Je n’aime pas Paris

… heißt so viel wie „Ich liebe Paris nicht“. Und nein, ich kann kein frankreichisch, das hat mir der Google-Übersetzer ausgespuckt, als ich den Satz eingegeben habe. Mein Französischwortschatz beschränkt sich nämlich nur auf „Salü“ (Hallo/Tschüss) und „Märßi“ (Danke). Vielleicht noch „Bonnschuhr“ (Guten Morgen), doch das war es dann auch schon. Mehr muss man aber auch nicht können, um – wie ich – eine Woche als Studien-/Abschlussfahrt in Paris zu verbringen.

Doch zurück zum Artikeltitel: Ich liebe Paris nicht.

Definitiv nicht. Denn was mir den Genuss der zahlreichen Sehenswürigkeiten (und es gibt wirklich wirklich viele Sehenswürdigkeiten in Paris) größtmöglich verdorben hat, waren die katastrophalen Straßen- und Verkehrsverhältnisse. Nicht, dass ich mit dem Bus durch Paris getuckert bin (bin ich nicht), allerdings quält man sich schon als Insasse durch die zahlreichen Staus.
Die übrigens von roten Ampeln verursacht werden (Franzosen kennen die Regel, einen Fußgänger am Fußgängerüberweg vorbeilassen zu müssen, nicht). Und von der offenbar wenig verwendeten Rechts-vor-Links-Regel. Ach ja, selbst in Kreiseln haben sie Ampelanlagen. 🙄 Heißt: alle paar Meter kommt eine Ampel (Definition: „ein kleines grünes Licht, das beim Näherkommen rot wird“).

Ich fang einfach mal von vorne an. Also Montag früh. Abfahrt: ca. 8.30 Uhr. Fahrtdauer: ca. neun Stunden.
Angekommen sind wir in einem Pariser Vorort, der ziemlich runtergekommen aussah. Unser Hotel sah – der Macht sei Dank – nicht allzu schlimm aus, doch das Beste Schlimmste kommt jetzt. Im Essen (Frühstück und Abendessen) schienen die Köche liebend gerne kleine Dinge zu verstecken, die man bei geringer Vorsicht auch gerne verschluckte. So fanden zahlreiche Schüler/-innen Haare in ihrem Essen, mein Bussitznachbar fand einen ca. drei Zentimeter langen Metalldraht – und ein Kind von einer anderen Schule fand eine kleine Plastikfigur, vergleichbar mit der aus einem Ü-Ei. Ob Letzteres gewollt den Weg in das Essen gefunden hat, sei mal dahingestellt. Es ist jedenfalls lebensgefährlich, denn an solchen Dingen kann man mit Pech ersticken.

Montag Abend bin ich dann mit vier jungen Frauen aus meiner Klasse durch’s Viertel gegangen; wir haben uns mal umgesehen. Es gab nichts Nennenswertes, weshalb das auch mein einziger Ausflug in das Viertel blieb.

Am Tag darauf haben wir eine Stadtrundfahrt gemacht, die zu 45% aus unbedeutenden Sehenswürdigkeiten, zu 5% aus bedeutenden Sehenswürdigkeiten, und zu 50% aus Staus und roten Ampeln bestand. Wir waren unter anderem am Eiffelturm (leider nicht auf/in ihm) und sind mal an Notre Dame, dem Arc de Triomphe und dem Louvre vorbeigefahren.

Schloss Versailles haben wir am Mittwoch besucht. Es war sehr neblig und kalt, was sich gegen Mittag, als wir in den „nur noch“ 1 qkm großen (früher waren es 60 qkm) Garten des verstorbenen Sonnenkönigs gegangen sind, glücklicherweise geändert hat. Das Schloss selbst ist flächenmäßig ziemlich groß, kommt mit nur drei Stockwerken aber verhältnismäßig durchschnittlich daher (Ludwig XIV. wollte wohl nicht so viele Treppen steigen).

