2012

Der KritikerDer Maya-Kalender sagt das Ende der Welt für den 21. Dezember 2012 voraus und wird von der Wissenschaft unterstützt. Wissenschaftler informieren die Regierungen unseres Planeten über die drohende Apokalypse, auf Grund dessen das größte Projekt der Menschheit geplant wird, das die Rettung vieler Menschen (und Tiere) zur Erhaltung unserer Spezies gewährleistet. Doch nur ein Bruchteil der über 6 Milliarden Bewohner der Erde werden auf die gebauten Archen gebracht werden.

Als der beruflich und privat nicht gerade erfolgreiche Buchautor von dem Projekt erfährt, versucht er, seine geschiedene Frau und ihre zwei gemeinsamen Kinder in Sicherheit zu bringen…

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Quelle: TheHottestIshh.net

Noch nie habe ich einen Film so sehnsüchtig erwartet. Das Thema „2012“ und der damit verbundene Weltuntergang fasziniert mich nun schon seit einem Jahr. Dass dieses Phänomen dann auch noch vom Großmeister der Apokalypse(n), Regisseur Roland Emmerich, verfilmt werden würde, war für mich wie ein Lottogewinn, faszinierte mich doch sein Meisterwerk The Day After Tomorrow.

Verstärkt wurde dieser Hype zudem noch durch die überirdisch bombastischen Trailer und die Medienpräsenz des Films. Als mehr und mehr Zeitschriften, TV-Sendungen und auch das Internet von „2012“, sowohl Film, als auch Phänomen, berichteten, wurde mir klar, dass der Film Diskussionen auf aller Welt aufwerfen würde.

Nun ja, nachdem ich den Film im Kino gesehen habe, kann ich ein kleines Fazit schließen; wie dies entstanden ist, lest ihr weiter unten.
2012 ist meines Erachtens nicht der von den Trailern gehypte Big-Bang-Mega-Blockbuster des Jahrzehnts, doch auf jeden Fall – nicht nur für Emmerich- und Apokalypsenfans – äußerst sehenswert.

Zuerst einmal ist zu sagen, dass mir im Vergleich zu The Day After Tomorrow sehr stark die wissenschaftlichen Fakten zum Grund der Apokalypse fehlen. Während in The Day After Tomorrow detailliert, doch auch für Laien verständlich, erklärt wird, wie es zu einer solchen Klimakatastrophe kommt, wird die Wissenschaft in 2012 oft außen vorgelassen. Alle 640.000 Jahre nur stehen die Erde, ihre Sonne, weitere Planeten sowie das Zentrum der Milchstraße in einer Reihe. Soweit noch alles klar. Doch irgendwas – und das ist für mich der springende Punkt – veranlasst die Sonne, eine gewaltige Eruption entstehen zu lassen, die Milliarden kleiner Neutrinostrahlen auf die Erde schießt und diese Neutrinos das Erdinnere noch mehr zum Kochen bringen lassen, wodurch Erdplatten auseinanderreißen, Platten verschoben werden und nahezu die gesamte Zivilisation zerstört wird. Aber was veranlasst die Sonne zu einer Eruption? Keine Ahnung.

Auch der Maya-Kalender, der ja bekanntlich erst mit der Weltuntergangsdebatte angefangen hat und dem Film ja erst die Glaubwürdigkeit schenkt, dass tatsächlich die Apokalypse (vielleicht) kommt, wird vernachlässigt, indem er nur selten nebenbei erwähnt wird und kaum als Quelle herbeigezogen wird.

Ungewöhnlich für dieses Genre ist der in 2012 häufig vorkommende Humor, der vor allem in der ersten Hälfte eine große Rolle zuteil bekommt. Um es mit den (ähnlichen) Worten des Mayafreaks Charlie Frost zu sagen: „Erst lockst du sie mit deinem Humor an, dann verpass ihnen eine und lass sie grübeln.“ So in etwa läuft es in der ersten Hälfte ab, in der Roland Emmerich die Szenen auf humorvolle Weise entschärft.

