Star Wars: The Clone Wars – Das Zillo-Biest

Das Zillo-Biest ist die 18. Folge der 22-teiligen zweiten Staffel der Animationsserie Star Wars: The Clone Wars.

Die neue Superwaffe der Republik hat die fürchterliche Zillo-Bestie von Malastare geweckt. Nun müssen die Jedi einen Weg finden, die tödliche Kreatur zu bändigen … (Quelle: StarWars-Union.de)

Quelle: StarWars-Union.de

 

Das Zillo-Biest macht der Folge Kampf und Wettkampf, die in meinen Augen die bis dato technisch umfangreichste und am aufwendigsten produzierte Serienepisode war, ihren Status sichtlich streitig und schafft es eventuell sogar, sie vom Thron zu stoßen. Dafür fehlt mir zur Zeit aber der direkte Vergleich zwischen den beiden Episoden. Dies wird in ein paar Monaten nachgeholt.

Zu Beginn der Folge sieht man zwei gigantische Kriegsheere – Klonkrieger gegen Kampfdroiden – aufeinander zu marschieren. Eines der Beispiele, dass die Folge nicht an Quantität der gezeigten Dinge spart und keine Scheu zeigt, größere Verluste auf beiden Seiten zu zeigen. Sehr zu Gunsten der Zuschauer bieten die durchaus detailreichen und realistischen Animationen eine lebensechte Atmosphäre und lassen sie staunen, wenn man die bis dahin größte  – wenn auch sehr kurze – Bodenschlacht in der Geschichte der Serie sieht.

Leider konzentrierten sich die Macher erneut nur auf die Truppenstärke, nicht aber auf die Taktik; etwas, was ich bei Katz und Maus schon sehr vermisst hatte. Wie Soldaten ohne Hirn und Verstand preschen die beiden Heere aufeinander zu (auf eine der beiden Seiten trifft die Beschreibung ja eigentlich ganz gut zu) und verspielen ihr Leben durch sinnlose Taten wie etwa das in die Menge Stürmen eines Dugs, der mit seinem Reittier auf einen der Zwergspinnendroiden hüpft, ihn zwar kampfunfähig machen kann, doch sich selbst zur Zielscheibe Tausender folgender Kampfdroiden macht.
Auch die Kampfhaltungen der jahrelang ausgebildeten Klone – allen voran Commander Rex – lässt zu wünschen übrig. Anstelle hinter Schutt und Trümmern Schutz zu suchen, stellen sie sich vor die potenziellen Deckungen und geraten so natürlich mitten ins Kreuzfeuer.

Doch der Macht sei Dank ist die taktikfreie Schlacht schon bald vorbei und man darf zwei fantastische Animationen mit Wow-Effekt erleben. Zum Einen die Explosion der Elektroprotonenbombe (die vielleicht eine Anspielung auf die Atombomben ist; höchstwahrscheinlich sogar an die Hiroshima- und Nagasakibomben, die den Krieg gegen Japan ein für alle Mal beenden sollten), zum Anderen das Einstürzen des Bodens, mit dem wohl die wenigsten Zuschauer gerechnet haben dürften.

Auch die darauffolgenden Szenen sprechen für den Aufwand der Animationen. Großflächige Landschaftsaufnahmen, die voll sind mit Schutt, umgestürzten AT-TEs und SPMAT-ähnlichen Panzern und natürlich der Zillo-Bestie, die zwar im Vergleich zu ihren Vorbildern King Kong und Godzilla recht dünn und gebrechlich aussieht, durch ihr wütendes Wegwerfen der Panzer, die davonfliegen wie Kinderspielzeug, aber wieder Sympathie- und Gigantomaniepunkte einheimsen kann.

Doch nicht nur die Animationen wissen vollends zu überzeugen und den Zuschauer in ihren fernsehrevolutionären Bann zu ziehen. Die Inszenierung, die doch in den meisten Folgen der Serie die Qualität so sehr abschwächt und oft für hektisches Empfinden führt, sticht aus der Serie hervor wie ein Diamant. Regisseur Giancarlo Volpe lässt sich Zeit, dem Krieg, den moralischen Aspekten, und den diversen Handlungen die Bedeutung zu geben, die sie verdienen. Themen wie das Abschlachten des vermutlich letzten Vertreters seiner Art werden nicht in wenigen Sätzen drangenommen und kurz darauf wieder abgeschlossen, sondern sie ziehen sich über fast die gesamte Folge lang hinweg und geben ihr so die Tiefgründigkeit, die die Episode zu etwas Besonderem macht.

