Star Wars: The Clone Wars – Verschwörung auf Mandalore

Verschwörung auf Mandalore ist die zwölfte Folge der 22-teiligen zweiten Staffel der Animationsserie Star Wars: The Clone Wars.

Diplomatie oder Intrige? Der Rat der Neutralen Systeme vertritt über 1500 Welten, die sich aus dem Krieg heraushalten wollen. Doch Gerüchte sind bis zum Senat der Republik vorgedrungen, wonach die neue Vorsitzende des Rates – Herzogin Satine von Mandalore – insgeheim ihre eigene Armee aufbauen soll, um für die Sache der Separatisten zu kämpfen.
Jetzt ist Jedi-Meister Obi-Wan Kenobi nach Mandalore gesandt worden, um die Wahrheit hinter diesen Anschuldigungen aufzudecken … (Quelle: StarWars-Union.de)

Quelle: StarWars-Union.de

Verschwörung auf Mandalore ist die erste Folge eines Mehrteilers, der bei den Fans auf Grund diverser Kontinuitätsbrüche zu teils heftigen Diskussionen geführt hat. Die früher als aggressiv und kämpferisch bekannten Mandalorianer wurden durch die Macher von The Clone Wars „verharmlost“ und als Sympathisanten des Friedens dargestellt.
Zugegeben, mir würde die alte Version der Mandalorianer auch besser gefallen, einfach deshalb, weil mir das Bild der Mandalorianer aus den beiden KotOR-Videospielen von LucasArts besser gefallen hat als aus dieser Folge. Leider kenne ich mich mit der alten Kultur der Mandalorianer nicht gut genug aus, um den Kontinuitätsproblemen eine große Rolle in dieser Kritik zu widmen.

Der Schwerpunkt dieser Kritik soll auf dem Thema Design liegen. Das Episodendesign ist mir bei Verschwörung auf Mandalore nämlich sehr stark aufgefallen. Teils positiv, teils negativ, teils fortschrittlich im Vergleich zu älteren TCW-Folgen.

Zum Einen möchte ich nennen, dass mir das Licht-und-Schatten-Spiel, das vor allem in den Szenen, in der die Hauptstadt (?) Mandalores gezeigt wird, ziemlich auffallend ist, sehr gut gefällt. Jedes der zahlreichen Gebäude wirft einen eigenen Schatten, der nicht als verschwommener schwarzer Fleck daherkommt, sondern einen starken Kontrast zu den hellen Flächen bildet. Meines Erachtens ein weiterer Fortschritt in Sachen realistischen Animationen.
Die Idee, sämtliche Gebäude quadratisch und/oder rechteckig zu formen, ist … gewöhnungsbedürftig. Optisch bietet es einiges an Neuem, aber eine Kultur, die wirklich nur in quadratischen/rechteckigen Häusern wohnt, dürfte einen sehr schlechten Sinn für Kunst haben.
Generell kann man über diese Folge sagen, dass sie oberflächlich sehr gelungen ist. Denkt man aber ein klein wenig nach und schaltet das Hirn ein, dürften einem noch weitere fragwürdige Fakten auf- und einfallen.

So zum Beispiel, dass die Mandalorianer zur Herstellung neuer Waffen eine Maschine benutzen, die so, wie sie in dieser Folge gezeigt wird, keine Woche ohne Reparatur auskommen wird. Sie – gemeint ist die Maschine, in die Obi-Wan gewerfen worden sollte – zerstückelt größeres und kleineres Gestein in Zahnrädern ziemlich grob, was die Materialkompetenz der Ingenieure sehr in Frage stellt.

Quelle: StarWars-Union.de

Des Weiteren fragt man sich, wo sich Satines Wachen während ihres Besuchs auf Concordia aufhalten. Es ist bekannt, dass auf Concordia der Stützpunkt der kriegerischen Mandalorianer ist/war und sich dort auch die Death Watch aufhält (wenn ich mich nicht irre). Auf einen Planeten mit fragwürdigen Organisationen begibt sich Herzogin Satine also alleine, lediglich in Begleitung ihres alten Freundes Obi-Wan Kenobi.

Dieselben Wachen lassen auch zuvor einiges zu wünschen übrig, als Obi-Wan nach dem Death-Watch-Anschlag auf Mandalore den Attentäter verfolgt und ihn stellt. Wenig später trifft auch Satine ein – aber ohne Wachen, die gerade bei einem Anschlag oberste Priorität auf die Sicherheit der Herzogin legen sollten. Aber stattdessen lassen sie sie alleine einem Attentäter hinterher rennen, der Sekunden zuvor vermutlich versucht hat, sie zu ermorden.
Selbst die schönen neckischen Wortwechsel zwischen Satine und Obi-Wan können das nicht vergessen lassen, die vergleichbar sind mit den ebenfalls hörenswerten Dialogen zwischen Anakin und seinem Meister.