Hervorzuheben sind sämtliche der überzeugenden Darsteller, die ihre sympathischen Charaktere gelungen verkörpern, und mit denen man, anders als im TV-Katastrophenfilm Vulkan, in wirklich jeder Szene mitbangen kann. Selbst der übertrieben-verrückte Radioreporter Charlie Frost wird nicht etwa nervig, unpassend und/oder unnatürlich dargestellt, sondern als Freak, über den man auch lachen kann und man gern haben kann.

Auch der Lebenspartner von Kate Curtis, Gordon, der Jacksons Rolle als Familienvater übernommen hat, kommt keinesfalls unsympathisch rüber, im Gegenteil, man trauert über seinen unverdienten Tod und fühlt mit Jackson und Kate.
Ein ganz besonderes Schmankerl sind jedoch die beiden Kinder, die stets Emotionen zur rechten Zeit zeigen und damit nicht wie Heulsusen oder wie emotionslos Gelangweilte wirken, wie etwa Rays Tochter aus Steven Spielbergs Krieg der Welten. Sie spielen super mit, erhalten ihren verdienten wichtigen Platz in 2012 und passen stets zur Heldengruppe.

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Quelle: Blogs.CommercialAppeal.com

Und dann sind da natürlich noch die Spezialeffekte, denen man gar nicht anmerkt, dass sie in Wahrheit aus den Computern stammen. Ob Flutwellen, einstürzende Gebäude oder die gigantischen Archen, alles passt perfekt in die Szenen, ohne auch nur eine Spur von Blue- oder Green-Screen zu hinterlassen.
Besonders angetan haben es mir der scheinbare Staudamm sowie die schiere Größe der Archen. Wie riesige Festungen wirken die Schiffe, von denen sage und schreibe zehn geplant, aber nur vier fertig gebaut wurden.

Beinahe Standard in jedem Hollywood-Streifen ist die Rettung in letzter Sekunde, die selbstverständlich auch in 2012 zuhauf vorkommt. Beispiele sind die Kollision des Milliardär-Flugzeugs mit dem Las-Vegas-Eyffelturm, der Streifkontakt zweier Archen, die Sichtung der Hauptcharaktere von den Militärs in einem gewaltigen Gebirge, der Abflug des kleinen Flugzeugs kurz vor dem Erreichen der tödlichen Rauchwolke des ausgebrochenen Supervulkans, die Szenen, in denen Jackson mit seinem Auto vor den zusammenstürzenden Erdplatten flüchtet und doch immer wieder festen Boden unter den Reifen bekommt, und und und … . Stets entrinnt die Familie in letzter Sekunde dem Tod und schafft es letztendlich doch noch in die am besten überwachte Sicherheitszone der Welt und schließlich auf eine der sicheren Archen, indem sie einfach an den Außenwänden hochklettern.
In Folge dessen sind es oft die ruhigen Szenen, die zu überzeugen wissen durch Tapferkeit, Liebe und Zusammenhalt der Personen.

Eine deutliche Verbesserung gegenüber Independence Day sind die globalen Konflikte auf internationaler Ebene, die im gesamten Film stets nur von Super-Amerika und -Präsident erkannt und behoben wurden. In 2012 dagegen ist es ein Inder, der die Bedrohung durch die Sonneneruption erkennt, es sind die Chinesen, die in ihrem Land die Schiffe bauen, es sind sämtliche wichtigen Staaten wie Russland, Italien, Deutschland (mit Merkel) & Co., die zusammen mit dem schwarzen (!) Präsidenten die Entscheidungen treffen.
Zudem – und das scheint eine Anlehnung an das Ende von The Day After Tomorrow zu sein – werden sämtliche Kontinente zur Unkenntlichkeit zerstört; nur der schwarze Kontinent bleibt weitesgehend bewohnbar, der das Ziel der Überlebenden wird.

Und: Ja, es gibt Überlebende. Familie Curtis und geschätzt 200.000 weitere Menschen überleben die Apokalypse und tuckern zusammen in den Sonnenuntergang oder -aufgang gen Afrika.

Aber ohne Happy End wär’s doch auch blöd, nicht wahr? 😉

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Quelle: DaemonsMovies.com

4 von 5 Sterne.

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