Die Tatsache muss dem Sohn bewusst gewesen sein; doch wieso versucht er dann in Der Altar von Mortis, den Tod seines Vaters zu beschleunigen? Dies hätte schließlich einen noch schnelleren Machtverlust des Sohnes zur Folge gehabt.

Quelle: StarWars-Union.de

Die Mortis-Trilogie endet besser als sie begonnen hat, auch wenn die Ankunft der drei Helden in die normale Galaxis verbesserungswürdig ist. Die oben genannten Kritikpunkte sind minimal und können kaum den guten Eindruck der Inszenierung mindern, weshalb Vergessene Zukunft knappe 5 von 5 Sternen erhält.
Es bleibt lediglich zu hoffen, dass die Mortis-Trilogie in den nächsten Staffeln nicht unerwähnt bzw. nicht unbehandelt bleibt. Inwiefern man die Geschichte in weiteren Folgen wiederverwerten kann, dürfte schwer werden. Sollten die Charaktere nach den Ereignissen auf Mortis jedoch „unberüht“ bleiben, wäre die Mortis-Trilogie wie ein nicht passendes Puzzlestück in The Clone Wars und damit in der gesamten Sternensaga.

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2 Responses to Star Wars: The Clone Wars – Vergessene Zukunft

  1. graval says:

    Wir sind einer Meinung, und doch nicht. Und ich hatte Recht. Aber eins nach dem andern.

    Teil 3 von Mortis ist der beste, da stimme ich dir zu. Man ist fast versucht, zu sagen, der am wenigsten schlechte. Aber dafür ist die ganze Episode III-Anspielung zu gut. Eine der besten Szenen von TCW. Was eigentlich schade ist, wenn man bedenkt, dass sie EIGENTLICH aus EP III stammt. So ein bisschen.

    Mortis sollte unerwähnt bleiben, finde ich aber. Hat ja Filoni afaik auch angekündigt, oder? Ich finde nämlich Mortis im Grossen und Ganzen nicht gut. Mir gefällt dieses Besser-Als-Jedi-Gehabe nicht sehr, und eigentlich müsste das Ganze ja die Galaxis in ihren Grundfesten erschüttern. Was es aber nicht tut, die Kerls hocken einfach auf dem Planeten-Dreieck-Dingsbums und warten bis was passiert. Da war mir zu viel Mystisches und Unerklärbares, weshalb ich es besser fände, wenn man Mortis ganz schnell vergessen würde. Wie Anakin eben. 😉

    Sowieso gefällt mir dieses „To Infinity And Beyond“-Gehabe von LucasFilm/Arts/Animation nicht so. Es muss ein noch schlimmerer Sith-Lord sein, ein noch grösserer Krieg, eine noch grössere Katastrophe, eine noch verheerendere Schlachtstation und eben – eine noch grössere Machtquelle. Und damit machen sie Star Wars ein bisschen zu sehr runter. Darum mag ich Mortis nicht so.

    Und ich hatte Recht, als ich sagte, dir würde Mortis sicher gefallen. Also teilweise ein bisschen. 😉

  2. Lichtschwert says:

    Was Dave Filoni genau gesagt hat, weiß ich nicht, ich weiß nur, dass die Mortis-Trilogie inszenierungstechnisch der Grundstein für die nächsten beiden Staffeln sein soll.

    Zu dem Rest kann man nur sagen, dass man nichts dazu sagen kann. 😕 😛

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