Tatort: Herrenabend

Der Mord an einem Geschäftsmann mit dem Namen Arno Berger gibt Kommissar Thiel Rätsel auf. Am Tatort stellt man Fingerabdrücke fest, welche zum Spitzenpolitiker und ehemaligen Staatssekretär im Wirtschaftsministerium Rüdiger Klarbach gehören. Dies kann aber gar nicht sein. Der Mann war schon vor eineinhalb Jahren bei einem Brand in einem Haus in Südafrika ums Leben gekommen. Es war Prof. Boerne selbst, der damals den Totenschein ausgestellt hatte … (Quelle: Tatort-Fans.de)

Quelle: Tatort-Fans.de

Herrenabend ist mein zweiter Tatort und – wie schon mein erster gesehener Tatort – mit dem Ermittlerteam Boerne (Jan-Josef Liefers) und Thiel (Axel Prahl). Zu der Vorfreude auf einen weiteren, unterhaltsamen Krimi mit dem Hauptdarstellergespann gesellten sich durchwachsene Vorabkritiken, die meine Euphorie in leichte Skepsis wandelten.

In diesen Kritiken war unter anderem von bestenfalls mittelprächtigen Nebenschauspielern die Rede sowie von einem zu diesem Fall unpassenden Vater Thiel (Claus D. Clausnitzer). Leider treffen diese Kritiken exakt auf die Folge zu, denn Nebencharaktere wie die vermeintliche Witwe haben einen störenden Einfluss auf die Erzählweise, ebenso wie deren Nebengeschichten, die Herrenabend mehr zu einem Drama als zu einem Krimi machen.
Anfangs noch interessant, entwickelt sich das Geheimnis um Boernes versiegelten Koffer zu einer nervenden Randhandlung, deren Auflösung am Ende die ganze Geheimnistuerei nicht wirklich wert macht.

Selbst die für das Ermittlerduo offenbar berühmten Gags und Kappeleien können diese Unstimmigkeiten nicht ausbügeln, kommt der Humor im Vergleich zu Spargelzeit doch wesentlich kürzer. Die meisten Gags zünden zwar, doch können sie in dieser geringen Anzahl die vielen Schwächen des Tatorts nicht ausgleichen.

Zu der Frage, die ich mir während des Betrachtens oft gestellt habe, von wem denn im Moment eigentlich die Rede sei, gesellt sich eine holprige Inszenierung mit vielen Kontinuitätsfehlern und einer unsicheren Kameraführung. Des Weiteren grenzt es an Unkreativität der Drehbuchautoren, zufälligerweise bei Prof. Boerne eine Abgeordnete des Finanzministeriums vorbeizuschicken, handelt es sich bei dem gesamten Verfahren um eine Steuerhinterziehung in Millionenhöhe. Die genannte Abgeordnete kommt dem Ermittlerduo dabei freundlicherweise zu Hilfe, ebenso Vater Thiel, der einen Kurzurlaub in Bulgarien unternimmt und zwischendurch in besagtem Land Ermittlungen über fragwürdige bulgarische Unternehmen durchführen kann.

Quelle: Tatort-Fans.de

Was bleibt, ist ein unspannender, mehr schlecht als recht inszenierter Krimi mit guten Haupt-, aber enttäuschenden Nebendarstellern mit ihren nervenden Rollen. Die Geschichte handelt nicht von der Suche nach einem Täter, sondern eher nach dem Fehler, den Prof. Boerne vor Monaten unternommen zu haben scheint. Auf eine mögliche Fortsetzung, die sich die Macher offen gehalten haben, möchte man eigentlich nicht hoffen.
Schwache 2 von 5 Sternen.

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2 Responses to Tatort: Herrenabend

  1. Sascha says:

    Danke für die Bewertung, ich dachte schon ich bin der einzige der neben der holprigen handlung die schlechte Kamera wahrgenommen hat. Auch der Schnitt und die farbkorrekturen sind in diesem Tatort lausig.
    Ich bin ein großer Münster Tatort Fan, aber was sie da visuell diesmal abgeliefert haben grenzt schon an erstes Jahr filmschule.

  2. Lichtschwert says:

    „aber was sie da visuell diesmal abgeliefert haben grenzt schon an erstes Jahr filmschule“
    … die ich gerade besuche, danke. 😉 Genauer gesagt, erstes Jahr Berufsschule, Ausbildung Mediengestaltung Bild & Ton. Aber okay. 😛
    Schön, dass wir zwei gleicher Meinung sind.

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