Star Wars: The Clone Wars – Hexen des Nebels

Hexen des Nebels ist die 14. Folge der 22-teiligen dritten Staffel der Animationsserie Star Wars: The Clone Wars.

Mysteriöse Todesfälle halten den Rat der Jedi in Atem. Anakin und Obi-Wan erhalten den Auftrag, den brutalen Mörder zu finden und auszuschalten. Noch ahnt niemand, dass Savage Opress die Bildfläche betreten hat … (Quelle: StarWars-Union.de)

Quelle: StarWars-Union.de

Eigentlich könnte ich mich ja wiederholen und meine Kritik zu Hexen des Nebels mit Phrasen über verschenktes Potenzial beginnen, über die von Zeit zu Zeit auftretende Talentfreiheit der Entwickler philosophieren, und Savage Opress als misslungenen Darth-Maul-Abklatsch bezeichnen. Doch das werde ich nicht tun. Bis auf den letzten Punkt. Der soll hier zu Beginn nämlich nicht ganz unerwähnt bleiben, ist die Ähnlichkeit zwischen Darth Maul und Savage Opress doch ein wichtiger Grund, weshalb die Savage-Opress-Trilogie in The Clone Wars in meinen Augen absolut misslungen ist.
Natürlich haben die Entwickler die Ähnlichkeit der beiden Brüder beabsichtigt, doch hätte ein Doppellichtschwert bei Savage Opress nicht wirklich sein müssen. Ein Zweihandschwert oder zwei einzelne Schwerter hätten sicherlich auch gut gepasst.
Zwar bekommt Darth Maul, der ja eigentlich bekanntlich verstorben ist, gegen Ende hin noch einen denkwürdigen Auftritt, in dem er – trotz der zahlreichen kopierten Eigenschaften – unverkennbar als der „bessere“ der beiden Brüder dargestellt wird, doch ein Doppellichtschwert für Savage Opress ist definitiv unkreativ.

Kommen wir nun zu einer Person, die mir trotz (oder vielleicht auch wegen?) ihrer wenigen Serienauftritte ans Herz gewachsen ist: König Katuunko, Herrscher der Toydarianer. Dieser hat in der deutschen Fassung nicht nur eine sympathische Synchronstimme verliehen bekommen, sondern von den Entwicklern auch einen guten Charakter, der Pro und Contra der beiden Kriegsseiten Republik und Konföderation abgewogen (und sich letztendlich zu Gunsten der Republik entschieden hat), sondern sich auch für seine Verbündeten eingesetzt hat. Seine unvorteilhafte Körperform tat seiner Freundlichkeit keinen Abbruch, standen für ihn die Loyalität zu seinem Volk und Hilfsbereitschaft an erster Stelle. Kurz um: man hätte kein passenderes Opfer für die Grausamkeiten von Count Dooku finden können … auch wenn die Serienentwickler meines Erachtens dem Opfer des Königs Katuunko nicht genug Beachtung geschenkt haben.

Schade nur, dass sich in den Szenen vor, während und nach dem Mord an Katuunko Storyschwächen eingeschlichen haben. So wird nun auch Katuunko als x-te wichtige Persönlichkeit mit talentfreien Wachen gestraft, die auf Savage Opress – Nahkämpfer – zustürmen, um ihn auzuschalten. Oder der für mich fatale Fehler der Entwickler, Savage Opress einfach das Schiff der Jedi Anakin und Obi-Wan mittels des Machtschubs von der Landeplattform zu „schubsen“; dadurch verliert doch die berühmte Szene aus Episode V – Das Imperium schlägt zurück ihre Faszination!

Und wo wir gerade bei Savage Opress‘ Machtkünsten sind: diese erlernt er zu schnell. Selbst Luke Skywalker, Sohn des Auserwählten und Schüler des sicherlich besten „Machttrainers“ der Galaxis, hatte Schwierigkeiten, Steine hochzuheben. Was Savage Opress innerhalb kürzester Zeit erlernt (Steine hochheben, mit einem Lichtschwert kämpfen, „Force Push“ im The Force Unleashed-Stil), ist schlicht und ergreifend „unmöglich“, wie er es passend zu Count Dooku gesagt hat. Ein unglaubwürdiges Wunder, dass er es doch geschafft hat …

Überraschend ist außerdem, dass Count Dooku versucht, über einen regelmäßigen Einsatz von Machtblitzen die Loyalität von Savage Opress zu erlangen. Mögen die Sith noch so abgrundtief blutrünstig und grauenvoll sein – hätten alle Sith diese Lernmethoden eingesetzt (und hätte die Galaxis diese Lernmethoden kennen gelernt), wären die Sith nicht durch die Hand des Anakin Skywalkers ausgelöscht worden sondern durch das schlichte Fehlen von Dunkle-Seite-Interessierten.

