Star Wars: The Clone Wars – Wächter der Macht

Wächter der Macht ist die 15. Folge der 22-teiligen dritten Staffel der Animationsserie Star Wars: The Clone Wars.

Eine geheimnisvolle Kraft zieht Anakin, Obi-Wan und Ahsoka zu einem weit entfernten Planeten. Auf Mortis erfährt Anakin von seinem Schicksal: er soll für Gleichgewicht zwischen der hellen und der dunklen Seite sorgen … (Quelle: StarWars-Union.de)

Quelle: StarWars-Union.de

Die Mortis-Trilogie soll einen Grundstein legen, wie es mit der Serie The Clone Wars in Zukunft weiter gehen soll. Sowohl animationstechnisch als auch der Stil der Inszenierung machen die Trilogie in den Augen der Entwickler kinoreif, womit sie die Trilogie quasi auf ein Level mit den Kinoepisoden stufen. Leider muss man sagen, dass sich nicht nur in die Savage-Opress-Trilogie sondern auch in die erste Mortis-Folge, Wächter der Macht, Inszenierungsschwächen eingeschlichen haben, von denen ich gehofft hatte, dass die Macher um Dave Filoni diese endlich ausgemerzt hätten. Die Rede ist unter anderem von einer zu schnellen Erzählweise.

Anakin, Obi-Wan und Ahsoka werden unter mysteriösen Umständen in ein fliegendes, ca. Sternzerstörer-großes Etwas gezogen, das aus zwei, sich mit den Basen gegenüberliegenden Pyramiden besteht und im Inneren wohl etwas wie einen Planeten, genannt Mortis, in sich trägt. Dieser Planet erinnert sehr stark an den Planeten Pandora aus James Camerons Avatar oder an die Welt aus der Zeichentrickserie Die Drachenjäger, in denen es – wie auf Mortis – fliegende Felsen gibt. Jedoch kommt The Clone Wars nicht einmal ansatzweise an die Qualität der Computertrickanimationen aus Avatar heran, was unter Berücksichtigung des zur Verfügung stehenden Budgets zwar verständlich ist. Umso enttäuschender ist, dass die Animationen aber nicht nur nicht an Avatar heranreichen sondern auch unterste Stufe einer Fernsehanimation sind und wie aus einem billigen Computerspiel kopiert zu sein scheinen.
Zwar haben sich die Entwickler bei Details, die bei Nahaufnahmen zu sehen sind, Mühe gegeben, wie etwa bei Anakins, Obi-Wans und Ahsokas erstem Rundgang durch Mortis, als sie auf die Schwester treffen; doch bei jeder Großaufnahme sieht man entweder die genannten Computerspielanimationen, viel zu glatte Oberflächen (wie etwa in der Arena) oder schlicht und ergreifend leere, dafür aber überdimensionierte Räume (die Klosterhalle).

Doch zurück zur Inszenierung. Bei der hapert es an allen Ecken und Kanten, so ist der gesamte Handlungsablauf viel zu schnell geraten. Für eine fesselnde Mythik bleibt da wenig Zeit.
Zudem sind in meinen Augen die Grundzüge der neuen Charaktere von Grund auf misslungen. Der Vater trägt zwar die Dunkle und die Helle Seite in sich, jedoch fehlt ihm die Weisheit, die man einem so alten Mann zutraut. Der Schwester, der Verkörperung der Hellen Seite, fehlt es an Gutmütigkeit (man beachte, wie sie zu Beginn die drei Neuankömmling regelrecht angiftet), und dem Bruder wird gar nicht erst die Möglichkeit gelassen, seinen Charakter vollends auszulegen.

Zu diesen neuen Charakteren sind zwei neue Alte und eine alte Neue hinzugekommen: Shmi Skywalker, Qui-Gon Jinn und Ahsokas älteres Ich haben in Wächter der Macht ihren Auftritt. Leider kommen auch diese zeitlich viel zu kurz, was zur Folge hat, dass Obi-Wan während seines vermutlich ersten Kontakts mit seinem verstorbenen Meister zu keiner richtigen Meister-Schüler-Konversation kommen kann. So beginnt Qui-Gon das Gespräch nicht etwa mit einer Begrüßung sondern mit einem schlichten „Hast du ihn ausgebildet?“ (eine Frage, die er sich als Machtgeist eigentlich selbst beantworten kann, vorausgesetzt, er kann mit seinem Bewusstsein die Geschehnisse in der Galaxis noch wahrnehmen). Bevor Obi-Wan überhaupt richtig realisieren kann, wer oder was vor ihm in der Höhle steht, ist der Macht-Qui-Gon auch schon wieder verschwunden. So ähnlich handelt es sich auch bei Anakin und seiner Mutter Shmi ab.

Quelle: StarWars-Union.de

Das Finale der Episode will eigentlich nicht wirklich dazugehören, wenn man sich der Tatsache bewusst ist, dass noch zwei weitere Mortis-Episoden folgen werden. Auch die Frage um die Prophezeiung des Auserwählten wird hier weder vertieft, noch ausgeweitet, eher stellt man sich die Frage, weshalb Anakin die Rolle des Auserwählten einnimmt und nicht etwa der Vater, der – wie Anakin – sowohl die Helle als auch die Dunkle Seite in sich trägt, beide kontrollieren sowie ausbalancieren kann.

Mortis will die Protagonisten und die Zuschauer verwirren. Das hat es auch geschafft, was aber nicht positiv gemeint ist, da es mehr Fragen aufwirft als es vermutlich wollte. Die schlichte Frage, ob Anakin der Auserwählte ist oder nicht (was eigentlich schon durch Episode I und II bekannt war), wird durch einen simplen Versuch bewiesen, der für das Ausmaß der Prophezeiung eigentlich viel zu Un-Gigantonomisch ist.

2,5 von 5 Sternen.

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