Star Wars: The Clone Wars – Eine Lektion in Sachen Geduld

Eine Lektion in Sachen Geduld ist die elfte Folge der zweiten Staffel der 22-teiligen Animationsserie Star Wars: The Clone Wars.

Als ein gerissener Taschendieb Ahsokas Lichtschwert stiehlt, zieht sie die Hilfe eines alten Jedi heran, um ihre Waffe zu finden und ihre Ehre wieder zu erlangen … (Quelle: StarWars-Union.de)

Quelle: StarWars-Union.de

Vielleicht bin ich von den wirklich bombastischen Animationen der letzten Folgen sehr stark verwöhnt, denn die Effekte der Folge Eine Lektion in Sachen Geduld wirkten auf mich sehr einfach und schlicht, auch wenn sie die Computertricks der Folgen aus der ersten Staffel bei Weitem übertrumpfen.
Anders als in Episode II wirkte Coruscants Unterwelt keinesfalls farbenfroh und zugleich düster und abstoßend. Coruscants untere Ebenen erinnerten mich an das bislang veröffentlichte Bildmaterial aus dem bald erscheinenden Videospiel The Old Republic. Dies kommt mir nämlich genauso manga-ähnlich und quietschbunt vor.

Zudem kommt mir der Inhalt der Folge sehr unspektakulär vor.
„Ahsoka hat ihr Lichtschwert verloren und muss es wiederfinden.“ Aha.  Das Finale der zweiten Staffel handelt dann wohl davon, dass inmitten eines Gefechts die Bordtoiletten eines Venatorkreuzers ausfallen …

Aber zurück zu den Animationen. Was ja von vielen bereits bemängelt wurde, ist die fehlende Kreativität der Charaktergestaltung. Die sonst so eifrigen Designer, die für jede Folge mindestens zehn neue Klonrüstungen, Panzer, Waffen oder Raumschiffe entwickeln, haben in Eine Lektion in Sachen Geduld viel zu viele Schablonen 1:1 übernommen. Da wären Gha Nachkt, Robonino, Honda Ohnakas Gefolgsleute + Haustiere und natürlich all die anderen Bürger Coruscants, die es wohl nie über die Copy-and-Paste-Funktion hinaus geschafft haben.
Wo sind all die überfüllten Personentransporter – in diesem Fall der Repulsorzug – geblieben, in denen sich (siehe Episode II und der AA-9-Frachter, in dem Anakin und Padmé sich nach Naboo schmuggeln lassen) die Spezies nur so tümmeln!

Wie auch bei Spion des Senats ist die Idee, sich für kurze Zeit vom Krieg abzuwenden und die weniger actionreichen, aber doch umso wichtigen Geschichten zu erzählen, durchaus gut gemeint, da eine Serie schlichtweg nicht nur aus Kämpfen und Gefechten bestehen kann. Leider ist sie nicht so gut umgesetzt worden, wie die Entwickler es meinten. Viel mehr Witz und Tempo hätte es gebraucht, um an die Spannung der übrigen Folgen anknüpfen zu können. Tera Sinubes Swoopfahrt im dichten Verkehr war ja schon mal ein ganz guter Ansatz, nur ging viel, was er gesagt hat, im Lärm der vorbeirauschenden Gleiter verloren.

Nochmals zum Charakterdesign. Tera Sinube sieht zwar sehr hölzern aus, aber es ist zumindest liebevoller gestaltet als so manch anderer Charakter. Tera Sinube hat mich übrigens sehr stark an Zeddicus aus Legend of the Seeker erinnert.

Augenkrebs dürften die meisten dagegen wohl durch den Anblick von Ione Marcy bekommen haben. Die Idee von sich waagrecht schließenden Augenliedern finde ich zwar klasse, aber dann hätte man doch bitte auch einer etwas atraktiveren Spezies eine Vertreterin als Hauptperson in dieser Folge geben können. Bei all den Twi’leks, Rodianern, Bith, Nautolanern, Togruta und Zabrek, warum musste es ausgerechnet eine äußerlich solch abstoßende Spezies sein? Charaktere wie Chewbacca, Darth Maul und Sebulba sind deshalb so beliebt, weil sie so sehr cool und gut aussehen und das Exotische in (realistischen) Maßen eingesetzt wurde. Bei jedem Anblick von Ione Marcy wurde ich daran erinnert, dass es sich hierbei um eine Animationsserie handelt. Aber eben das ist der unerwünschte Eindruck! Man soll ja auch nicht im Kino sitzen und die gesamte Zeit wissen, dass all dies nur ein Film ist!

Ebenso mies ist in meinen Augen auch die Story. Eine kurze Aufzählung der für mich wichtigsten Dinge, die man hätte ändern können.
Anakin hätte man komplett aus Eine Lektion in Sachen Geduld heraus lassen können. Die Razzia zu Beginn der Folge hätten ebenso die Sicherheitsdroiden übernehmen können, selbst Ahsoka hätte nicht dabei sein brauchen.
Warum wurde Ahsokas Lichtschwert gestohlen? Jedes intelligente Wesen ist sich der möglichen Schwierigkeiten bewusst, die Konflikte mit den Jedi mit sich bringen können. Das Geld für den Verkauf des Schwertes hätte man auch auf andere Art und Weise bekommen können (Schmuggel, Diebstahl, Waffenhandel). Das ist es einfach nicht Wert!
Coruscant kam mir viel zu leer vor. Der Bahnhof und auch die Schluchten waren zwar TCW-verhältnismäßig voll mit Lebewesen und Gleitern. Erstere standen aber meistens einfach nur in der Gegend herum oder gingen emotionslos von A nach B. Familien, die erwartungsvoll und freudig auf Verwandte am Bahnhof warteten habe ich genauso vermisst wie gestresste Arbeiter, die sich beeilen, um ja auch noch den Zug zu erwischen. Das Standardleben eben, wie man es auch aus den Filmen oder von unserer Galaxis kennt.

Quelle: StarWars-Union.de

Letztendlich habe ich bis auf das allgemein gut gemeinte nichts Positives finden können. The Clone Wars ohne Action ist dann eben doch nicht so fesselnd und gut wie gedacht.
Je mehr ich darüber nachdenke, desto eher könnte ich Eine Lektion in Sachen Geduld die schlechteste Bewertung geben. Da bei mir aber der Ersteindruck zählt, bleibt es bei sehr schwachen und knappen 1,5 von 5 Sternen.

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