Star Wars: The Clone Wars – Nachschubwege

Nachschubwege ist die dritte Folge der 22-teiligen dritten Staffel der Animationsserie Star Wars: The Clone Wars.

Ryloth wird belagert. Jedi-Meister Di steckt auf der Oberfläche fest und schart mit Hilfe von Cham Syndulla die örtlichen Truppen um sich. Senator Bail Organa und Jar Jar Binks versuchen verzweifelt, sie zu retten, und werden zum Planeten Toydaria gesandt, wo sie König Katuunko überzeugen müssen, Di und Ryloth zu helfen … (Quelle: StarWars-Union.de)

Quelle: StarWars.com

Die Serie hat in den vorherigen Staffeln zweiffellos bewiesen, dass der Charakter Jar Jar Binks keinesfalls in The Clone Wars Platz findet – ohne die Qualität der „betroffenen“ Folgen drastisch zu senken.
In Das Virus ermittelte das Dream-Team Padmé Amidala und Jar Jar Binks in einem mysteriösen Vergiftungsvorfall auf Naboo, in dem es Jar Jar mit all seinem Tollpatsch gelingt, den Bösen so weit wie möglich das Handwerk zu legen.
Dieselbe Tollpatsch-Masche gegen Piraten gelingt ihm auch in Der Freikauf; in dieser Folge befreit er Obi-Wan Kenobi, Anakin Skywalker und Count Dooku aus den Händen geld- und spicegieriger Piraten. Die Kämpfe waren äußerst unlogisch, übertrieben und keinesfalls spannend. Geschweige denn komisch, denn die Komik des Jar Jar Binks überzeugte (für mich) lediglich in Episode I – Die dunkle Bedrohung bzw. in den Prequels.

Umso erfreulicher ist daher, dass in der Staffel-3-Folge Nachschubwege die Rolle des Jar Jar Binks nicht annähernd so schwer und damit negativ ins Gewicht fällt wie in vorangegangenen Jar-Jar-Binks-Folgen. Die hier gezeigte Komik wird sogar auf das möglichste Minimum gehalten, was die (wenigen) Gags weitaus überzeugender und damit auch lustiger macht.
Zugegeben, Jar Jars Tellertanz dürfte wohl eher Kinderaugen „begeistern“; anders als in Das Virus aber müssen erwachsenere Zuschauer (wie ich einer bin – *hust*) nicht vor Scham den Kopf schütteln.
Der Tellertanz überzeugt, auch dank der passenden Reaktionen des „Publikums“ in Gestalt von König Katuunko, Lott Dod und – allen voran – der einen Toydarianer-Wache, die bei jeder gefallenen Portion Essen den Kopf schüttelt und diskret einen Schritt beiseite geht.

Für diejenigen, denen Jar Jars Auftritt in Nachschubwege dennoch nicht gefallen hat, wird eine ebenfalls vergleichsweise sehr gute Darstellung des Senators Bail Organas geboten. Wie stets im Rollkragengewand, überdecken seine Ettiquette-Reden mit dem Königshaus die sonst meistens miesen Dialoge der Serie. Auch weiß seine Souveränität bei den Verhandlungen mit dem König und Lott Dod zu überzeugen, was die ein oder andere Schwäche, die man bei Jar Jar eventuell finden könnte, zweifellos ausgleichen dürfte.

Es gibt allerdings noch weitere Schwächen, die dafür sorgen, dass Nachschubwege nicht über eine gute Durchschnittlichkeit hinaus gelangt. Zwar ist Nachschubwege eine Folge, die – hätte sie in der ersten oder zweiten Staffel gespielt – sicherlich in sämtlichen Punkten misslungen wäre, doch den vielen Fettnäpfchen, die sich die Macher um Dave Filoni mit der geschriebenen Handlung, den Charakteren etc. selbst gestellt haben, weichen sie (meist) gekonnt aus.
Dennoch, Fehler sind auch hier vorhanden, auch wenn sie wohl eindeutig in die „Typisch-TCW“-Schublade gehören. Fehler oder – etwas netter ausgedrückt – Möglichkeiten zur Besserung bietet zum Beispiel die Schlacht auf Ryloth, in der es den Helden wieder einmal gelingt, sich in einem Hagel aus Feuer und Laser unbeschadet miteinander über den Verlauf der Schlacht auszutauschen.
Ein eher bedeutenderer Fehler ist die bis zur Mitte der Folge sehr dominante Belanglosigkeit, die sich beim Zuschauer eingeschlichen haben dürfte, wenn man – wieder einmal – Ryloth und Twi’lek sieht, obwohl man eigentlich mit der Staffel-1-Ryloth-Trilogie genug von ihnen gesehen haben dürfte. Oder wenn man erneut Verhandlungen des Toydarianischen Königs verfolgt, obwohl Zuschauern der ersten Staffel bereits bekannt sein dürfte, dass sich König Katuunko letzten Endes für die Republik entscheiden wird.
Diese Belanglosigkeit über den Verlauf der Schlacht, die zu fällende Entscheidung auf Toydaria sowie über das Schicksal der Twi’lek-Familien schwindet mit Jedi-Meister Dis Taktik und den darauffolgenden, etwas actionlastigeren Kämpfen. Sie bieten eine Abwechslung zu den dennoch gelungenen ruhigen Szenen dieser Folge und wissen dank toller Animationen bei der Explosion des Kanonenboots sowie des einstürzenden Gesteins zu überzeugen.

Quelle: StarWars.com

Ansonsten gilt, dass sich in Nachschubwege viele TCW-typische Fehler eingeschlichen haben, aber auch dank überzeugender Regie zahlreiche Patzer umgangen worden sind, die sich sicherlich bei einer früheren Serienfolgenproduktion eingeschlichen hätten.
Dass die Versorgungsgüter in letzter Sekunde eintreffen, sicher durch die Blockade der Separatisten gelangen und – natürlich – tausende Lichtjahre innerhalb kürzester Zeit hinter sich legen, lässt sich nach nunmehr über zwei Staffel genauso leicht übersehen wie Dis und dessen Klonkommandanten letzter Kampf gegen die feindlichen Droiden, welche – obwohl sie von allen Richtungen aus allen Rohren feuern – gegen Di und seinen Kommandanten kaum eine Chance haben.
Das ist eben The Clone Wars. Für Kinderaugen gemacht, und ein wenig für erwachsenere Zuschauer findet man in dieser Folge auch.
3 von 5 Sternen.

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3 Responses to Star Wars: The Clone Wars – Nachschubwege

  1. graval says:

    Ist okay, wenn ich mir dein Review genauer durchlese und näher kommentiere, wenn ich das Ende der Folge kenne? ^^

  2. Lichtschwert says:

    Ausnahmsweise ja (aber nicht vergessen!). 😉
    Wartest du auf die DVD-/Blu-ray-Veröffentlichung, oder versuchst du, sie im Internet irgendwo zu finden?

  3. graval says:

    Sicher nicht 😉 Ja, ich warte auf die DVD, ich steh nicht so auf Online-Streams in schlechter Quali. ^^

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