30 Jahre Das Imperium schlägt zurück

Das Beste kommt zum Schluss. Irgendeiner muss ja der letzte sein …
Was ich mit meinem Beitrag zur momentanen Diskussion beitrage, war mir bis vor kurzem nicht ganz klar. Dass es etwas mit der Besonderheit des Klassikers Das Imperium schlägt zurück zu tun haben wird, zwar schon, aber da stellte sich mir die Frage, was denn nun das Besondere sei. Beziehungsweise das Ausschlaggebende für den anhaltenden Bestand und die Aktualität des mittlerweile 30-jährigen Sci-Fi-Blockbusters. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Vor 30 Jahren gab es noch nicht einmal Handys. Selbst von E-Mails war noch nichts zu spüren. Trotzdem ist dieser Klassiker noch modern und sci-fi-mäßig genug, um nicht in die Riege von Die unheimliche Begegnung der dritten Art abzurutschen, dessen Spezialeffekte schon seit langem als peinlich und rückschrittlich eingestuft werden. Für jene, denen der Filmtitel nichts sagt: Die unheimliche Begegnung der dritten Art kam ein halbes Jahr nach Eine neue Hoffnung (Episode IV) in die Kinos und wurde von Steven Spielberg verfilmt.

Effektevergleich - Links: die dritte Art; rechts: der Schlag des Imperiums

Doch für mich ist nicht die Technik von damals ausschlaggebend für den Erfolg der fünften Star Wars-Episode. Meiner Meinung nach ist es die Kunst, eine Filmfortsetzung noch besser zu machen als den Vorgängerfilm und dann auch noch in einem Cliffhanger bzw. offenen und noch dazu Nicht-Happy End(e) abzuschließen. Denn dies haben bislang nur wenige Filme geschafft.
Die Liste erfolgloser Filmfortsetzungen, die unter einem deutlichen qualitativen Abstieg zu leiden hatten, ist lang. Spontan fallen mir Matrix und Jurassic Park ein. Speed, Scary Movie und Saw sollen ja auch von Film zu Film schlechter werden, kann ich aber leider nicht bestätigen, da ich sie noch nicht gesehen habe.

Jedenfalls hatte es Episode V vom Beginn des Drehbuchschreibens an nicht leicht. Man muss Episode IV auf jeden Fall gesehen habe, um in Sachen Story und Charaktere durchblicken zu können. Dazu kommt, dass Fans des ersten Films eventuell in allen Punkten enttäuscht werden könnten. Immerhin fehlt Das Imperium schlägt zurück definitiv die Naivität seines Vorgängers. Szenen, die vergleichbar sind mit dem Sprung des weißen Bauernjungen mit der hübschen Prinzessin von einer Ebene des Todessterns zur anderen, sucht man vergeblich. Die Gegner in Gestalt des mysteriösen Imperators und seines Schülers Darth Vader werden noch vielschichtiger und bedeutender, was zur Folge hat, dass der Film viel düsterer wird. Ein weiterer Beleg für die Verdunklung des Gesamtbilds sind auch die Welten. Keine weiten und übersichtlichen Wüstensteppen mehr, sondern ein schwüler und gefährlicher Sumpfplanet mit etlichen dunklen Seiten, der im Kontrast steht zur tödlichen Eiseskälte Hoths. Zusätzlich spielt ein Großteil des Films im dunklen Weltraum, so zum Beispiel die Flucht von Hoth vor den Schergen des Imperiums oder auch die Endszene, die ja schließlich immer den stärksten Eindruck hinterlässt, da sie am präsentesten und alm „frischesten“ im Gedächtnis bleibt.

Und natürlich die nie vergessene Szene mit dem – wie es mein Kollege dodkalm72 wunderbar ausgedrückt hat – wohl am meisten verwendeten falschen Filmzitat: „Nein, ich bin dein Vater“ in einem der Luftschächte (?) Bespins mit vielen Schatten und schwarzen Stellen. Einzig und allein die kleinen Lichter an den Wänden im Hintergrund sorgen für die nötige Helligkeit, die vielleicht auch die Bedeutungsgleichheit von Sternen besitzen. Oder von naiven, aber mutigen Lichtern in der Dunkelheit, die stets an ein gutes Ende glauben und der Galaxis den gebrauchten Frieden geben (wollen).

Wie gesagt, Das Imperium schlägt zurück ist eine Kehrtwendung zu seinem Vorgänger Eine neue Hoffnung. Trotz – oder gerade wegen – dieser Eigenschaft erschuf er eine legendär gewordene Fangemeinde und ist nicht einfach nur eine Kopie.
Das Imperium schlägt zurück hat kein Happy End. Doch der Film an sich hat eine glückliche Geschichte, kann auf dreißig ruhmreiche Jahre zurückblicken, darf stolz darauf sein, das Rad der Zeit überstanden zu haben und auch heute noch genauso zu faszinieren, wie er es am 21. Mai 1980 bereits getan hat.

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