Star Wars: The Clone Wars – Schwestern der Nacht

Schwestern der Nacht ist die zwölfte Folge der 22-teiligen dritten Staffel der Animationsserie Star Wars: The Clone Wars.

In einem erbitterten Kampf im Sullust-System stehen sich republikanische und separatistische Truppen gegenüber. Asajj Ventress, Dookus hinterlistige Attentäterin, führt den Angriff an. Darth Sidious zeigt sich über Ventress‘ wachsende Macht besorgt. Er befiehlt Dooku, die Attentäterin auszuschalten. Als die Ermordung fehlschlägt, kehrt Ventress zum Orden der Nachtschwestern zurück – und sinnt auf Rache … (Quelle: StarWars-Union.de)

Quelle: StarWars-Union.de

Nach acht Folgen wird nun endlich wieder der Fokus auf die Action gelegt. Schwestern der Nacht beginnt mit einer The Clone Wars-mäßig großen Schlacht mit guten Animationen, nur eine Taktik misst man hier ebenso wie eine Vorgeschichte der Schlacht, welche aber sicherlich in bester Serienmanier in einer der kommenden Staffeln nachgeholt wird – wie es bereits mit den Schlachten um Ryloth und Teth der Fall war.
Die anfangs gezeigte Raumschlacht dient in Schwestern der Nacht lediglich als Storyfüller, um Count Dookus aufstrebende Sith-Schülerin Asajj Ventress zu Fall zu bringen. Die nämlich wird für Dookus Meister, Darth Sidious, zu gefährlich, weshalb dieser ihre sofortige Exekution befiehlt. Die Gründe für diesen Schritt sind zwar nachvollziehbar, immerhin ziehen sich die Morde der Schüler an ihren Meistern in den Geschichten der Sith wie ein roter Faden durch die Jahrtausende, doch Asajj Ventress ist in der Serie keinesfalls als aufstrebende Schülerin und als Gefahr für den Sith-Lord Nummer 1 in Erscheinung getreten. Ihre Leistungen in ihren wenigen Serienauftritte kann man bestenfalls als mittelprächtig bezeichnen; in Sachen Vorgeschichte steht also auch hier noch etwas an, was zwar dem Versprechen der Serienentwickler, in Zukunft größere Sprünge innerhalb der Kontinuität der Serie zu vermeiden, widerspricht, doch ansonsten würde etwas fehlen. Dann doch lieber Kontinuitätssprünge, die – Dave Filoni – zufolge sowieso am Ende der Serie in offiziellen Berichten erklärt werden.

Nach neun sehr politiklastigen Folgen wird den Zuschauern mehr Action geboten. Das soll sich in den kommenden Folgen auch nicht ändern, glaubt man den zahlreichen Vorberichterstattungen. Mir ist die Politik in den letzten Folgen zwar nicht besonders auf die Nerven gegangen wie meinem Kollegen dodkalm72, da auch die Politik (vor allem in den Star Wars-Prequels) eine nicht zu unterschätzende Rolle gespielt haben und der Zerfall der Galaktischen Republik während des Krieges kaum besser erzählt werden kann als in den endlosen Debatten des Senats, doch gegen Action habe ich eigentlich nichts einzuwenden.

Allerdings muss ich sagen, dass in Sachen Action die Vorgängerserie Clone Wars, eine Mini-Zeichentrickserie, die ebenfalls zwischen Episode II – Angriff der Klonkrieger und Episode III – Die Rache der Sith spielt, eindeutig besser war. In Schwestern der Nacht sieht man zu Beginn ähnliche Kämpfe wie man sie in einigen Clone Wars-Folgen gesehen hat: Anakin Skywalker und Asajj Ventress liefern sich in ihren Raumjägern erbitterte Kämpfe, die später mit Lichtschwertduellen fortgeführt werden. Beides wurde in Schwestern der Nacht zwar nett umgesetzt (die Idee des sich bewegenden Schiffs im Hangar gefällt mir), doch Clone Wars verstand es, die Rivalität zwischen den beiden Feinden Anakin Skywalker und Asajj Ventress besser darzustellen.
Allgemein kann ich sagen, dass mir die Zeichentrickserie Clone Wars um Längen besser gefallen hat als das bisher gezeigte The Clone Wars.

Themawechsel. In Schwestern der Nacht feiert Obi-Wan Kenobi sein Fernsehdebüt in neuem Gewand bzw. Äußerem. Nachdem bereits zwei Folgen zuvor Ahsoka Tano und Anakin Skywalker in ihren neuen Computermodellen gezeigt wurden, schlüpft von nun an auch Obi-Wan in sein neues Modell, was in meinen Augen aber bei Weitem nicht so gelungen ist wie das seiner zwei Mitstreiter. Die störenden Panzerplatten sind zwar endlich verschwunden, doch Obi-Wan wirkt jetzt viel älter und magerer; selbst sein flächiger Bart kann den Eindruck eines dünnen Gesichts nicht mindern.

