Star Wars: The Clone Wars – Kopfgeldjäger

Kopfgeldjäger ist die 17. Folge der 22-teiligen zweiten Staffel der Animationsserie Star Wars: The Clone Wars.

Anakin, Obi-Wan und Ahsoka schließen sich mit einem unguten Gefühl einer vierköpfigen Kopfgeldjägertruppe an, um einen Bauern vor Hondo Ohnaka und seinen Piraten zu beschützen … (Quelle: StarWars-Union.de)

Quelle: StarWars-Union.de

Die an Akira Kurosawa gewidmete Folge beginnt mit Anakins, Obi-Wans und Ahsokas Ankunft im Felucia-System, auf der Suche nach einem Grund des spurlosen Verschwindens der Medistation in diesem System. Bereits jetzt merkt man, dass man vom logischen Teil der Episode nicht allzu viel erwarten darf. Die neuen „Großen Drei“ begeben sich in offensichtlich vom Feind erobertes Gebiet, ohne jeglichen Begleitschutz in Form der üblichen Verdächtigen, sprich Rex und Cody. Anscheinend unbewaffnet begeben sie sich auf einen Erkundungsflug, den jeder gewöhnliche Klonspürtrupp auch hätte erledigen können, ohne beim Ausbrechen „aggressiver Verhandlungen“ nur auf sein diplomatisches Geschick und im schlimmsten Fall auf sein Lichtschwert angewiesen sein zu müssen. Kurz gesagt: ein leicht bis schwer bewaffnetes Erkundungsschiff mit Klonbesatzung hätte Anakins, Obi-Wans und Ahsokas Job wunderbar übernommen können. Aber stattdessen schickt der Jedi-Rat zwei seiner begabtesten Ritter plus eines Padawans auf eine Reise ohne genaues Ziel.

Naja. Das ist im Vergleich zu anderen Dingen noch ein recht kleiner Kritikpunkt dieser Episode. Später jedenfalls werden die neuen Großen Drei von einer Gruppe Vulture-Droiden attackiert und in einer optisch sehr ansehnlichen und überzeugenden Verfolgungsjagd im Himmel über Felucia abgeschossen. Mit Hilfe interessanter Schleudersitze können sie halbwegs überschadet bruchlanden und begegnen innerhalb von Sekunden einem Rancorrudel, das sich von der nahen Explosion des zerstörten Shuttles scheinbar unbeeindruckt zeigt und weiter von dannen zieht.
Das Auftauchen dieses kleineren Rudels ist eigentlich überflüssig, denn es trägt nichts zum weiteren Ablauf der Folge bei. Die Zeit, die dafür „verschwendet“ wurde, hätten die Macher besser eingespart, denn hier beginnt für mich der hektische Teil der Episode, der erst mit dem imaginären Einblenden des Abspanns (imaginär deshalb, weil Kabel Eins wohl ab sofort keine Serienabspänne mehr zeigt; bei der vorher ausgestrahlten Episode von The Spectacular Spider-Man war das auch schon so) endet.

So sieht Ahsoka sofort Rauch am Himmel hochsteigen. Die Gruppe macht sich auf den Weg dorthin, begegnet einem scheinbar verlassenen Farmersdorf, öffnet eine Scheune, in dem sich zufälligerweise ein funktionstüchtiges Raumschiff befindet (was die Gruppe natürlich braucht, um wieder vom Sumpf- und Waldplaneten verschwinden zu können), und begeben sich in ein verlassenes Haus, in dem sie innerhalb von Sekunden die spärlich versteckten Bewohner auffinden. All das geschieht in weniger als einer gefühlten halben Minute, was die Kompetenz des Regisseurs Steward Lee, der mit dieser Folge seine sechste Regiearbeit abgeliefert hat, erneut in Frage stellt.

Diese hektische Umsetzung geht in den darauffolgenden 20 Minuten kontinuierlich weiter. So cool die Produzenten den Kopfgeldjäger Embo auch darzustellen versuchen: das ihm verleihte Talent, durch Felsvorsprünge schießen zu können und innerhalb weniger Sekunden Hunderte Meter in der Ebene und ein paar Dutzende in der Höhe zurückzulegen, ist schlicht und ergreifend unrealistisch. Gemeint ist die Szene, in der die Kopfgeldjägerin Sugi den Späher von Hondo Ohnakas Truppen sieht, Embo beauftragt, ihn zu verfolgen und sich der Spion daraufhin (der sich übrigens auf dem genannten Felsvorsprung befindet) mit seinem Speederbike auf die Flucht begibt. Embo folgt (er ist noch im Dorf und somit weit vom Spion entfernt), rennt ihm hinter her, schießt auf ihn, trifft durch den Felsvorsprung oder irgendwie um ihn herum das Speederbike des Spions, ist plötzlich nur noch wenige Meter hinter ihm und erledigt ihn dann. 🙄

Ein weiterer Negativpunkt dieser Folge ist, dass sie den Ruf des für mich bislang recht sympathischen Piraten Hondo Ohnaka zunichte macht. Man lernte ihn bereits im Zweiteiler Die Ergreifung des Counts und Der Freikauf kennen, in dem er zwar als undurchsichtig und brutal, aber auch ehrlich und ehrenvoll dargestellt wurde (also vergleichbar mit Cad Bane). Dieser Ruf wurde nun durch seine Angriffe auf wehrlose Bauern und die Hinterhältigkeit, mit der er Anakin im finalen Duell hereinlegt und ihn in die Schussbahn des Panzers schubst, sowie seinem Drang zur Aggressivität zunichte gemacht.