Auch wenn mir die zu schnellen Ortswechsel von Anakin Skywalker und Obi-Wan Kenobi negativ aufgefallen sind: die beiden sind zumindest da und bringen Abwechslung in den Handlungsverlauf. Szenenwechsel, die ich in der vorangegangenen Folge noch schmerzlich vermissen durfte, kommen in Hexen des Nebels zu Genüge vor. Auch mit den weiten Landschaftsaufnahmen haben die Entwickler ausnahmsweise auch mal etwas Gutes gemacht. So sieht man auf Count Dookus Heimatplaneten Serenno selbst noch in der Ferne Bäume und Obelisken – und im Himmel kann man sogar Sterne erkennen.

Doch das waren sie eigentlich auch schon, die positiven Dinge der Folge, die einem zwischen durch mal auffallen. Ansonsten ist die Folge gezeichnet von Dingen, die man hätte besser machen können, und die dafür sorgen, dass ein Sehgenuss eigentlich gar nicht richtig aufkommen will. So sieht man sich in der vor kurzem gestellten Vermutung, Savage Opress möge mit dem Einpflanzen seiner Grausamkeiten seine Intelligenz verloren haben, bestätigt, als er wieder und wieder ohne Verteidungsstellung versucht, Count Dooku anzugreifen, und ihm dieser wieder und wieder Machtblitze entgegenschleudert.
Außerdem fragt man sich, weshalb sich die Entwickler beim spannenden Endkampf zwischen Dooku, Asajj Ventress und Savage Opress für Dookus eigentlich viel zu enge Privatsuite entschieden haben. In einer der oben gelobten weiten Landschaften oder in einem Hangar hätten sich die Macher und ihre Charaktere, was die Lichtschwerttechniken und -angriffe angeht, sicherlich viel mehr austoben können.

Quelle: StarWars-Union.de

Gegen Ende macht die Folge mit der Geheimnistuerei um Savage Opress‘ verschollenen Bruder aber auch etwas gut. Die so entstehende Neugierde macht Lust auf die Auflösung des Rätsels und das Weitererzählen von Savages und Asajjs Zukunft, was der Folge noch auf knappe 2 von 5 Sterne verhilft. Ansonsten kann man noch sagen, dass Obi-Wans neues Animationsmodell wahrlich nicht sonderlich gelungen ist und nun wie ein unterernährter Vierzigjähriger aussieht, anders als bei Anakin, dessen Neugestaltung ihm optisch gut getan hat und ihn ein klein wenig näher an seinen Auftritt in Episode III – Die Rache der Sith gebracht hat.

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4 Responses to Star Wars: The Clone Wars – Hexen des Nebels

  1. karottie says:

    Wahnsinn, ich hab noch nie so viel von Star Wars gesehen wie jetzt. Nicht schlecht.

  2. Sudooku says:

    Das ist meine absolute Lieblingsfolge von Clone Wars. Selten so gelacht, wie der riesige Savage im Zeitraffertempo das Schloßtor aufschweißt König Katuunko erst durch sein Schloß wirbelt, dann die Jedi auf die Seite wirbelt. (Wieso sich denn auch erst mit den dummen Wachen und später König Katuunko unterhalten, wenn das Ganze auch schneller und ohne viel Gequatsche zu erledigen geht). Ganz toll die Aufnahme von Savage auf der einen inneren Plattform im Schloß aus der Froschperspektive, wo er sein Doppellichtschwert in die Luft reckt und mit seiner riesigen Dornenkrone dasteht als sein eigenes Freiheitsstatuen-Denkmal.Einfach herrlich! Wie Savage dann Katunko wie einen Sack Kartoffeln hinter sich her zum Raumschiff zieht, das Raumschiff der Jedi umwirft und schließlich nach geglückter Heimfahrt nach Serenno dem vornehmen pikierten Count die Ladung vor die Füße segeln läßt. Absolut göttlich!

  3. Anonymous says:

    Wieso findest du ein Doppellichtschwert für Savage eigentlich unpassend? Er ist doch so schön groß und mit dem langen Doppellichtschwert wirkt er noch massiver und imposanter. Und sein Bruder wird ihn darin schon gut unterrichtet haben – mach dir darüber mal nicht so viele Gedanken:)

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