Was das Äußere angeht, habe ich auch bei Count Dooku, politischer Führer der Separatisten, in dieser Folge etwas auszusetzen. Dieser gewinnt sein überaus großes Charisma überwiegend durch das Tragen seines Umhangs, was er in Schwestern der Nacht leider kein einziges Mal trägt. Das hat einen negativen Effekt auf sein beeindruckendes Äußeres zur Folge. In der Illustrierten Enzyklopädie zu Episode II – Angriff der Klonkrieger findet man folgende zwei – für mich sehr wichtige – Fakten über Count Dookus Äußeres:

Umhang ist Kennzeichen der Counts von Serenno.

Umhang vergrößert die Silhouette des Counts zwecks Einschüchterung.

Ohne Cape verliert er seine Eleganz, seine Geschmeidigkeit im Kampf und sein Charisma. Ein Jammer, dass die Macher darauf verzichteten.

Die Handlung dieser Serienepisode bietet einen großen Fortschritt, was den Ablauf der gesamten Kriegsgeschichte und die Entwicklung der Charaktere angeht. Count Dookus Verrat an seiner Schülerin wird (vermutlich) zur Folge haben, dass sie sich für immer von ihm abgewandt hat und Asajj die Rache an ihrem alten Meister als neuen Lebenssinn ansehen wird. Dies wird mit hoher Wahrscheinlichkeit den Tod von Asajj Ventress zur Folge haben (Count Dooku stirbt so früh ja nicht, das weiß man ja …), oder zumindest eine Flucht ins Exil oder einen völligen Neustart ihrerseits.

Der erste Schritt ihres Rachefeldzugs fällt leider sehr holprig und unüberdacht aus. Gleich nach ihrer Ankunft bei ihrer eigentlichen Familie, den Hexen von Dathomir, sinnt sie auf Rache und begibt sich mit zwei Gefährtinnen zu Count Dookus privater Residenz. Mittels Unsichtbarkeitstrank schleichen sie sich bei Dooku ein (wie sie allerdings wieder sichtbar werden, bleibt ungeklärt) und verüben ein erfolgloses Attentat auf Count Dooku.
Dieser unüberdachte Plan (reinschleichen – attackieren – abhauen) zieht die Qualität dieser Folge, die eigentlich mit großem Potenzial ausgestattet wurde, stark nach unten. Es ruft dem Zuschauer wieder einmal in Erinnerung, dass den Machern nur 21 Minuten (plus eine weitere für den Abspann) bleiben, um eine Geschichte zu erklären. Dabei wäre eine weitere Fortsetzung des Beginns dieses Rachefeldzugs sicherlich kein Fehler gewesen. Mit ein paar Schnitten zu Anakin und Obi-Wan und ihrem Verbleiben nach der Schlacht hätte man die restlichen Minuten, die für das Zeigen des Attentats gebraucht wurden, gut füllen können. Dies hätte auch bestimmt den positiven Nebeneffekt gehabt, dass Asajj Ventress mehr als nur eine Nacht bei den Hexen von Dathomir verbracht hat, um gleich darauf aufzubrechen. Asajjs Gesundheitszustand bei ihrer Landung sowie ihr ohnehin sehr überhitztes Gemüt sind nämlich keine Dinge, die man bei einem Attentat gebrauchen kann.

Das Attentat an sich bietet ebenso wenig kostbare Nahrung „für’s Gehirn“. Wie so oft gilt auch hier, den Kopf besser auf Standby zu schalten, denn sowohl beim Eindringen als auch bei der Flucht fragt man sich, ob Dooku seine Residenz wohl alleine bewohnt. Sicherheitsleute/-droiden oder Personal kommen nämlich nicht vor, obwohl Erstere doch sicherlich bei dem viel zu überladenen und hackartigen Lichtschwertkampf zwischen Dooku und seinen drei Angreiferinnen in Alarmzustand hätten geraten sollen.

Quelle: StarWars-Union.de

Was die Folge aber im Kleinen auszeichnet, sind die Rückblenden, die Asajj Ventress erlebt. In ihnen wird ihre Lebensgeschichte innerhalb von Minuten erzählt, was der Sith-Schülerin ein wenig mehr Tiefe verleiht.

Ansonsten bleibt Schwestern der Nacht deutlich hinter den Erwartungen und dem Potenzial, das in der Folge steckt, zurück, und muss sich deshalb mit lediglich 2,5 von 5 Sternen begnügen.

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One Response to Star Wars: The Clone Wars – Schwestern der Nacht

  1. graval says:

    Ich finde die Folge offenbar deutlich besser, als du. Gut ich vermisste auch ein bisschen die Sicherheitsvorkehrungen auf Serenno, das ist es aber auch schon. Den Fight fand ich gut, und wie die Story von Asajj Ventress umgeschrieben wurde, kann ich noch ertragen. Das tat für einmal der Folge gut, nachdem die letzten Kanon-Autschies eher unnötiger Art waren.

    Meiner Meinung nach ein guter Einstieg in die Trilogie, die mit jeder Folge besser wird. So, und jetzt zieh ich mir die Mortis-Folgen \o/

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