Dass die Folge zudem auch für Hardcore-Fans etwas zu bieten hat, soll hier nur am Rand erwähnt werden. Man erfährt jedenfalls, dass selbst die modernsten Jedi-Starfighter keinen Airbag haben (und gleichzeitig auch den Grund, weshalb Anakin in Episode III einen ganz anderen Jäger als in der Serie hat), und dass die aus Episode III – Die Rache der Sith bekannt gewordenen ARC-170-Starfighter ihr Seriendebüt in dieser Folge erleben durften und somit – soweit man das im Anbetracht der Kontinuitätsschierigkeiten behaupten kann – in der in dieser Folge gezeigten Schlacht um Malastare ihren Ersteinsatz hatten.

Quelle: StarWars-Union.de

Das Zillo-Biest spart nicht an Aufwand, Zeit und einigen moralischen Dingen. Dies macht sie für mich zu einer der besten Episoden der Serie, und vermutlich dürfen wir schon bald in den kommenden Staffeln ein Prequel erwarten, wie wir es von Star Wars – und The Clone Wars natürlich auch – gewohnt sind, denn die anfangs gezeigte Schlacht wütet schon eine ganze Weile. Für die Macher wäre es eine rausgeworfene Story, so ein heißes Thema wie eine der heftigsten Schlachten des Krieges nicht noch in einer zusätzlichen Folge zu zeigen. Das kennt man ja im Prinzip schon von Christophsis.

Mag die Idee noch so sehr von Jurassic Park & Co. geklaut sein, die Inszenierung lässt kaum Wünsche übrig und ist ein Highlight der zweiten Staffel. Lieber gut geklaut als schlecht selbst gemacht (Letzteres hat The Clone Wars schon viel zu oft abgeliefert).
Meine Erwartungen an die kommende Episode liegen leider nicht allzu hoch, auch wenn die Vorfreude wie eh und je ungebrochen ist. Doch Verlauf und Ende des Zweiteilers dürfte man von King Kong schon kennen, was schon mal für keine Überraschungen sorgen wird. Doch vielleicht wissen mich Palpatines dunkle Machenschaften mit Zillo doch etwas Besseren zu belehren … ?

Superstarke 4,5 von 5 Sternen, die an der 5er-Stufe auf Grund der 100% taktikfreien Schlacht nur kratzen und sie nicht erreichen können.

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7 Responses to Star Wars: The Clone Wars – Das Zillo-Biest

  1. graval says:

    Ich kann einiges nachvollziehen, die Schlacht war gut und die Animationen sind auch nicht schlecht. Und vielleicht hat Giancarlo Volpe, der aufgrund seiner Avatar-Arbeit mein Lieblings-TCW-Regisseur ist, auch etwas Tiefgründigkeit reingebracht. Das jedoch auf Kosten der Logik. Warum haben die Dugs ein Problem damit, dass die Jedi Zillo wegschaffen? Und warum geht man mit dem Viech auf den belebtesten Planeten des ganzen SW-Universums?

    Und noch eine Frage: Wo hast du Jurassic Park gesehen? Mich erinnerte das Ganze viel mehr an Godzilla. 🙂

    Ansonsten: Ist doch toll, wenn wir mal so unterschiedliche Meinungen haben 😉

  2. Lichtschwert says:

    Wann hat Giancarlo Volpe was mit Avatar gemacht?

    „Warum haben die Dugs ein Problem damit, dass die Jedi Zillo wegschaffen?“
    Nun, genau genommen müssten sie einfach nur zufrieden sein, wenn Zillo weg ist. Ob lebend oder tot. Doch ich denke, sie sehen die Spezies als eine Art Erzfeind an, den es auszumerzen gilt. Sie bezeichnen ihn ja als blutrünstiges Monstrum, und wer so etwas sagt, wünscht Zillo sicherlich kein Über-/Weiterleben.

