Der Pate: Teil 3

1979: Michael Corleone und seine Familie sind wieder nach New York gezogen, die Villa am Lake Tahoe steht leer und verfällt. Seine Rolle gegenüber den anderen Mafia-Familien ist gefestigt. Allerdings arbeitet der Don an seinem Ausstieg als Mafioso. Er hat die Geschäfte seiner Familie weitgehend legalisiert und bekommt sogar einen Orden vom Vatikan verliehen. Dieser wird ihm in einer Zeremonie in der St. Patrick’s Old Cathedral in New York verliehen. Über seine Tochter Mary hat er eine Stiftung gegründet, um armen Sizilianern zu helfen. Auch privat läuft es wieder besser. Insbesondere nachdem Michael seinem Sohn Anthony widerwillig gestattet hat, Opernsänger statt Anwalt zu werden, kommen er und Kay einander wieder näher … (Quelle: Wikipedia.de)

Quelle: Wicked-Vision.com

Nach zwei für mich eher mauen Teilen legt Ford-Coppola mit Der Pate: Teil 3 den Schlussstein seiner tragischen Familienchronik, der nicht nur etliche Jahre nach dem zweiten Teil spielt sondern auch etliche Jahre nach dem zweiten Teil gedreht wurde. Zu Beginn der 1990er kam der Streifen in die US-amerikanischen Kinos – den Stil der moderneren Erzählkunst, der einhergeht mit dem Fortschritt des Films, merkt man Der Pate: Teil 3 in den meisten Filmszenen an. Die Handlung, die in den Vorgängerteilen überfrachtet war mit Intrigen, Haupt- und Nebencharakteren und zu düster gestalteten Kulissen, die es schwer machten, die Charaktere zu identifizieren und dem Verlauf zu folgen, wurde entschlackt, was sich auch auf die Laufzeit auswirkt. Diese ist zwar mit 163 Minuten noch immer recht lang ausgefallen, doch nimmt sich Ford Coppola in diesen auf Basis des Romans/Drehbuchs Zeit für schärfste Kritik an der katholischen Kirche, was man ihm auch im Anbetracht der dazu inspirierenden tatsächlichen Fakten sehr zu Gute halten kann.

Auch die Hin- und Hergerissenheit des Protagonisten, Michael Corleone, ist eine spürbare Verbesserung in der Charakterentwicklung zum Vorgänger, in dem der Familienführer als erkalteter und gnadenloser Krimineller aufgetreten ist, der sich vor keiner Schandtat gescheut hat. Sein Plan, sämtliche Familiengeschäfte auf legaler Basis weiterzuführen, scheint fast wie ein Wiedergutmachen daherzukommen – da passt es auch, dass er bei einem Bischof für die stärksten seiner Schulden Buße tut.
Das, seine starke, wenn auch sehr bestimmende Bindung zu seinen beiden Kindern, und die Einsicht, dass er auf Grund seines Alters die Familiengeschäfte nicht mehr weiterführen kann, lassen Michael Corleone zu einem weitaus sympathischeren Menschen werden, womit im Prinzip schon eine Schwäche von Der Pate: Teil 2 ausgebügelt wäre.

Auch wenn der Film ohne die abwechslungsreichen Rückblenden des zweiten Teils auskommen muss, ist die erzählte Geschichte spannender und verliert sich erst gegen Ende in allzu vielen gleichzeitig gestrickten Handlungen und einer Vielzahl von Namen und Charakteren. Wer am Ende auf wessen Seite steht und das Zeitliche segnen soll, wird nicht ganz klar, doch das wird durch das grandios spannende Finale in und um der Oper entschädigt, das für mich auch die stärksten Filmminuten der Trilogie darstellt. Das ständige Hinauszögern des vermeintlichen Todesschusses verleiht dem Finale eine den Film beherrschende Intensität, die der Geschichte durch diese in der Trilogie selten gezeigte visuelle wie akustische Spannung ungekannte Höhen verleiht.

Quelle: Wicked-Vision.com

Dass der Film nach alldem ein schnelles Ende findet, ist im Anbetracht der (dennoch kürzesten) Laufzeit und dem ebenso baldigen Ableben des Michael Corleone nicht weiter tragisch – mit ihm stirbt Hauptperson, Grundgerüst und Motiv der Trilogie, die von meiner Sicht aus in Der Pate: Teil 3 ihren Höhepunkt findet und mit diesem ein knapp zufriedenstellendes letztes Gefühl hinterlässt.
3,5 von 5 Sternen.

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