Star Wars: The Clone Wars – Das Zillo-Biest schlägt zurück

Das Zillo-Biest schlägt zurück ist die 19. Folge der 22-teiligen zweiten Staffel der Animationsserie Star Wars: The Clone Wars.

Einheiten der Republik bringen die Zillo-Bestie zur weiteren Untersuchung zurück nach Coruscant. Als sie entwischt, müssen die Jedi wählen, Millionen Leben zu retten und die Zillo-Bestie zu töten, die letzte ihrer Art … (Quelle: StarWars-Union.de)

Quelle: StarWars-Union.de

Wie ich in meiner letzten Kritik zur Serie geschrieben haben, hielten sich meine Erwartungen an die 19. Episode etwas bedeckt. Eine voraussehbare Handlung, wenig Originalität und Steward Lee erneut auf dem Regiesessel waren für meine gemischten Gefühle verantwortlich. Steward Lee führte auch schon bei den Folgen Verteidiger des Friedens, Der unsichtbare Feind, Spion im Senat, Vermächtnis des Terrors, Gehirn-Parasiten und Kopfgeldjäger Regie. Drei für mich richtig miese, zwei mittelprächtige und eine gute Folge. Keine sonderlich überzeugende Quote für einen Regisseur, der damit und mit seinen zahlreichen Arbeiten als Storyboardzeichner zur Serie im Team von Lucasfilm Animation wohl einen festen Stammplatz erhalten haben dürfte.

Völlig überraschend kommt nun, dass Das Zillo-Biest schlägt zurück trotz Lees schlechter Quote eine überragende (und für mich seine bislang beste) Folge ist, die zwar an die gekonnte Gigantomanie des Vorgängers nicht heranreicht, das Gezeigte aber sehr prachtvoll inszeniert. Das fängt schon mal mit den wiedereinmal tollen Animationen an. Coruscant wird mit großen Landschaftsaufnahmen gezeigt und ein Teil des Stadtplaneten wird innerhalb weniger Sekunden eindrucksvoll zerstört (auch wenn ich mir bei Zillos Walk durch die Stadt ein wenig mehr Todesopfer und Kollateralschäden gewünscht habe; doch dieser Umfang bleibt der Serie wohl vorenthalten). Die Musik von Kevin Kiner erreicht bei Zillos Ermordung durch Treibstoffgas einen ihrer Höhepunkte und trägt so gewaltig zur dramatischen Stimmung dieser einen Szene bei, in der man Palpatine auf Grund seiner Machenschaften am Liebsten in die ewigen Jagdgründe verbannen würde.

Palpatine zeigt sich nämlich endlich mal durch und durch böse (natürlich wieder einmal nur für die Zuschauer zu sehen; die Jedi schauen in gerade jenen Momenten zufälligerweise weg und werden deshalb erst in Episode III mit der Information gespoilert, dass ja in Wahrheit Palpatine der gesuchte Sith-Lo- … upps. Liebe Kinder: die das hier lesen und noch nichts von diesem Spoiler wussten: tut mir Leid. Aber ihr hättet es so oder so früher oder später erfahren, also – sei’s drum).

Der nahezu ultimative Waaah!-Effekt dürfte den Zuschauern wohl beim vermutlich letzt genannten Wortes gekommen sein: „Klonen?!“ Ja, Zillo wird geklont, und ich freue mich mächtig auf die Fortsetzung dieses sehr unterhaltsamen Gigantomanie-Zweiteilers und Palpatines weitere dunklen Absichten.

Die Idee des Zillo ist natürlich von Godzilla geklaut. Das haben Dave Filoni & Co. ja mehr oder weniger zugegeben und – meines Erachtens nach – sehr gut umgesetzt. Zillos Streifzug durch Coruscants Nachtwelt hat mich allerdings zu sehr an Godzilla erinnert. Enge Häuserschluchten, heranfliegende Kanonenboote. Genauso ist es auch in Roland Emmerichs Blockbuster geschehen. Es wäre schön gewesen, hätten sich die Macher da etwas mehr Originalität einfallen gelassen.

Ähnlich langsam wie im Godzilla-Film verhalten sich die Militärs, obwohl sie doch von der Notsituation informiert sind und im Prinzip alle auf Angriffsstellung sein dürften. Zillo entkommt aus seinem ohnehin schon sehr dürftig eingerichteten Gefängnis, und die Artillerie, die für diesen Notfall bereitgestellt wurde, wurde mit einem Schlag von Zillo zerstört, nur weil irgendein dummer Drehbuchautor Leutnant gemeint hat, es wäre am besten, die Panzer direkt neben Zillos Gefängnis aufzustellen statt mit einiger Entfernung, sollte es tatsächlich zum Ausbruch kommen, damit sie ein besseres Schussfeld auf Zillo haben.

Ja, ich neige heute zu langen Sätzen.

Doch das war ja nicht alles. Palpatines Sitz im Senat bekam wohl offensichtlich überhaupt keine Leibgarde, denn bis die Kanonenboote zur Rettung eilen, ist es schon fast wieder zu spät. Naja. Gekünstelte Spannung eben.

Ansonsten unterlaufen Das Zillo-Biest schlägt zurück nur kleinere Patzer wie das viel zu schnelle Verflüchtigen des Treibstoffgases nach dessen Einsatz. Oder dass ausgerechnet Yoda und Aayla Secura, zwei wertvolle Mitglieder des Jedi-Rates, die Aufgabe übernehmen müssen, Zillo von Anakin & Co. fernzuhalten. Das sind aber Dinge, die ich dank der ansonsten sehr überzeugenden Inszenierung, die frei jeglicher Hektik ist und selbst Padmés sonst so übertrieben pazifistische Einstellung sehr gut in die Story einzugliedern weiß, nicht als schwerwiegend empfinde.

 

Quelle: StarWars-Union.de

Ein gelungener zweiter und letzter Teil dieser Zillo-Duologie, auf die ich gerne in kommender Zeit zurückblicken werde.
Starke 4 von 5 Sternen.

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