Made in Vietnam

Die 14-jährige Vietnamesin Lan muss des Fortbestands ihrer Familie wegen unter unmenschlichen Bedingungen in einer vietnamesischen Fabrik arbeiten, in der sie moderne Markensportschuhe herstellt. Verzweifelt versucht sie, gegen das kapitalistische Regime in der Fabrik anzukämpfen, doch sie erhält dabei überraschenderweise Hilfe vom Vater des Fabrikbesitzers …

Quelle: Borromedien.de

Die deutsche Autorin Carolin Philipps (sie ist verheiratet mit einem Vietnamesen) behandelt in ihrem Ca.-140-Seiten-Roman ein sehr ernstes Thema, das in unserer Gesellschaft leider oftmals unterschätzt und vergessen wird. Vietnam steht dabei für die zahlreichen Länder, in denen Minderjährige unter brutalen Bedingungen und niedrigsten Löhnen in Fabriken arbeiten müssen, damit die Lagerbestände von NewYorkers, C&A & Co. gefüllt werden können.

Philipps versucht, mit dem Buch Kinder an dieses Thema heranzuführen und ihnen klar zu machen, dass für für uns selbstverständliche Dinge wie passende, flexible und rutschfeste Sportschuhe unter unmenschlichen Verhältnissen gearbeitet werden muss. Leider wirkt sich die Zielgruppe von Made in Vietnam stark auf die Qualität der Erzählweise aus, wodurch Spannung und Glaubwürdigkeit drastisch gesenkt werden. Die Hauptperson Lan ist vierzehn Jahre alt, die Zielgruppe selbst ist meines Erachtens noch ein paar Jährchen jünger. Wenn man ein so brutales und bedeutendes Thema einem Kinderpublikum verkaufen möchte, geht dies nicht ohne Einbußen bei der Brutalität und Charaktertiefe. Lan selbst wächst dem Leser zwar recht schnell ans Herz, doch sie weiß spielerisch leicht, die Chefetage einer großen Firma zu infiltrierien und diese gegen sich selbst auszuspielen. Als hätte sie es schon 1.000 Mal gemacht, überwindet sie meterhohe Mauern sowie Zäune und schleicht sich in fremde Häuser. Das dürfte für Kinder zwar sehr spannend sein, wirkt jedoch beim etwas älteren und erfahreneren Leser nicht sonderlich überzeugend.

Das Thema an sich ist sehr spannend und interessant, doch Carolin Philipps misslingt leider der Versuch, dieses Thema auch auf Kinderniveau spannend und interessant zu gestalten.
Idee top, Umsetzung flop, weshalb das Buch leider nicht mehr als 2 von 5 Sternen verdient.

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