Lichtschwert’s Verehrerin – Episode V

Dies wird der vorraussichtlich letzte Erfahrungsbericht um Lichtschwert’s Verehrerin sein. Nicht viel, dafür aber sehr wichtiges, ist in dieser Woche um Lichtschwert’s anonymes Liebesleben geschehen.
Um mir und euch die Geschehnisse um Lichtschwert’s Verehrerin in den letzten zwei Monaten noch einmal ins Gedächtnis zu rufen, folgt eine kurze Zusammenfassung der letzten Erfahrungsberichte.

Teil 1: Ich erhalte von einer mir unbekannten Person eine SMS, in der steht, diese Person habe sich in mich verliebt. Sie werde sich mir bald zeigen.
Teil 2: Ein paar Tage darauf hat sie Interesse an einem SMS-Gespräch, was ich aber verpasse.
Teil 3: Nach einem Treffen ohne Treffen lasse ich den Kontakt zu ihr vorerst erkalten.
Teil 4: Nach mehreren Liebesbotschaften von der Verehrerin mache ich mir Gedanken über ein Treffen und die Fragen, die ich ihr daraufhin stellen will. Aus dem Treffen wird erst einmal nichts, da die Studienfahrt ansteht. Das Treffen wird auf irgendwann nach der Studienfahrt vertagt.

Bevor ich jetzt mit dem eigentlichen fünften Erfahrungsbericht anfange, möchte ich noch folgendes erwähnen:
eine Parallelklasse (insgesamt sind alle drei Gestaltungsklassen nach Paris gereist) hat ein Abschlussshirt, auf dessen Rückseite die Namen der Klassenmitglieder standen. Es war auch eine Christina aufgelistet, was zwar nicht heißt, dass Lichtschwert’s Verehrerin, die sich neulich (in Teil IV) als Christina geoutet hat, aus der Parallelklasse stammt; es liegt aber sehr nahe.

Am letzten Mittwoch, den 26. Januar, fragte ich Christina per SMS, ob wir uns treffen wollen. Ihre Antwort:

Na klar gerne ich bin nähe der bibliothek schreib mir dann einfach

Ein paar Minuten später folgte diese SMS:

Ich sitze links mit nem guten Freund habne grüne jacke an und nen zopf und ein brille sprech mich an

Das Prinzip des letzten Treffens schien sich zu wiederholen. Ich warte in der Aula, sie schreibt mir, wie sie aussieht, ich soll sie ansprechen. Das hat mir nicht gefallen, zumal ich dann wie beim ersten Treffen ohne Treffen wieder wie ein Irrer durch die Aula gelaufen wäre und die Augen nach einer Person unter Hunderten aufgehalten hätte.

Ich habe keine Lust auf Schnitzeljagd.

… schrieb ich ihr als Antwort auf ihre vorangegangene SMS.

Es kam folgende beleidigende Nachricht von ihr:

Wieso denn schnitzeljagd? Also langsam weis ich nicht was mit dir los ist? Hast du irgendwie ein defekt in den nervenzellen?

Damit war es dann für mich vorbei. Als ich das gelesen habe, bin ich mit einem (gekünstelten? echten? – ich weiß nicht so recht) Lächeln auf den Lippen aus der Aula und Richtung Klassenzimmer gegangen. Wer mich so beleidigt, hat einen weiteren Kontakt solcher Art nicht mehr verdient.

Was ich mich aber noch gefragt habe, war, wieso sie auf einmal so reagiert hat. Wenn man verliebt ist, ist das Bewerfen des Schwarms mit Beleidigungen nicht gerade ein normales Verhalten.
Doch richtig wichtig war mir das von da an nicht mehr. Die Sache mit Lichtschwert’s Verehrerin war für mich gelaufen; es interessierte mich nicht mehr, und auch sie schien sich wohl nicht mehr für mich zu interessieren.

Die Sache war – wie gesagt – für mich vorbei …

.

… wäre da nicht eine der beiden „ehemaligen“ wunderbaren jungen Frauen gewesen (sie ist aber keine wunderbare junge Frau mehr; lange Geschichte).

Religion. 7./8. Stunde. Weil die Lehrer selbst nicht so genau wissen, ob der Religions-Unterricht nun freiwillig oder Pflichtunterricht ist, schwänzt die Hälfte der Klasse den Unterricht. Während einer Gruppenarbeit lässt die eine ex-wunderbare junge Frau einen Zettel mit folgendem Inhalt zu mir durchreichen:

Lichtschwert, das mit dem Handy vorhin … lass dich nicht verarschen!
aber sag nicht das du es weisst und schongarnicht von mir.

Als ich das gelesen habe, war ich leicht verblüfft. Ich weiß gar nicht mehr, was ich sie zuerst gefragt habe, aber es war wohl entweder so etwas wie „Woher weißt du davon?“ und „Was meinst du damit?“.
An den genauen Ablauf kann ich mich nicht mehr erinnern, was wohl daran liegen dürfte, dass ich ziemlich überrascht war. Aus den Informationen, die sie mir (ungünstigerweise lautstark über die Hälfte der anwesenden Klasse hinweg) übermittelt hat, weiß ich nun folgendes:

  • sie und ihre beiden besten Freundinnen waren es nicht.
  • ich wurde am Vormittag verarscht – was wohl bedeutet, dass ich von Anfang an auf den Arm genommen wurde.
  • die ex-wunderbare junge Frau kennt die Person. Sie wollte mir nicht sagen, wer es ist, aber sie ist aus meiner Klasse.
  • die ex-wunderbare junge Frau wusste selbst nicht, was los war, sie hat Lichtschwert’s Verehrerin lediglich mit dem Handy simsen sehen; außerdem muss mich die mir Unbekannte mit einem höhnichen Grinsen im Gesicht angesehen haben.