Zurück zum Design: positiv hervorzuheben sind die Landschaften, die sich zwar eher mager in das Animationsdesign eingliedern, aber auf einem Zeichenbrett sicherlich klasse ausgesehen hätten. Leider ist die Gestaltung der mandalorianischen Zivilisten sehr ausbaufähig. Neben der Einheitskleidung teilen sie auch die gleiche Nase, das gleiche Gesicht, den gleichen Ausdruck, was wohl am meisten in den Sekunden nach dem Anschlag zu sehen ist. Der übrigens sieht zwar gut aus, lässt aber in Sachen Verwundete und Blut noch einiges zu wünschen übrig. Hier merkt man wieder die eigentliche Zielgruppe der Serie …

Einen Fortschritt im Bezug auf die Choreographie bei Lichtschwertduellen bietet auch Verschwörung auf Mandalore nicht. Beim Kampf zwischen Pre Vizsla und Obi-Wan sieht man dieselben abgehackten und steifen Bewegungen, die man von TCW kennt. Leider gefiel George Lucas die Idee nicht, dass es „normale“ Schwerter gibt, die eine Lichtschwertklinge aufhalten können (gemeint sind die Vibroklingen, die man auch aus den beiden KotOR-Spielen kennt). Ein weiteres Mal respektiert Lucas also das Erweiterte Universum nicht und gibt uns dagegen das Dunkelschwert, das meines Erachtens ein trostloser Ersatz einer Vibroklinge ist.

Im Gegenteil zum Klingenduell sehen die Faustkämpfe der restlichen Mandalorianer gegen Obi-Wan recht nett aus und versprechen schön anzusehende Action.

Quelle: StarWars-Union.de

Zurückblickend hat diese Folge viel Gutes, Schlechtes und einige interessante intergalaktische politische Themen. Hätten die Macher ein klein wenig mehr auf Details geachtet wie die Sache mit den Wachen, hätte die Folge bei mir deutlich besser abgeschnitten.
Die unterhaltsamen Gespräche zwischen Satine und Obi-Wan verhelfen Verschwörung auf Mandalore noch auf 2,5 von 5 Sternen.

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7 Responses to Star Wars: The Clone Wars – Verschwörung auf Mandalore

  1. graval says:

    „Zugegeben, mir würde die alte Version der Mandalorianer auch besser gefallen, einfach deshalb, weil mir das Bild der Mandalorianer aus den beiden KotOR-Videospielen von LucasArts besser gefallen hat als aus dieser Folge.“ Heldenhaft ^^

    Ernsthaft: Dachte schon, du hättest die neue Folge schon gesehen, dann fiel mir aber wieder ein, dass du ja das Review zur letzten noch nicht geschrieben hast. Hach, das ist alles doch schon so lange her ^^ Freue mich schon riesig auf die morgige Folge-Folge 😀

  2. Lichtschwert says:

    „Hach, das ist alles doch schon so lange her“
    Deshalb habe ich sie mir gestern nochmal angeschaut. Zum Einen, um die Kritik zu schreiben, zum Anderen, um sich wieder ins Gedächtnis zu rufen, um was es nochmal ging.

    „Heldenhaft ^^“
    Hab ich was Falsches gesagt? 😕

  3. graval says:

    Diesen Teil hat ja das Newsreel erledigt, für einmal war ich froh drum 😉

    Ich fand nur die Begründung, dass es dir besser gefällt, weil es dir besser gefällt, genial 😛

  4. Lichtschwert says:

    Upps. Achso. ^^ 😀
    Gemeint war die Darstellung der Mandalorianer aus KotOR. Diese war besser als die in TCW.

  5. graval says:

    😉 Ich finde die Mando-Darstellung von Traviss am besten. Klar baut sie auf der KotOR-Darstellung auf, aber den Grossteil hat Traviss dazu beigetragen 🙂

  6. Lichtschwert says:

    Ich habe nur den ersten (ganz guten) und den zweiten (extrem langweiligen) Teil ihrer Reihe gelesen und kann von daher wenig über ihre Darstellung der Mandos sagen. Deshalb habe ich das Thema auch nur kurz angeschnitten. Meines Erachtens wurde das Thema auch schon oft genug diskutiert, meist von Leuten, die sich besser mit den EU-Mandos auskennen als ich.

  7. graval says:

    Ich kenne auch nicht viel mehr als die ersten drei Bände, aber ich finde einfach, dieses Bild einer Einheit passt besser zu den Mandos, als jenes aus TCW. Da muss man nicht viel mehr gelesen haben, um die Unterschiede zu sehen 😀

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