Dass seine Handlanger und Gefolgsleute nicht zu den klügsten Piraten in der Galaxis zählen, merkte man schon im Zweiteiler aus der ersten Staffel, in dem es zwei Jedi und einem Sith gleich mehrfach gelingt, Ausbrüche aus deren Gefangenschaft zu verüben. Doch der Kampf der Piraten gegen die doch als untalentierten und tollpatschigen beschriebenen Bauern setzt dem noch die Krone auf. Dodkalm72s Vergleich mit der Schlacht auf Endor zwischen  dem Imperium und den Ewoks trifft dies vorzüglich. Mit einfachsten Mitteln werden professionelle Killer von einem Bauerndorf besiegt. Dieser Stil konnte mich schon in Episode VI nicht sonderlich überzeugen.

Einzig und allein die Piratin Sugi sticht aus dieser Episode als durch und durch positiv (gemacht) heraus. Die Animationen ihrer Gesichtsausdrücke gehören zu den realistischsten der gesamten bisherigen Serie. Ihre Flirts mit Obi-Wan Kenobi sind sehr amüsant und im gewissen Maße vergleichbar mit den Unterhaltungen mit Herzogin Satine.

Quelle: StarWars-Union.de

Doch selbst das und auch die ebenfalls überzeugenden Landschaftsanimationen können das Gesamtbild von Kopfgeldjäger nicht im Geringsten verschönern. Sie verhelfen der Folge zwar gerade noch so auf schwache 1,5 von 5 Sternen, doch es verbleibt der Eindruck einer hektisch ablaufenden Serienfolge mit zahlreichen Mankos. So kann kein Spaß beim Anschauen entstehen, wenn einem im Minutentakt, teilweise sogar im Sekundentakt Dinge auffallen, die einer Verbesserung bedarfen. Schade.

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15 Responses to Star Wars: The Clone Wars – Kopfgeldjäger

  1. graval says:

    Der fehlende Abspann und Embos rascher Ortswechsel fielen mir auch auf, insgesamt eine sehr miese Folge. Aber Embo selbst war cool 🙂

  2. graval says:

    Im übrigen konnte mich keine der Folgen von Stewart Lee begeistern. Dabei sind einige ganz schlechte von ihm. Leider nein. 😉

  3. Lichtschwert says:

    „Gehirn-Parasiten“ war meines Erachtens seine bislang beste Regiearbeit. Beim Rest stimme ich dir zu: miese bis sehr miese Folgen zeichnen seine Arbeiten.
    Im Gegensatz zu dir fand ich Sugi aber eigentlich ganz nett – und das hat nichts mit ihrer TCW-verhältnismäßig fülligen Vorderseite zu tun. 😉

  4. graval says:

    Stimmt, Gehirn-Parasiten habe ich noch verhältnismässig positiv in Erinnerung. 🙂

    Und zu Sugi: Aaaaaaaaaaaaaaaber sie ist dir aufgefalleeeeeeeeeeeeeeeeeen!! 😉

  5. Lichtschwert says:

    Sag ich ja, aber positiv.

  6. graval says:

    Ts. Ts. Versaut. Ts. Diese Jugend.

  7. Lichtschwert says:

    Darf ich darauf hinweisen, dass eine ähnliche Aussage auch aus der Feder deiner Tastatur stammt?

  8. graval says:

    Uh. Ein fliegender Vogel. Guck mal. So was.

  9. Lichtschwert says:

    😕 Wegen „Feder aus deiner Tastatur“ oder wie lässt sich das verstehen?

  10. graval says:

    War eigentlich als Ablenkung gedacht. Aber ich merk grad, dass „fliegender Vogel“ ziemlich unglücklich ausgedrückt ist xD

  11. Lichtschwert says:

    Stimmt. Aber eine Ablenkung von was?

  12. graval says:

    Von deinem doch sehr plausiblen Argument 😉

  13. Lichtschwert says:

    Die Ablenkung wurde trotzdem erreicht. Ich musste erst nachlesen, welches meiner zahlreichen plausiblen Argumente du noch mal gemeint hattest. 😉

  14. graval says:

    Yaaaaay!! Ich komme nicht umhin, das zu posten ^^

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