Ich wollte wissen, wer „sie“ denn war. Doch sie wollte es nicht sagen, hat aber gefragt, als wen sie sich denn ausgegeben habe. „Als Christina“, antwortete ich, woraufhin sie mich verdattert angesehen hat und antwortete: „Nee, so heißt sie nicht.“

Sie hat ungünstigerweise noch gefragt (wohl gemerkt: die Hälfte der anwesenden Klasse war direkt zwischen ihr und mir, quasi im „Gesprächsfeld“), was sie mir geschrieben habe. „Alles“. Was anderes kann man da ja auch nicht sagen.
Zuletzt meinte sie, ich solle mich nicht verarschen lassen, woraufhin ich antwortete, dass die Sache für mich eh gelaufen sei. Was sie ja auch ist.

– – –

Christina heißt also nicht Christina, sondern ist eine Frau aus meiner Klasse, die sich als Christina ausgegeben hat und mir einen Bären aufgebunden hat. Da man davon ausgehen kann, dass die ex-wunderbare junge Frau mir die oben genannten Informationen nur bei Abwesenheit von „Christina“ zukommen lassen konnte, heißt das, dass „Christina“ nicht Teil der damals anwesenden Klasse gewesen sein konnte. Es kommt für mich nur noch eine einzige Person in Verdacht, all das getan zu haben.

Zwar gibt es gleich drei Personen in meiner Klasse, die absolut nicht leiden kann, doch ist eine zu intellektuell für solch niederwertige SMS-Botschaften, einer anderen traue ich es ihr rein von der Kreativität und der Rafinesse solcher Botschaften nicht zu.
Es kommt also nur noch eine Person in Frage, die sich geschickt als jemand anderes ausgegeben hat und durch verwirrende „Ich habe jetzt Schule aus“(-obwohl meine Klasse zu einer ganz anderen Zeit aus hatte)-Botschaften den Eindruck erweckt hat, sie käme aus einer anderen Klasse.

Wie werde ich jetzt mit dieser Person umgehen? Nun, vermutlich wie sonst auch immer. Vielleicht bewusst und provozierend besonders nett und freundlich, um ihr ein paar Beleidigungen zu entlocken, nur, um sie dann fragen zu können, was ich ihr eigentlich getan habe. Von „Lichtschwert’s Verehrerin“ werde ich aber nicht sprechen, es sei denn, sie schneidet das Thema an. Denn eigentlich ist das Thema für mich vorbei.

Advertisements

4 Responses to Lichtschwert’s Verehrerin – Episode V

  1. graval says:

    Huch. Fies. 😦 Das tut mir Leid für dich. Mit der Zeit hatte ich doch auch gedacht, dass das nie und nimmer ein Fake sein könnte, denn kein normaler Mensch zieht so einen Scheiss so lange durch… Aber offenbar gibts, sogar in deiner Klasse, gewisse Arschlöcher. 😦 Da du aber nicht sicher weisst, wers ist, würde ich nicht vorverurteilen, vielleicht gibt sie sich zu erkennen, und dann kannst du ja deinen Frust auslassen. Oder was auch immer. 🙂

    Alles Gute trotzdem, jetzt hast du ja den Kopf ein bisschen frei. 🙂

    P.S. Ich sehe den Zusammenhang mit der Frage auf meinem Blog aber immer noch nicht. Dort klang es eher so, als dass du was (oder besser jemanden) ins Auge gefasst hättest. 😉

  2. Lichtschwert says:

    In der Tat, ich war auch überrascht, von der Klassenkameradin zu hören, dass das ein Fake war. Es waren ja im Endeffekt ziemlich genau ganze zwei Monate.
    Klar, so ganz vorverurteilen werde ich die Person auch nicht; ich gehe mit höherer Vorsicht an sie heran und versuche, durch ihr Verhalten vielleicht noch mehr zu erfahren.
    Ehrlich gesagt, fühle ich mich jetzt ein wenig besser. Ich bin „frei“, wie du es genannt hast, und es schlummert nicht mehr dieses gewisse Unwissen im Hinterkopf, wer sie ist und ob das alles echt ist.

    P. S.: Nun, ich erwähne hier des Öfteren zwei „wunderbare junge Frauen“, obwohl eine der beiden nicht mehr ganz so wunderbar ist; die andere hat aber bislang nichts von ihrer Interessantheit verloren. 😉

  3. graval says:

    Oha. Soso. 🙂 Gibt es dann ein Sequel mit dem Titel „Lichtschwert, der Verehrer“? 😉

  4. Lichtschwert says:

    Na, hoffentlich! 😉
    Das Problem liegt lediglich daran, dass die wunderbare junge Frau bereits vergeben ist – an einen 29-Jährigen (klick!). Wenn ich es am vergangenen Mittwoch/Donnerstag richtig mitbekommen habe, kriselt es aber ein wenig zwischen den beiden. 😉

    Naja. Mit ihr und zwei weiteren netten Damen aus meiner Klasse (Ex-wunderbare junge Frau + eine andere sehr freundliche) beginne ich in ein paar Tagen ein Schulprojekt. Mal sehen, was sich da so ergibt … 🙂

Hast du Senf dabei?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s