    „Und warum geht man mit dem Viech auf den belebtesten Planeten des ganzen SW-Universums?“
    Nun, ursprünglich wurde ja ein OuterRim-Planet vorgeschlagen. Doch die Rakatan-Wissenschaftlerin hat um Proben gebeten. Palpatine meinte dann wiederum, dass man auf Coruscant am besten Proben nehmen kann. Wie man aber im Vorschauvideo erfährt, (Spoiler!)will er Zillo letzten Endes umbringen. (Spoiler Ende)
    Und warum Coruscant? Nun. Coruscant bietet Empire-State-Building-ähnliche Gebäude, auf die Zillo dann kraxeln darf, um dort dann ganz King-Kong-like abgeschossen zu werden. So stelle ich mir zumindest den Verlauf der kommenden Folge vor. 😉

    „Wo hast du Jurassic Park gesehen? Mich erinnerte das Ganze viel mehr an Godzilla.“
    Nun, da habe ich mich vielleicht ungünstig ausgedrückt. Die kommende Folge dürfte durch Jurassic Park inspiriert worden sein, und vielleicht auch der Schluss dieser Folge, in der das gewaltige Monster nach Coruscant gebracht wird. Wie das Vorschauvideo verrät (Spoiler!), bricht Zillo aus dem „Gefängnis“ aus und scheint sich frei zu kämpfen. So oder so ähnlich erging es ja auch dem T-Rex aus JP1, den man auf Grund der großen elektrischen Einrichtungen sicher geglaubt hatte, doch letzten Endes reicht/versagt die Elektronik nicht und der T-Rex wird frei. Sowas passiert auch bei Zillo. (Spoiler Ende)

    „Ist doch toll, wenn wir mal so unterschiedliche Meinungen haben“
    Sollte dies nicht allzu oft geschehen, bin ich sogar dafür. Dann können wir uns häufiger ausdiskutieren und bleiben nicht stets bei einem „Dem stimme ich zu“. 😉 😀

  3. graval says:

    Wir sprechen von der Serie Avatar, und nicht James Camerons Film 😉

    Und die Dugs müssen ja wirklich blöd sein, wenn sie die Drecksarbeit nicht den Jedi überlassen. Und dass sie sich nicht fragen, warum die Jedi einen „toten“ Zillo mitnehmen, wundert mich auch. Das stinkt doch bis zum Himmel ^^

    Nun, umbringen kann Palpatine Zillo auch irgendwo anders, es gibt keinen Grund, warum das auf Coruscant besser geht… 😉

    Ich sehe in dieser Szene wirklich vielmehr den Ausbruch von King Kong aus seinem „Gefängnis“ in NY wo er präsentiert wurde. Und vielleicht hat man sich bei Jurassic Park ja daran orientiert, ist doch ein ziemlich grosser Zufall… ^^

    Und das mit den unterschiedlichen Meinungen führt wie du sagst zu interessanten Diskussionen 😀

    Ich glaube übrigens, dass wir noch nicht ausgezillot haben… Hehe. Man sollte nie zuviel lesen. 😀

  4. Lichtschwert says:

    Mit der Serie Avatar habe ich nichts am Hut, den ich sowieso nicht habe.

    Zu den von dir genannten Logikfehlern: du musst zugeben, dass es schlimmere Fehler gab. Bei denen muss man ja schon sein Gehirn einschalten, um die erkennen zu können. Das ging bei den anderen Logikfehlern auch ohne. Im Vergleich zu denen bietet diese Folge also einen Logikmeilenstein. 😉

    „Man sollte nie zuviel lesen.“
    Ein Grund, Spoiler zu vermeiden …

  5. graval says:

    Nun, es sind sicher keine schlimmen Logikfehler, aber sie fallen mir auf. Und dann stören sie, egal wie gross. Und Spoiler sind [ ] doof [ ] cool (zutreffendes bitte ankreuzen). 😉

  6. Lichtschwert says:

    „Und Spoiler sind [X] doof [X] cool (zutreffendes bitte ankreuzen).“
    Cool, wenn man selbst entscheiden kann, ob man sich selbst spoilern möchte und sich die Spoiler im annehmnbaren Rahmen aufhalten (vgl. Episodenkommentare von Dave Filoni zur dritten Staffel).
    Doof, wenn man unvorbereitet von anderen gespoilert wird und dabei nicht gerade Kleinigkeiten verraten werden.
    😉

  7. graval says:

    Ist übrigens nicht das, was du meinst und Interpertationssache 😉

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