Hero

Vor 2.000 Jahren war China in sieben Königreiche geteilt. Jahrelang kämpften diese Reiche um die Vorherrschaft. Besonders der König von Qin verfolgte mit unvorstellbarer Grausamkeit das Ziel, alle Königreiche unter seiner Herrschaft zu vereinigen. Über die Attentäter, die ausgeschickt wurden, um den König von Qin zu töten, sind viele Geschichten überliefert.
Dies ist eine der Legenden …

Quelle: PhotoBucket.com

Bereits vor ein paar Jahren habe ich mich an Hero herangewagt. In den Filmbeschreibungen war von grandiosen Schwertkämpfen die Rede, was einen kleinen Jungen wie mich damals natürlich aufhorchen lässt. Wie sich jedoch nach wenigen Minuten herausstellte, konnte ich dem Film nicht viel abgewinnen. Zu übertrieben waren die Kämpfe, zu stark der Symbolismus, von der für mich damals verworrenen Story ganz zu schweigen.

Nun habe ich dem Film, der übrigens meinen ersten Martial-Arts-Film (vorausgesetzt, man zählt Kung Fu Panda nicht zu diesem Genre) darstellt, eine zweite Chance gegeben. Was hat sich seit der Erstsichtung bezüglich meines Filmverständnisses geändert? Die Kämpfe sind in meinen Augen noch immer übertrieben unrealistisch; jedoch erkenne ich die Kunst der phänomenalen Umsetzung der Schwertkämpfe. In einem Internetforum habe ich gelesen, dass die Kämpfe aus Hero zwar in den Augen der meisten Zuschauer unrealistisch seien, doch sie seien eine perfekt ausgeführte Kunst. Die Kunst des Schwertkampfes als auch die Kunst, etwas so offenbar Unrealistisches trotzdem so atemberaubend in Szene zu setzen.

Die Schwertkämpfe bleiben aber trotz der makellosen Inszenierung sehr gewöhnungsbedürftig, wie auch die Musik von Tan Dun und die schauspielerischen Leistungen der Hauptdarsteller. Einzig und allein der König (Chen Daoming) und Zerbrochenes Schwert (Tony Leung Chiu Wai) hauchen den Gesichtern ihrer Charaktere Leben ein; neben ihnen sieht Jet Li wie eine Maske aus.

Doch werden im Prinzip alle gewöhnungsbedürftigen ergo negativen Faktoren ausgeglichen durch die sorgfältig erzählte Geschichte, die immer wieder ergänzt, erweitert oder von grundauf neu strukturiert wird. Der Namenlose (Jet Li) erzählt dem König eine Geschichte, die im Prinzip eine Lüge ist, die der König aber stellenweise erkennt und seiner Meinung nach wahrheitsgemäß neu erzählt. Doch auch diese Version der Geschichte ist lückenhaft bzw. beruht auf Unwahrheiten, weshalb die wahre Geschichte erst nach Beharren des Königs richtig vom Namenlosen erzählt wird.
Bis es soweit kommt, sterben die Hauptcharaktere ziemlich oft, jedes Mal auf andere Art und Weise unter unterschiedlichen Bedingungen und aus verschiedenen Gründen. Das verleiht ihnen trotz der stellenweise sehr trockenenen schauspielerischen Leistungen ihrer Darsteller eine besondere Tiefe. Zudem bekommen die Attentäter untereinander Streitereien über ihre Einstellung dem Kaiser gegenüber. Warum dieser gestürzt werden sollte oder warum nicht, erfährt man erst am Schluss – ebenso, für welche Seite sich der neutrale Namenlose letztendlich entscheiden wird. Bis dahin fiebert man der Auflösung dieser komplexen, aber verständlichen sowie durch und durch fesselnden Geschichte entgegen – und wird am Ende genauso überrascht wie während des gesamten Films.

Quelle: PhotoBucket.com

Hero bietet eine Bildgewaltigkeit, die für High Definition und die dritte Dimension wie geschaffen ist. Auch wenn ich den Film lediglich in digitaler TV-Qualität genießen durfte, würde ich jedem sehr gerne die Blu-ray des Films ans Herz legen, wenn diese nicht eine so offenbar schlechte HD-Konvertierung mit sich bringen würde. Sollte der Film aber jemals 3D-konvertiert neu ins Kino kommen, was bei Filmen Mode zu werden scheint, kann ich jedem einen Kinobesuch empfehlen, der von übermäßig-überdrehten, wenn auch perfekt durchchoreographierten Kampfeinlagen nicht allzu stark abgeschreckt wird, viel von Inszenierung hält und bei einer bis zum Schluss spannenden Handlung, die von den oben genannten Kämpfen noch die nötige Portion Action eingehaucht bekommt, schon Vorfreudengänsehaut bekommt.

5 von 5 Sternen.

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4 Responses to Hero

  1. graval says:

    Klingt klasse, ich konnte mir vom Film bisher noch kein Bild machen. Da ich mich je länger, je mehr in die Weiten des asiatischen Films begebe und begeben möchte, kommt der Film sicher in Bälde auch noch zum Zug. 🙂

  2. Lichtschwert says:

    Achso, deshalb der Wunsch nach Hero. War schon total überrascht, dass du als Inception- und TCW-Fan dich nicht für den Inception-Soundtrack oder TCW entschieden hast.
    Hero ist ja auch mein Einstieg in die Martial-Arts-/Asiatischen Filme, auch wenn es vorerst dabei bleiben wird. Er macht aber Lust auf mehr.

  3. graval says:

    Ich habe mich eigentlich gerade deswegen dafür entschieden, weil ich wusste, dass du das andere erwarten würdest. 😉 Und eben, weil mich asiatischer Film je länger, je mehr interessiert. 🙂

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