Am Mittwoch (ich glaube zumindest, dass es Mittwoch war) habe ich den ersten gewollten Schluck Alkohol meines Lebens getrunken … nach mehreren Angeboten der Mitschüler/-innen und genauso vielen Absagen musste ich ja schließlich irgendwann „Ja“ sagen. 😉 Es war jedenfalls ein Schluck Whisky (wenn ich jetzt mit Whisky anfange, mit was fange ich dann erst in 20 Jahren an?! :shock:), welcher nach diesem Schluck nicht gerade zu meinen Lieblingsgetränken zählt.
Das war am Abend; den Vor-/Nach-/Mittag zuvor waren wir im Louvre und eine Gruppe (ich gehörte dazu) in den Katakomben. Während man im Louvre von Gemälden förmlich erschlagen wird, boten die Katakomben mindestens genauso viele Totenschädel und Knochen verstorbener Menschen wie das Louvre Gemälde.
Die Katakomben von Paris wurden vor gut 2.000 Jahren von den Christen als Schutz vor dem damaligen Römischen Kaiser Nero gebaut, der die Christen verfolgt hatte. Die Christen bauten ungefähr 50 Meter unter Paris eine für lange Zeit verborgene Tunneneinrichtung, die laut Wikipedia von 1785 bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts als Beinhaus (Friedhof) verwendet wurde. Die Gebeine gehörten also nicht den verstorbenen Christen, sondern den verstorbenen Parisern von vor gut 220 Jahren.

Am Freitag Morgen sind wir abgefahren und haben acht Stunden bis zur Schule gebraucht. Auf die Frage von meinen Eltern hin, ob ich sie denn vermisst habe, sagte ich: „Nö.“ Sie sollten es aber nicht persönlich nehmen. Denn den Laptop habe ich ja schließlich auch nicht vermisst. 😉

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Zu guter Letzt soll noch erwähnt werden, dass die französischen Hotelmitarbeiter anfangs dachten, ich sei Justin Bieber. Zumindest haben mir das meine Mitschülerinnen erzählt, die von den Hotelangestellten – mit einem Bild von Justin Bieber in der Hand – fragend angesprochen wurden, ob ich denn Justin Bieber sei. 😉 😛

Klicken für Großansicht; der Typ wäre ich - wenn es nach den Hotelangestellten gegangen wäre.

Nach eingehender Studie der Google-Bilder-Ergebnisse muss ich zugeben, dass eine gewisse Ähnlichkeit vorhanden ist. Obwohl Justin Bieber (hoffentlich?!) jünger aussieht als ich, gefällt er mir besser als ich mir selbst … also sollte ich das ganze wohl eher als Lob ansehen, auch wenn Justin Biebers Popularität in der Otto-Normal-Bevölkerung nicht sonderlich hoch anzusiedeln ist. Aber es ging ja glücklicherweise nur um’s Äußere. 😛

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4 Responses to Je n’aime pas Paris

  1. maloney8032 says:

    Justin Bieber sieht wiederum aus wie Cole Sprouse der sieht aus wie Zac Efron und der sieht aus Jesse McCartney, diese Gesicht ist halt gerade inn, freu dich doch wenn du bei einem Trend mitmachst ohne es zu wissen. Du wurdest wenigstens nicht mal mit Zac Braff verglichen 😀

  2. rizzitelli says:

    Warum in aller Welt soll dieser Bieber jünger aussehen als Du? Willst Du etwa alt aussehen? 😉

  3. Lichtschwert says:

    Weil Justin Bieber ziemlich genau ein Jahr jünger ist als ich und ich in wenigen Wochen 18 werde. Deshalb. 😛
    Man sagt mir zwar oft, ich sehe eher wie ein 16-17-Jähriger aus, aber trotzdem. Bäh! 😛 Ich hoffe nur, die Relation meines wahren Alters und meines anscheinenden (jüngeren) Alters durch’s Aussehen bleibt bis ins hohe Alter erhalten. 😉

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